Stadionmiete: OB Ludwig widerspricht Siemon

Nach Stadt-Angaben gibt es keine Forderung von 800.000 Euro Jahrespacht

Wenn der Chemnitzer Fußballclub in die Dritte Liga aufsteigt, fordert die Stadt eine jährliche Stadionmiete von 800.000 Euro, sagt CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon. Nach seinen Angaben sei das ein Ergebnis des Gespräches Mitte Dezember zwischen Vertretern von CFC, Stadt und städtischer Wohnungsgesellschaft GGG gewesen. Siemon hatte die Forderung als viel zu hoch kritisiert und Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ultimativ aufgefordert, die Miethöhe zu senken. Sie widerspricht jetzt der Darstellung des Insolvenzverwalters.

In dem Arbeitsgespräch, mit dem eine "Grundlage für weitere bilaterale Beratungen gelegt werden sollte", sei darauf hingewiesen worden, dass sich im Aufstiegsfall die Pachtkonditionen ändern müssten, erklärte Stadtsprecher Robert Gruner am Donnerstag. Die Stadt bezieht sich auf das Wettbewerbsrecht der Europäischen Union, wonach Profi-Fußball nicht subventioniert werden dürfe. Unter dieser Maßgabe sei die 2013 aufgestellte und von der EU nicht beanstandete Pachtregelung für den CFC in der dritten Liga entstanden: Zahlung einer Mindestpacht von 180.000 Euro im Jahr, zuzüglich Übernahme von Betriebs-, Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten im damals geschätzten Umfang von 612.000 Euro. Diese Zahlen seien in dem Arbeitsgespräch genannt worden. Eine Forderung nach einer konkreten Pachthöhe von 800.000 Euro gegenüber dem CFC habe es jedoch nicht gegeben. Womöglich, so Gruner, habe Siemon Pacht und Betriebskosten summiert und dies als künftige Miete verstanden. Laut Gruner hat Siemon an dem Arbeitsgespräch selbst gar nicht teilgenommen. Wie dieser das Treffen jetzt interpretiert, das wolle die Stadt nicht bewerten.

Derzeit zahlt der CFC rund 190.000 Euro jährlich für die Stadionnutzung zu Heimspielen sowie für Geschäftsstelle und Fanshop. Extra-Kosten zum Beispiel für Instandsetzung übernehme der Verein nicht. Unabhängig vom neuerlichen Streit ist Ludwig grundsätzlich bereit, auf Siemons Forderung einzugehen, den CFC-Fall nochmals prüfen zu lassen - vor Gericht oder von der Europäischen Kommission. Laut Siemon ist die EU-Richtlinie inzwischen überholt.

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1Kommentare
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  • 7
    1
    derBuerger
    04.01.2019

    Egal was man vom Konkursverwalter hält, er scheint der erste beim CFC zu sein, der rechnet wie ein vorsichtiger Kaufmann.
    180.000 +612.000 ist 792.000 das sind ca 800.000€.
    Besser vorher verhandelt als dann überrascht sein, wenn die Zahlungsaufforderung kommt.



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