Sprachbilder grafisch interpretiert

Patrick Fauck ist Künstler und kein Mann der großen Worte. Seine Werke sollen lieber die Geschichten erzählen.

Hohenstein-Ernstthal.

Mit Zollstock und Wasserwaage ausgerüstet steht Patrick Fauck auf der Leiter. Ein kurzer, kritischer Blick, dann nimmt der Leipziger Künstler sein Werk "Waldgeistermeister" wieder von der Wand. "Das hing noch leicht schief." Die Arbeit geht wieder von vorne los.

Wenn am Donnerstag in der Kleinen Galerie die Ausstellung "Parallel zur Welt" öffnet, soll alles möglichst perfekt sein. Das Aufhängen sei dabei das Mühseligste, sagt Fauck, denn die Bilder müssen nicht nur gerade hängen, sondern auch farblich und förmlich zum Nachbarbild passen. "Manche Bilder bekämpfen sich gegenseitig", sagt Galerieleiterin Sylke Hirsch, die dem Künstler beim Aufbau der Ausstellung mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die ideale Anordnung zu finden, das dürfte sich gerade bei den 30 bis 35 ausgestellten Bildern Faucks als schwierig erweisen. "Meine Werke sind so unterschiedlich, viele denken, dass sich mehrere Künstler auf meinen Ausstellungen präsentieren", so der Mann mit dem wüsten, leicht grau melierten Haar. Serien, Zyklen oder Reihen gibt es nicht. Jedes Werk ist in sich geschlossen. Will man Faucks Bilder beschreiben, so gibt es dennoch zwei gemeinsame Fäden. Ob Holzschnitt, Siebdruck, Lithographie oder der nur noch äußerst selten genutzte Lichtdruck. Faucks Grafiken entstehen allesamt im Kunstdruck. Und sie basieren auf Sprachbildern.

Der Lichtdruck "Schwarzfahrer" etwa zeigt einen einsamen Radler im Mondlicht, gekleidet in einen schwarzen Anzug. Der Kopf des Radlers - eine chaotische Melange aus Rot- und Gelbtönen. Was dem Fahrer durch den Kopf geht, oder ob er vielleicht einfach nur betrunken ist, die Geschichte hinter dem Bild darf sich jeder selber ausdenken. Fauck zeigt sich generell nicht als Mann langer Erklärungen oder tiefgreifender Analysen. Das überlässt er den Betrachtern seiner Werke. So auch beim "Falschen Hasen". Aus dem Hackbratengericht kredenzt Fauck eine Gestalt im Hasenkostüm und herabgefallener Maske. Ein weiterer Mann beißt der grotesken Figur in den Arm - der Zirkelschluss zur Wortbedeutung ist hergestellt.

Fauck möchte Etikettierungen jeder Art vermeiden. Die Bilder sind nicht datiert. "Sie sollen zeitlos sein." Auch sein Alter verrät der im Saarland geborene Künstler nicht, auch nicht auf seiner Homepage. "Ich möchte nicht als junger, gestandener oder altersweiser Künstler, sondern nur als Künstler gesehen werden." Fotos seiner Person im Internet würde er daher auch am liebsten wieder löschen. "Die stehen da doch nun für alle Ewigkeit."

Unterhalten sollen Faucks Bilder und den Betrachtern ein Lächeln entlocken. Doch es gibt bei einigen von ihnen auch eine Art von dunkler Seite, die es aus Sicht des Künstlers zu entdecken gilt.

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