Stadtgeflüster: Das Klassentreffen im Theater in Linz

Ein Wiedersehen für die Musicalschüler, ein Mützchen für die Gesundheit und ein Bier für mehr Kultur auf dem Brühl.

Tom Bitterlich, bis 2015 noch Solo-Repetitor und Dirigent am Chemnitzer Theater, konnte nun an seiner neuen Wirkungsstätte, dem Landestheater Linz in Österreich, eine Art Klassentreffen feiern. Dazu kam es vergangenes Wochenende. Bei der ausverkauften Europa-Premiere des Musicals "Mary und Max" trafen mit Tom Bitterlich, Lukas Sandmann und Jana Mischke gleich drei ehemalige Schüler des Chemnitzer Musical-Studios W.M. zusammen. Bitterlich hatte als musikalischer Leiter die Probenarbeit für das Stück übernommen. Darsteller Lukas Sandmann, seit diesem Jahr Mitglied im Linzer Musical-Ensemble, musste auf der Bühne gleich in mehreren Rollen ran, unter anderem als tierischer bester Freund der Hauptrolle Mary und als deren stotternder jugendlicher Verehrer. Jana Mischke hatte das Stück - in regem Austausch mit den amerikanischen Autoren und Komponisten Bobby Cronin und Crystal Skillman - in mehreren Monaten Arbeit ins Deutsche übersetzt. Die Premiere an einer der renommiertesten Musicalbühnen im deutschsprachigen Raum wurde übrigens nicht nur für die Chemnitzer zum Erlebnis: Die "Oberösterreichischen Nachrichten" sprachen von einem "besonderen Musical, das erhebt und tief berührt" und die landesweite "Kronen"-Zeitung" resümierte: "Bombiger Erfolg!" (mit vtz)

Rolf Seelmann-Eggebert, TV-Korrespondent und der vielleicht bekannteste Adelsexperte Deutschlands, plauderte am Mittwoch gemeinsam mit seiner Tochter Adele auf dem Podium der Villa Esche über sein aufregendes Leben. Dabei ging es nicht nur um die vielen Jahre, die er als Reporter in Afrika lebte, sondern vor allem auch um seine Erlebnisse mit und in den europäischen Herrschaftshäusern. Die Queen und Prinz Charles traf er für Dreharbeiten häufiger. Mit Prinz Philip Duke of Edinburgh, dem Gatten der englischen Königin, war er schon auf Safari. In einem Buch reflektieren Rolf Seelmann-Eggebert und seine Tochter gemeinsam das Familienleben, in dem oftmals gar nicht so viel Zeit für Familie blieb. Apropos Familie: Als die von "Freie-Presse"-Journalistin Ramona Nagel moderierte Lesung mit einer Autogrammstunde am Mittwoch zu Ende ging, hallte auf einmal ein freudiger Ausruf durch die Villa Esche. "Ihr hier?" zeigte sich Rolf Seelmann-Eggebert begeistert, als er entfernte Verwandte aus Bamberg im Publikum entdeckte. Das Ehepaar war extra aus Bayern nach Chemnitz gereist. Das Familiennetzwerk der Seelmann-Eggebergs sei in Deutschland stark verzweigt, hatte Ramona Nagel vorher im Gespräch mit dem Korrespondenten erfahren. Einmal im Jahr kämen die Angehörigen in Trier zusammen. Diesmal gab es aber eben auch in Chemnitz ein kleines Familientreffen.

