Stadtgeflüster : Die Löwen lassen die Entchen los

Bei der Visitenkartenparty adoptiert der Niners-Chef ein gelbes Quietschtier. Der Gastgeber versteigert derweil Kunst.

Malte Ziegenhagen, Kapitän der Basketballmannschaft Niners, kam zu spät zum Fototermin. "Ich musste mir schnell noch eine Küche kaufen", sagte er entschuldigend und ein bisschen gehetzt, setzte dann aber sofort sein Strahlelächeln auf. "So, jetzt kann es los gehen." Der Korbjäger hatte ein Date mit einem Zahnarzt. Wolf-Ullrich Mehmke, Präsident des Lionsclubs Chemnitz, drückte Malte Ziegenhagen einen Zettel in die Hand. Es war kein Bestellschein für seine Praxis, sondern das Adoptionspapier für ein gelbes Quietscheentchen. "Das ist dein Los mit der Nummer Eins", sagte Mehmke und gab so symbolisch den Startschuss zum diesjährigen Entenrennen. Ab sofort verkaufen die Lions unter www.chemnitzer-entenrennen.de insgesamt 5000 solcher Lose zu 5Euro das Stück. Wer sich eines - oder noch besser viele davon - sichert, kann nicht nur Preise gewinnen, sondern unterstützt Vereine, die sich für die Chemnitzer Jugendarbeit engagieren. Im August werden die nummerierten Enten dann zu Wasser gelassen und schwimmen beim neunten Rennen im Rahmen eines neuen Bürgerfestes um die Gewinne. "Unter anderem profitiert die Nachwuchsabteilung der Niners von dem Rennen", erklärte Wolf-Ullrich Mehmke. "Deshalb bekommt Malte Ziegenhagen von uns auch das besondere Los." Ihre Clubsitzung hatten die Lions am Mittwoch ausnahmsweise im Business-Village an der Beckerstraße und nicht im Chemnitzer Hof abgehalten. So konnten sie gleich nach ihrer Zusammenkunft zur traditionellen Visitenkartenparty gehen.

Rolf Esche (Foto), Chef des Küchwaldbühnenvereins, war einer der Gäste dieser Party. "Das ist eine Pflichtveranstaltung", sagte er gut gelaunt. "Die lasse ich mir nie entgehen." Esche ist einer der Vereinsvorsitzenden, die auch alle Jahre wieder vom Entenrennen profitieren. "Deshalb finde ich es klasse, dass ich beim Start der Aktion bei dieser Netzwerkfete dabei bin." Mit seinen Vereinsfreunden will er nun wieder um die 100Lose verkaufen. Der Entenauftakt war aber nur ein Höhepunkt der Visitenkartenparty.


Uwe Thuss, Geschäftsführer des Konferenzzentrums Business-Village, war nicht nur Gastgeber der inzwischen 24. Visitenkartenparty. Er stieg auch als Auktionator auf die Bühne. Dort versteigerte er ein Bild der Chemnitzer Künstlerin Denise Kendzia. Sie hatte den ganzen Abend lang an der Leinwand gestanden und ihr Werk gezeichnet. Aus gutem Grund: Schon vorab stand fest, dass Uwe Thuss das Hämmerchen in die Hand nehmen würde und Kendzias Arbeit für den guten Zweck versteigern würde. Der Hilfsverein "Lukas Stern", der Sterbenskranken ihre letzten Wünsche erfüllt, sollte später von dem Geld profitieren. Und kaum hatte Thuss das Mindestgebot von 100 Euro ausgerufen, schleuderte ihm Politiker Frank Müller-Rosentritt sein Gegengebot von 500 Euro entgegen. Bei der Summe stiegen zwar viele Kunstfreunde aus, jedoch nicht Müller-Rosentritts Freunde, der Unternehmer Jens Kieselstein und der Agenturchef Kristian Voigt. Die lieferten sich daraufhin einen munteren Schlagabtausch. Thuss kam mit seinem Hammer gar nicht mehr hinterher, bis sich schließlich Jens Kieselstein bei 1000 Euro den Zuschlag sicherte. "Es war ein super Sümmchen, dass zusammenkam", zog Denise Kendzia später auf ihrer Facebook-Seite Bilanz.

Marie Jonas und Vivienne Pohl, Mitarbeiterinnen beim Cateringunternehmen City-Drinks, schwitzten schon, da hatte die Visitenkartenparty noch gar nicht begonnen. Sie bereiteten alles für die Cocktails vor. Mehr als 550 Gäste waren zu der Fete erschienen. Und alle hatten bei mehr als 30 Grad Hitze Durst. Auch den Mitarbeitern von Gastronom Uwe Münch lief der Schweiß. Sie standen an zahlreichen Grillstationen und sorgten für die richtige Sommerküche beim Fest.

Bodo Martin (Foto), Musiker, blieb bei der Visitenkartenparty auf dem Teppich. Nämlich auf seinem eigenen. Der Mann, der in der Szene als Kontrabassist gilt, von Haus aus aber Schlagzeuger ist, baute seine Trommeln im Business-Village auf seinem eigenen Perserteppich auf. "Den brauche ich, weil er die Akustik verbessert und die Basstrommel auf Position hält." Einmal pro Woche spielt er mit seinen Boogie-Knechten auch in Dresden - als Hausband des Hilton-Hotels - und immer mit eigenem Teppich.

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