Stadtgeflüster : Ein Puhdy feiert Geburtstag in Chemnitz

Ein Musiker stößt auf seinen 75. an, zwei Radfahrer treten in einen Wettstreit und Unternehmer landen beim Investor.

Dieter "Maschine" Birr, Frontmann der Band Puhdys, wird heute 75 Jahre alt. "Ich werde 75 Jahre jung", würde der Rocker jetzt verbessern. Denn alt habe er sich noch nie gefühlt. Das stellte er am gestrigen Sonntag bei seinem Besuch im Wasserschloss Klaffenbach klar. Dort quatschte er mit Moderator Kai Suttner, der ihn als Gastgeber der Talkshow-Reihe "Hautnah" empfing. Mit ihm feierte Birr dann auch in seinen Geburtstag rein. Der Musiker und der Chemnitzer Musikmanager kennen sich schon seit Jahrzehnten. Suttner war lange Zeit der Tourmanager der Puhdys. Zunächst verkaufte er Fanartikel der bekannten Ostrock-Band, später koordinierte er deren Auftritte mit. Noch bevor die "Puhdys" im Jahr 2016 ihr letztes Konzert gaben, beschlossen Dieter Birr und Kai Suttner, trotzdem gemeinsam weiterzuarbeiten. So sprechen sie nun in gemütlichen Plauderrunden vor Publikum regelmäßig über "Maschines" Autobiografie, die vor fünf Jahren erschienen war. "An die 100 Auftritte haben wir seitdem deutschlandweit miteinander gehabt", so Kai Suttner. "Da lernt man sich ganz gut kennen." Es war also nichts Ungewöhnliches, dass Dieter Birr, dessen Frau Sylvia, Kai Suttner und einige Freunde gestern Abend noch ein bisschen beisammenhockten. Wegen des runden Geburtstages profitierten davon aber diesmal auch die Fans. Etwa 30 von ihnen hatten nach der Talkshow gewartet, um Mitternacht mit Dieter "Maschine" Birr in der Lobby des Hotels am Wasserschloss Klaffenbach anstoßen zu können. Kai Suttner freute sich derweil nach der Veranstaltung schon auf den nächsten Termin. Am 14. April empfängt er den Charakterdarsteller Martin Semmelrogge im Schlösschen.

Marco Hösel, sechsfacher Weltmeister und mehrfacher Deutscher Meister im Trial, ist im Moment gefragt wie kaum ein anderer Radfahrer. An den vergangenen Wochenenden zeigte der 38-Jährige seine atemberaubenden Kunststücke im Chemnitz-Center. Nun fuhr er bei der Fahrrad-Schau im Rahmen der Mobilitätsmesse "Mobil3" in der Messe wieder vor. Und stellte sich dort einem lang angekündigten Wettkampf: Mann gegen Mann. Rad gegen Rad. Alter Hase gegen jungen Überflieger. Letzterer ist der 22-jährige Lukas Knopf aus Leukersdorf. Er rangiert derzeit auf Platz zwölf der Weltrangliste im sogenannten Slopestyle, bei dem ein Hindernis-Parcours überwunden werden muss. Der Spaßwettbewerb endete letztendlich unentschieden. "Das ruft nach einer Neuauflage", so Marco Hösel. Insgesamt rund 9000 Besucher hatten sich über das gesamte Messewochenende zur "Mobil3" aufgemacht.


Frank Theeg, Inhaber des IT-Unternehmens E-dox und Mitinitiator des Gründerzentrums Q-Hub, beteiligte sich jetzt an einer besonderen Dienstreise. Mit TU-Juniorprofessor Mario Geißler, Vertretern der Komsa, der Unternehmensberatung Wegvisor und des Landtages, trat er einen Trip ins amerikanische Colorado an. Nach 30 Stunden Flug kamen sie schließlich im Ort Boulder an. Dort lebt und arbeitet einer der angesehensten Start-up-Förderer der Welt. Mit Milliardenfonds im Rücken unterstützt Brad Feld, Inhaber des Unternehmens Techstar, Firmen, die weltweiten Erfolg generieren möchten. Dieser Papst der Starterszene hielt nun Hof. Frank Theeg und Wegvisor-Manager Marcus Brumme wollten den Amerikaner für die Gründergemeinschaft in Sachsen begeistern - und schafften das mit Kreativität. Seine Aufmerksamkeit hatten sie spätestens, als sie dem passionierten Marathonläufer eine besondere Startnummer für den Lauf in Dresden überreichten. Nämlich die "42195". Sie beschreibt genau die Meter-Länge eines Marathons, weshalb die Nummer besonders begehrt und gar nicht so einfach zu haben ist. Die Chemnitzer konnten den Dresdner Oberbürgermeister bewegen, die Zahl für sie zu reservieren. Mit Erfolg. Als sie das Lauf-Leibchen nun dem amerikanischen Investor präsentierten, staunte der über die sächsische Spitzfindigkeit und sagte doppeldeutig: "Also mit so einer Nummer ist hier noch keiner gelandet." Ergebnis: Brad Feld überlegt nun, wie er seine weltweiten Termine verschieben kann, um am Marathon in der Landeshauptstadt mitlaufen zu können. Und er will darüber nachdenken, eine seiner Techstar-Niederlassungen in Sachsen zu gründen.

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