Stadt richtet weitere Tempo-30-Abschnitte ein

Auf vier Straßen wird die zulässige Geschwindigkeit reduziert - nicht nur vor Kitas und Schulen, sondern auch vor einem Pflegeheim.

Limbach-Oberfrohna.

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Tempo-30-Schilder in Limbach-Oberfrohna stetig gewachsen. Seit 2017 können Verkehrsbehörden Tempo 30 auch dann vor Schulen, Kitas und Pflegeheimen anordnen, wenn diese an stark befahrenen Straßen liegen. Das Rathaus hat davon schon mehrfach Gebrauch gemacht. In den nächsten Monaten kommen nun weitere Tempo-30-Abschnitte hinzu. Die "Freie Presse" gibt einen Überblick.

Hier gilt künftig Tempo 30: Schon seit längerer Zeit fordern Eltern von Schülern der Gerhart-Hauptmann-Schule in Oberfrohna eine Tempo-30-Regelung. Als Argumente werden unter anderem der Busverkehr und die Tatsache angeführt, dass es zwar eine Verkehrsinsel, aber weder einen Zebrastreifen noch eine Ampel gibt. Die Stadtverwaltung hat sich dieser Sichtweise nach der obligatorischen Prüfung der Situation vor Ort nun angeschlossen. Laut Tino Müller, Leiter der Straßenverkehrsbehörde im Rathaus, ist eine entsprechende Beschilderung bereits angeordnet worden. Bis zur Umsetzung könnten aber noch einige Wochen vergehen, weil mehrere Behörden an dem Vorgang beteiligt sind und die Schilder erst bestellt werden müssen.

Auch Eltern von Grundschülern in Kändler können aufatmen. Auf der Hauptstraße soll demnächst Tempo 30 gelten, obwohl vor der Schule bereits eine Ampel existiert. "Dort gibt es versetzte Bushaltestellen, und die Straße verläuft nicht gerade", nennt Müller potenzielle Risikofaktoren. Er habe zudem beobachtet, dass die Lage vor der Schule in Stoßzeiten, wenn Eltern ihre Kinder zum Unterricht bringen, unübersichtlich sei.

Vor dem neuen Pflegeheim an der Burgstädter Straße werden ebenfalls zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt Tempo-30-Schilder aufgestellt. Müller hat bemerkt, dass Bewohner die stark befahrene Straße direkt vor dem Haus überqueren, wenn sie etwa zum Pennymarkt schräg gegenüber wollen. "Die Ampeln sind zu weit weg." Auch auf der Lindenstraße vor der dortigen Kita wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert - wenn die Arbeiten zum Ausbau der Straße beendet sind.

Hier gilt bereits Tempo 30: Die ersten Schilder wurden im August 2017 vor der Thomas-Müntzer-Grundschule an der Waldenburger Straße aufgestellt. Parallel wurde die zulässige Geschwindigkeit vor der Kita "Spatzennest" an der Hohensteiner Straße reduziert. Noch im selben Jahr wurde die Regelung auch vor der Grundschule Bräunsdorf und der Kita "Krümelkiste" in Pleißa angewandt. Seit Januar dieses Jahres stehen Tempo-30-Schilder vor der Kita an der Waldenburger Straße. Seitdem wurde mit einer entsprechenden Anordnung auch der Verkehr vor der Kita in Wolkenburg, auf der Georgstraße auf Höhe der Pestalozzi-Oberschule sowie auf der Querstraße vor der Förderschule Am Stadtpark beruhigt. Vor einigen Bildungsstätten wie dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und der Kita Am Hohen Hain durften Verkehrsteilnehmer schon vor der Gesetzesänderung maximal mit Tempo 30 fahren.

Hier soll es keine Tempo-30-Schilder geben: Auf der Hohensteiner Straße darf auf Höhe der Grundschule Pleißa weiterhin Tempo 50 gefahren werden. Das liegt vor allem daran, dass die Bildungseinrichtung etwas abseits liegt und eine unmittelbare Gefährdung der Schüler nach Angaben von Tino Müller nicht gegeben ist. Auch auf der Jägerstraße vor der Goetheschule soll die zulässige Geschwindigkeit nicht reduziert werden. Laut dem Verkehrsexperten tragen Geländer auf den Fußwegen und mehrere Ampeln dazu bei, dass die Mädchen und Jungen das Schulgebäude sicher erreichen können. Müller sieht zudem keinen Sinn darin, Tempo 30 vor Einrichtungen anzuordnen, die an wenig befahrenen Nebenstraßen liegen. Dazu zählen zum Beispiel die Kitas "Bärenstark" an der Heinrichstraße in Oberfrohna und "Wirbelwind" am Jahnweg in Kändler.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    cn3boj00
    10.10.2019

    Wie wärs, wenn man endlich mal die Verkehrszeichen in Wohngebieten abseits der Hauptstraßen entrümpelt? Grundsätzlich rechts vor links zum Beispiel würde viel entschleunigen. Aber dann ist plötzlich eine Wohngebietsstraße wichtiger als die andere. Da muss man als Autofahrer ganz schön aufpassen, an der eine Kreuzung so, an der nächsten anders. Das gleiche mit Tempo 30 - Zonen. Plötzlich sind die aufgehoben, man kann 20 Meter 50 fahren, dann kommt wieder 30. Und dann gilt 30, obwohl Fußwege da sind, und dann ist die 30 aufgehoben, obwohl keine Fußwege da sind. Versteht das noch einer?



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