Sportgelände voller Hakenkreuze

Erneut ist eine Anlage in Harthau mit Nazi- Symbolen beschmiert worden. Zum Motiv gibt es eine Vermutung.

Diesmal kamen die Täter offenbar während der Weihnachtsfeiertage. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr und zum insgesamt dritten Mal sind Gebäude, Geräte und Werbe- tafeln auf dem Gelände des Vereins Sportfreunde Chemnitz-Süd am Eisenweg in Harthau mit Hakenkreuzen beschmiert worden.

"Dabei waren wir immer noch dabei, die Schmierereien vom letzten Mal zu beseitigen", sagte Objektleiter Marcel Helbig am Sonntag der "Freien Presse". Denn schon Ende Oktober hatten bislang Unbekannte insgesamt 320 Hakenkreuze, die von zehn Zentimetern bis zu einem halben Meter groß waren, mit schwarzer Farbe unter anderem auf Werbebanden, an Wechselkabinen und dem Vereinsgebäude hinterlassen. Gleich am folgenden Tag hatten Vereinsmitglieder bei einem ersten Arbeitseinsatz begonnen, die Schmierereien zu entfernen. Folien, mit denen Werbebanden bespannt waren, mussten komplett erneuert werden. Ein Sponsor rechnete mit Schäden von rund 10.000 Euro.

Und auch im Juni 2016 hatte es schon einmal solche verbotenen Nazi-Symbole auf dem Sportgelände gegeben. Damals waren mehr als 100 Hakenkreuze mit einer Art Wachsmalstift am Vereinsheim, den Bänken und der Imbisshütte angebracht worden.

Diesmal ist das Ausmaß der Schäden noch um ein Mehrfaches größer. Insgesamt 1049 Hakenkreuze haben die Vereinsmitglieder gezählt. Die Polizei, bei der am Samstag Anzeige erstattet wurde, nennt Ausmaße von fünf mal fünf bis 50 mal 50 Zentimetern. Auf dem Sportgelände gibt es offenbar kaum ein Objekt oder Gerät, das nicht bekrakelt wurde: Wechselkabinen, Torpfosten, ein Rolltor, Werbebanden und selbst Räder an Vorrichtungen zum Transport der Tore. Die Täter hätten offenbar schwarze Textmarker, aber auch schwarze Farbe benutzt und auch wieder Hakenkreuze in Plexiglasscheiben eingeritzt, berichtete der Objektleiter. Die Höhe des Schadens lasse sich noch nicht abschätzen. "Wir werden auf jeden Fall wieder mehrere Arbeitseinsätze brauchen, um das alles zu beseitigen", so Helbig.

Beim Verein werde vermutet, dass den Tätern die Flüchtlinge ein Dorn im Auge sind, welche in den Fußballmannschaften aller Altersklassen trainieren. "Wir werden jetzt so schnell wie möglich ein Videoüberwachungssystem aufbauen", kündigte der Platzwart an. (mit jpe)

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5Kommentare
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  • 4
    0
    Steuerzahler
    01.01.2019

    @alextrommler: „kein Fall mehr für die Polizei, sondern für den Staatsschutz.“ Der Staatsschutz ist Bestandteil der Polizei, konkret der Kriminalpolizei! Dieser ist originär zuständig für die Ermittlungen in dieser Sache. Unabhängig von der Organisationsebene wie PD, LKA oder BKA.

  • 13
    0
    frankjac
    31.12.2018

    Solche Aktionen sind doch vollkommen sinnlos! Sachbeschädigung von Idioten, mehr fällt mir dazu nicht ein.

  • 18
    5
    ChWtr
    31.12.2018

    Plump - einfach nur plump! Vor allem aber ignorant.

    Die Art der Beschmierung zeigt, von welcher Seite solche "Großtaten" kommen.

    Sie unterstellen, dass es möglicherweise andere Täter gibt. Leicht durchschaubares Ablenkmanöver ganz nach dem Motto, was du mir nicht beweisen kannst, war ich nicht (...)

    Es ist vieles möglich und deshalb ist die Aufklärung so wichtig.

    Dann aber, mein Richterspruch steht!

  • 8
    29
    ArndtBremen
    31.12.2018

    @alextrommler: Woher wissen Sie denn, daß es sich bei den Tätern um die Retter des Abendlandes handelt?

  • 32
    5
    alextrommler
    31.12.2018

    Das ist - in dieser Dimension - kein Fall mehr für die Polizei, sondern für den Staatsschutz. Es ist einfach nur noch traurig, wenn die Arbeit, die in unseren Sportvereinen - zum Großteil im Ehrenamt -geleistet wird, von einigen Idioten durch solche Aktionen mit Füßen getreten wird. Offensichtlich ist den angeblichen Rettern des Abendlandes nicht einmal mehr die Weihnachtszeit heilig.



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