Spektakuläre Tricks und hohe Sprünge

Mehr als 60 Skater aus dem In- und Ausland maßen im Konkordiapark ihre Kräfte. Für die Zukunft hat der Veranstalter noch größere Pläne.

Die Nervosität war ihr ein bisschen anzumerken. Zweimal musste Franziska Ahrend am Samstag raus auf die Anlage. Zweimal je eine Minute, um mehrere hundert Zuschauer von ihrem Können auf dem Skateboard zu überzeugen. Das klappte nicht immer. Zur Musik von Madonnas "Like a Virgin" rutschte ihr ein paarmal das Brett unter den Füßen weg. "Das war mein erster Wettkampf überhaupt", sagte die 19-jährige Zwickauerin, die erst vor fünf Monaten das Skateboardfahren für sich entdeckt hat. Für den Wettkampf im Konkordiapark, an dem sie als eine von drei jungen Frauen teilnahm, hatte sie sich schon im Vorfeld ein Programm überlegt: "Die wahren Könner machen das meiste spontan, aber so weit bin ich noch nicht."

Insgesamt gingen 65 Skateboarder bei "Bring da Truckaz" - der Name ist an ein Lied der amerikani-schen Hip-Hop-Band "Wu-Tang Clan" angelehnt - dem nach Angaben des Veranstalters größten Skaterwettbewerb Ostdeutschlands, an den Start. Darunter waren auch Szenegrößen aus Tschechien und Spanien. Bewertet wurde das fahrerische Können, die besten dargebotenen Tricks an den verschiedenen Hindernissen. "Die ersten drei Jahre waren wir in Dresden. Aber dann wurde die Skateranlage im Konkordiapark gebaut. Die Bedingungen hier sind super, und Chemnitz liegt auch einfach viel zentraler, was die Anreise betrifft", sagte Organisator Pierre Graupner, der mit seiner Agentur Sazinc die Veranstaltung einst aus der Taufe gehoben hatte.


In der A-Kategorie der Allerbesten durfte am Ende Phillip Gerisch jubeln. Der 25-jährige Leipziger, der aus Auerbach im Vogtland stammt, tauschte vor neun Jahren einst einen neu gekauften MP3-Player gegen ein Skateboard ein - und kam seitdem nicht mehr davon los. Zuvor hatte er Fußball gespielt. "Skaten ist genauso anstrengend. Aber entspannter. Da muss man auch nicht immer so super diszipliniert sein, zum Beispiel bei der Ernährung." Zu den Tricks, die er zeigte, zählte unter anderem der Kick-Flip. Dabei dreht sich das Brett in der Luft einmal komplett um die eigene Längsachse, bevor der Sportler wieder landet. "Es gibt Leute, die sagen, wer das nicht beherrscht, ist kein richtiger Skater. Aber das ist Quatsch", sagte er. Der Sport biete viel Raum für Kreativität. "Die verschiedenen Elemente zu kombinieren und vielleicht auch einmal etwas ganz Neues zu wagen, ist ja gerade der Reiz", so Gerisch. Bei den Nachwuchsstartern triumphierte Victor Bass, der mit seiner Mutter Evelyn aus Berlin angereist war. "Wir sind ständig auf Tour, reisen regelmäßig zu Wettkämpfen", sagte sie. Schon mit vier Jahren habe ihr Sohn sein erstes Skateboard besessen.

Pierre Graupner zeigte sich mit Ablauf und Resonanz zufrieden, denkt aber schon an das nächste Jahr. Da soll die Veranstaltung erstmals über zwei Tage gehen und zusätzlich mit einem Musikfestival im Konkordiapark gekoppelt werden. Im Oktober 2020 will er zudem den Neumarkt in Beschlag nehmen - mit einem Snowboard-Event.

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