Stadtgeflüster: Durchtanzte Nacht und kunstvoller Wein

Zwei DJs lassen historische Wände beben, ein Künstler bedruckt Grauburgunder und die Kulturfreunde besuchen Venedig.

Chemnitz.

Klaus Süß, Chemnitzer Künstler, hat den Winzer Stefan Winter aus der Pfalz mit seiner Kunst begeistert. Und nun erscheint Winters 2018er Grauburgunder-Abfüllung komplett mit Etiketten, die ein süß'scher Farbholzschnitt ziert. Zu sehen sind ein Mann und eine Frau, die mit genussvoll gespitzten Lippen auf ein feines Schlückchen Rebensaft warten. Vom Himmel regnet es zudem Weingläser herab. Dass auf dem Weißwein bezeichnenden Grauburgunder-Etikett Rotwein zu sehen ist - geschenkt und künstlerische Freiheit! Winzer Stefan Winter sagt: "Ich liebe kräftige Farben und grafische Elemente - und wenn dann noch Wein ins Spiel kommt, ist das Kunstwerk perfekt." Das Design von Klaus Süß habe ihn daher besonders angesprochen. Bevor der Chemnitzer Künstler den Zuschlag zur Etikettenverschönerung aber erhielt, ging eine deutschlandweite Ausschreibung voraus. Süß und mehr als 1400 Teilnehmer hatten dafür kunstvolle Vorschläge eingesandt. "Es waren sehr viele, wirklich großartige Ideen dabei", freute sich Stefan Winter. Am Freitag kamen im Jacques-Weindepot nun die ersten Kisten mit Süß-Kunst-Etiketten an. Dort wird der Winter-Wein seit Jahren gehandelt. Und zum Start der Edition schmeißt Depot-Inhaberin Sylke Rothe jetzt gleich zwei Tage lang eine Party. Am kommenden Donnerstag und am Freitag signiert Klaus Süß von 15 bis 19 Uhr die Flaschen. Zudem bringt er zwölf Farbholzschnitte der Etikett-Grafik mit. Die gibt es zum Freundschaftspreis unter Weinbrüdern und -schwestern für jeweils 99 Euro. "Dreißig Euro pro Grafik stifte ich dem Kinderhospiz Schmetterling in Chemnitz. Ich weiß, dass Weinhändlerin Sylke Rothe diese Einrichtung seit Jahren von Herzen unterstützt."

Nico Wendel und Marcel Stephan bilden gemeinsam das DJ-Duo "Gestört aber Geil". Dass sie was von ihrem Job verstehen, beweist eine Goldene Schallplatte, die sie für ihre Musik-Mixe bereits im Regal stehen haben. Am Samstag drehten sie nun in der Eventhalle "Kraftverkehr" an den Platten und brachten dort die historischen Wände zum Beben. "Chemnitz tanzt" hieß die Party. Start war 22 Uhr. Und da standen die Nachtschwärmer schon ungeduldig Schlange. Etwa 1600 Menschen klönten nicht erst lange am Tresen rum, sondern zappelten sofort los. Erst morgens um Fünf wurden die Regler dann heruntergedreht.

Dr. Frédéric Bußmann, Generaldirektor der Kunstsammlungen, und Dr. Stephan Scholz, Vorstandsvorsitzender des Freundeskreises der Kunstsammlungen, befinden sich mit kulturbegeisterten Chemnitzern gerade auf Exkursion. Die illustre Reisegruppe hatte sich von Chemnitz nach Venedig aufgemacht und entdeckt dort nun die großen Kunstschätze der Lagunenstadt. Noch bis 24. November läuft die 58. Biennale di Venezia. Auf dem Programm stehen für die Chemnitzer die großen Kunstkracher: Besuche im Palazzo Fortuny in San Marco, im Palazzo Venier dei Leoni am Canal Grande, wo der Kunsttempel Peggy-Guggenheim-Venezia den Sitz hat, und im Museo Ebraico, dem Jüdischen Museum.

Stefan Tschök, Sprecher der CVAG-Verkehrsbetriebe, hat es wieder getan: Er hat den nächsten unabhängig verlegten Schmöker rausgebracht. "Gestatten, Kahlmann, Gregor Kahlmann" heißt der neue Roman des passionierten Freizeitschriftstellers. Darin geht es um Plagiatsvorwürfe und eine Reise nach Texas. "Es ist ein fantastischer Roman", meint Tschök schmunzelnd. Betont aber auch: "Ein Fantasy-Roman mit Elfen und Zauberern ist es aber nicht!"

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