Sportschütze soll für dreieinhalb Jahre in Haft

Prozess am Landgericht nach Großeinsatz der Polizei im Sommer 2018

Im Prozess gegen einen 31-jährigen Sportschützen, der im Sommer 2018 seiner ehemaligen Freundin nachgestellt haben soll, sind am Freitag am Landgericht Zwickau die Plädoyers von Staatsanwaltschaft sowie Verteidigung verlesen worden. Der Fall hatte im Juni 2018 im Raum Chemnitz und Limbach-Oberfrohna zu einem Großeinsatz der Polizei geführt, nachdem der Mann in Verdacht stand, mit einer Waffe in der Region unterwegs zu sein, um seine Ex-Freundin zu bedrohen.

Für die Staatsanwaltschaft hätten sich alle Anklagepunkte in dem seit September währenden Berufungsprozess bestätigt, sagte die Vertreterin der Ermittlungsbehörde. Sie fordert für den Mann dreieinhalb Jahre Gefängnis. Die Verteidigung hingegen sieht nur einen Teil der Vorwürfe als erwiesen an und plädierte daher für eine Freiheitsstrafe von höchstens neun Monaten. Da der Angeklagte seit Sommer 2018 mit kurzer Unterbrechung in Untersuchungshaft sitzt, forderte die Verteidigung zugleich die Aufhebung des Haftbefehls sowie die sofortige Freilassung ihres Mandaten. Das Gericht indes verschob die eigentlich für Freitag angesetzte Urteilsverkündung auf nächste Woche. Der Angeklagte bleibt daher weiter in U-Haft. In erster Instanz hatte ihn das Amtsgericht Zwickau zu drei Jahren Haft verurteilt.

Wie schwierig die juristische Aufarbeitung des Falles ist, hatte sich zuvor in der Beweisaufnahme gezeigt. Der Angeklagte räumte zwar ein, im Juni 2018 in das Haus seiner Ex-Freundin eingedrungen zu sein und sich dort mehrere Stunden lang aufgehalten zu haben, während im Haus alles schlief. Den Vorwurf des Einbruchsdiebstahls bestritt er aber, weil er nichts gestohlen habe, so der Mann. Auch den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, er habe seiner ehemaligen Partnerin nachgestellt, wies er zurück. Zwar habe er ihr Dutzende Handy-Nachrichten geschrieben, die Frau hatte darauf aber regelmäßig geantwortet.

Das größte Rätsel in dem Fall bleibt aber ein verschwundenes Gewehr, dass aus dem Waffenschrank des Vaters des Angeklagten entwendet worden war. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 31-jährige frühere Sportschütze die Waffe verschwinden ließ. Der Angeklagte wies diese Darstellung als Spekulation zurück.

Das Urteil in dem Fall soll es am nächsten Freitag geben. (su)

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