Stadtgeflüster: Hier fließt der erste Glühwein der Saison

Im Chemnitz-Center lichtelt es schon, ein Altbekannter haut in die Tasten und ein Sportler sammelt Sympathiepunkte.

Ingo Lang, Unternehmer für Grilltechnik aus Limbach-Oberfrohna, hat im Chemnitz-Center die Lichtlein angezündet. Am Freitag eröffnete er den Budenzauber 2019. Und obwohl es bis Weihnachten noch sieben Wochen hin sind, fließt in seinem Hutzenstüberl gleich neben dem Mediamarkt der Glühwein schon jetzt in Strömen. Beauftragt hat ihn der Manager des Chemnitz-Centers, Thomas Stoyke. "Bis Ende November gibt es hier schon mal an jedem Freitag und Samstag Punsch und Stockbrot", kündigte er an. "Danach eröffnet unser regulärer Weihnachtsmarkt." Das Stockbrot gibt es für die Kinder frei Haus in die Hand. Da griff am Freitag schon mal der Nachwuchs von Deutsche-Bank-Marktgebietsleiter Michael Erfurt zu und ließ den Teig über dem Feuer knusprig werden. So richtig winterlich sah derweil der Papa aber trotz Mütze nicht aus, zumindest "untenrum". Er stand in sommerlichen Turnschuhen am Feuerkorb. "Ich befinde mich noch so ein bisschen zwischen den Jahreszeiten", sagte Erfurt und nippte am Glühwein.

Ronny "DJ Ron" Schindler, Discjockey und Mixtape-Labelgründer, wusste nicht, was auf ihn zukommt. Vorsichtshalber hatte er im Netz schon mal geschrieben: "Ayyy, das wird wild heute Abend." Zu einer Party im innerstädtischen Alanya-Dönerladen hatten sich für den vergangenen Freitag mehr als 850 Gäste angekündigt. So viel waren dann aber nicht gekommen. Etwa 100 feierten mit. Tanzen rund um den Kebab-Spieß? "Für uns war es auch eine neue Erfahrung", zwitscherten die Betreiber am Samstag im Internet.

Jürgen Ackermann, langjähriger kaufmännischer Chef der Brauerei Einsiedel und heute noch dort Anteilseigner, bezeichnet sich selbst als "RuRe", als ruhelosen Rentner. Wenn aber irgendwo ein Keyboard auftaucht, dann hat es sich ausgeruheständelt. Ackermann ist nämlich passionierter Musiker und spielt seit fast 40 Jahren mit seinem Kumpel Steffen Sauerstein in der Band Strings. Am Freitag traten sie im Diebels-Fasskeller im Rahmen des Festivals of Sounds auf. Und da war es schon 18 Uhr rappelvoll in der Kneipe. Das Festival hatte noch gar nicht begonnen und der Soundcheck der Musiker lief noch, als die Tische rundherum allesamt schon belegt waren. "Wir haben hier im vergangenen Jahr schon zum Festival gespielt und wurden diesmal wieder gebucht", so Jürgen Ackermann. "Da scheinen wir wohl einiges richtig gemacht zu haben." Rappelvoll ging es am Kneipenfestabend auch in der City-Bar Ponytail zu. Barkeeper Lars Höppe kam mit dem Cocktail- shaken kaum nach. Und im Keller sorgte Radiomann Lutz Escher dafür, dass die Besucher ihre Arme und Beine "shakten".

Malte Ziegenhagen, Kapitän der Basketballmannschaft Niners, stieg am Freitag in der Eventhalle Kraftverkehr aufs Rad und strampelte sich einen ab. Hat er sein Training vom Fitnessraum in die ehemalige Busreparaturwerkstatt verlegt? Nein! Der Sportler, der als Spitzentyp unter den städtischen Athleten gilt, soll künftig mit seiner fröhlichen und erfolgversprechenden Art Sympathiepunkte für die Veranstaltungshalle sammeln. Kraftverkehr-Betreiber und Mercedes-Autohaus-Inhaber Andreas Wöllenstein hat den sonnigen Malte deshalb nun zum Markenbotschafter ernannt. Damit reiht sich Ziegenhagen in eine ganze Riege von Chemnitzern ein, die als solche Botschafter für Fortschritt, Errungenschaften und Chemnitz-Liebe trommeln - "unter Vertrag" sind unter anderen auch Dreispringerin Kristin Gierisch und Musiker Martin Schmitt. Neben seinem Radeleinsatz auf der nun in der Eventhalle gelaufenen Karriere-Messe "Perspectiva!" drehte Malte Ziegenhagen auch ein Selfie-Video, in dem er in die Halle schaute.

Sylvia Martens, Sängerin unter dem Künstlernamen Nea, gratulierte mit einem Ständchen: Am Freitag und Samstag wurde im Neefepark der 25-jährige Centergeburtstag gefeiert. Manager Manfred Haendly, seit zehn Jahren in dem Job, zog da mal kurz Bilanz: "In all den Jahren haben wir hier etwa 80 Millionen Menschen begrüßt. Das ist so, als wäre jeder Deutsche einmal hier gewesen." Zum Jubiläum wurde eine Riesentorte angeschnitten.

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