Staatsanwaltschaft: Verfahren gegen Ex-CFC-Chef eingestellt

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den früheren Aufsichtsrats-Vorsitzenden des Vereins sind beendet. Fragen aber bleiben - vor allem die, wie die Anzeige gegen ihn zustande gekommen war.

In einer Pressemitteilung hatte CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon am 23. August 2018 die angebliche Durchsuchung der Geschäftsstelle des Vereins durch das Landeskriminalamt öffentlich gemacht. Der Vorgang, so Siemon damals, sei Bestandteil eines Ermittlungsverfahrens gegen den damaligen Vorsitzenden des CFC-Aufsichtsrates Uwe Bauch. "Insolvenzverwalter und Chemnitzer FC erteilen den Ermittlungsbehörden alle angeforderten Informationen und leisten Hilfestellung bei der Ermittlung aufzuklärender Sachverhalte", so Siemon.

Was damit gemeint war - eine Antwort auf diese Frage blieb der Verwalter schuldig. Auf "Freie Presse"-Anfrage erklärte das Landeskriminalamt, dass es sich jedenfalls um keine Durchsuchung gehandelt habe. Vielmehr sei das Ganze ein Treffen von Kriminalbeamten mit dem Insolvenzverwalter gewesen, der LKA-Leuten mehrere Unterlagen übergeben habe. Diese Darstellung hatte auch die Chemnitzer Staatsanwaltschaft bestätigt. Es habe keinen Durchsuchungsbeschluss gegeben, das LKA habe die Akten auf Bitten von Siemon mitgenommen, hieß es.


Immerhin bestätigte die Staatsanwaltschaft damals, dass gegen Aufsichtsrats-Chef Bauch ein Ermittlungsverfahren geführt werde. Mittlerweile ist das Verfahren wieder eingestellt worden - ohne jegliche Auflagen. Der ursprüngliche Vorwurf lautete auf Untreue, der unter anderem im Zusammenhang mit einer Bürgschaft stehe, auf die der CFC zum finanziellen Nachteil des Vereins verzichtet haben soll.

Das Verfahren ging auf eine anonyme Anzeige vom Mai 2018 zurück. Der Insolvenzverwalter versicherte damals auf "Freie Presse"-Anfrage, dass er nicht derjenige war, der Bauch angezeigt hat. Die Frage, woher die Anzeige kam und vor allem von wem sie erstattet wurde, ist bis heute unbeantwortet. (mit dy)


Entlassener CFC-Kapitän zieht vor Gericht

Der ehemalige CFC-Kapitän Daniel Frahn hat Klage beim Chemnitzer Arbeitsgericht eingereicht. Nach "Freie Presse"-Informationen geht der 32-Jährige mit der Klage gegen seine fristlose Kündigung vor. Ein erster Gütetermin zwischen dem Fußballer und seinem ehemaligen Arbeitgeber soll bereits Mitte September stattfinden.

Der Vertrag des Torschützenkönigs der Vorsaison war am 5. August von der Chemnitzer FC Fußball-GmbH mit sofortiger Wirkung gekündigt worden. Die Verantwortlichen hatten damit nach eigenem Bekunden auf die Ereignisse beim Drittligaspiel in Halle (1:3) reagiert, bei dem Frahn mit CFC-Fans im Stadion gesehen wurde, die mutmaßlich der rechten Szene zugeordnet werden. Die Gesellschafter der Fußball-GmbH hatten als Begründung für die Kündigung vereinsschädigendes Verhalten genannt. (su)

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