Benita Martin, Allgemeinmedizinerin, hatte ihre Harthauer Praxis in den vergangenen Wochen voll mit Menschen, die von der derzeit grassierenden Erkältungswelle gepeinigt wurden. Ihnen allen empfiehlt die Medizinerin: "Mütze auf - und zwar auch nachts." Dann hatte sie den Patienten ein weißes Bio-Baumwollmützchen mit den Worten ans Herz gelegt: "Das hilft bei der Genesung!" Zu der Erkenntnis war die Ärztin aber nicht allein gekommen. An ihrer Seite erforschten zwei ehemalige Schüler des Keplergymnasiums die Auswirkungen der Schlafmütze. "Sie verbindet traditionelle chinesische Heilkunst mit neuen Erkenntnissen der Schlaf- und Gesundheitsforschung", formulierten es Ramon Molch und Nick Maryshchak in einem Beschreibungsblatt zu ihrer Besonderen Lernleistung (Bell). Im Rahmen der naturwissenschaftlichen Ausbildung an ihrer Schule konnten sie die Erforschung der Schlafmütze in ihre Abiturnote einfließen lassen. Benita Martin hatte die Schüler dabei mit wissenschaftlichen Kenntnissen unterstützt. "Und nun ist das Mützchen auf dem Markt", freute sie sich. "Das macht mich wirklich stolz." Konzipiert ist die wollene Schutzhaube für Nachttemperaturen zwischen 16und 18 Grad. Da schlafe es sich besonders gesund, so die Ärztin. Besonders für betagte Menschen mit wenig Haar oder Erkrankte sei die Temperatur aber am bloßen Kopf zu kalt. Die Mütze sei zudem mit einem roten Punkt am Zipfel bestickt, der genau den Akupunktur-Ort DG20 stimuliert. "Ist der Kopf-Punkt getriggert, kann eine Verminderung von Kopfschmerzen, Infektions- und Atemwegserkrankungen sowie Demenzerscheinungen erreicht werden", so Martin.

Birgit Eckert (Foto), Geschäftsführerin der Chemnitzer Schönherrfabrik, hat eine ihrer Lieblingsaufgaben nun delegiert. In den vergangenen Jahren hatte sie auf dem Fabrikgelände an der Chemnitz das Restaurant "Max Louis" sowie die Kantinenversorgung "Fabrikküche" als Chefin geleitet. "Es ist mir eine Herzensaufgabe, diese gastronomischen Einrichtungen zum Laufen zu bekommen", hatte sie gesagt, als 2015 das Fleisch-Spezialitätenrestaurant "Max Louis" und wenig später die "Fabrikküche" eröffnet wurden. Nun soll ein junger Gastronom die Leitung der Geschäfte übernehmen.

Markus Arnold, Koch aus Drebach im Erzgebirgskreis, ist der neue Pächter im "Max Louis". Seit Anfang Oktober führt er die Bücher und das Regiment in der Küche. Die mehr als 20 Mitarbeiter starke Mannschaft inklusive der Zwillingsbrüder-Chefköche Alexander und Chephren Kasten hat Arnold übernommen. "Ich freue mich, dieses bekannte Chemnitzer Lokal nun weiterzuführen", so Arnold. "Auch wenn ich selbst zu wenig Zeit haben werde, um in der Küche zu stehen." Markus Arnold war viele Jahre lang fern von Mitteldeutschland im Einsatz. Er füllte Töpfe und Teller in Sterne-Restaurants in der Schweiz, arbeitete in familienbetriebenen Luxushotels auf Mallorca, stand aber auch in massenbesuchten All-In-Hotels auf Teneriffa oder Kindergartenversorgungen in Norddeutschland an den Herdplatten. Er habe Promis wie Joe Cocker und Michael Jackson, Michael Schumacher und Niki Lauda bekocht. "Jetzt war es Zeit, zurück in die Heimat zu kommen", erklärte Markus Arnold. Seine Frau, die er in Bad Oldesloe kennengelernt hatte, brachte er mit. "Wir sind nicht zurück in meinen Heimatort Drebach gezogen, sondern direkt nach Chemnitz", erklärte der neue Restaurantleiter nun. "Wir leben nur ein paar Minuten von meiner Arbeitsstätte entfernt." Künftig will er auf drei gastronomischen Standbeinen in der Schönherrfabrik stehen. Neben dem Restaurant und der Kantine will er auch eine Kochschule etablieren.

Guido Günther, Chef der Chemnitzer Kreativagentur "Rebel Art" und Michael Bergt, Chef der Reichenbrander Brauerei, setzen alles auf einen Deckel: Gemeinsam haben sie die Rezeptur zum "Kiez-Bräu" entwickelt. Und das gibt es nun in den Lokalen und auch im Supermarkt am Brühl. "Das ist eine gemeinnützige Sache", hatte Guido Günther jetzt erklärt, als gerade wieder eine Bierlieferung in seinen Agenturräumen auf dem Brühl reinkam. "Alle Erlöse des Verkaufes fließen künftig in Kulturprojekte auf dem Brühl", sagte er. Zum Beispiel kann am 21. Dezember wieder ein "Kiez-Bier" aufgemacht und zum guten Zweck ausgetrunken werden. Dann wird der Markt "Baumwollbaum" auf dem Brühl gefeiert.

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