Stadtgeflüster: Juweliere feiern und schmücken Tänzer

Eröffnungsparty im Traditionshaus Roller, Geldspritze nach dem Kita-Brand und Oldie-Rallye rund um die Ostsee.

Sascha Paar (Foto), Ensemblemitglied des Chemnitzer Balletts, stand mit einer dicken Perlenkette gleich am Eingang. So schön kann nobler Perlmutt eben auch an Männern glänzen! Die Kette hatte der Tänzer zur Eröffnung des neuen Roller-Juweliergeschäfts am Samstagabend von Andrea Kippig umgehangen bekommen, leihweise, versteht sich. Die Juweliere sind große Theaterfans. Kurz zuvor hatte die Vertreterin einer der traditionsreichsten Chemnitzer Handelsfamilien die Roller-Geschäftsführung an ihren Sohn Carsten Schmidt-Kippig übergeben. Vor allem wurde an dem Abend jedoch das neue Ladengeschäft bestaunt. Über zwei Etagen gibt es nun in edlem Holz-, Glas- und Design-Ambiente die bekanntesten Schmuckmarken der Welt zu kaufen - Uhren aus Glashütte und Porzellan aus Meißen inklusive. Gucken wollte das Who is Who der Chemnitzer. Politiker, Unternehmer, Kulturleute standen Schlange, um zur Eröffnung zu gratulieren.

Franziska Klimant, Vorsitzende des Elternvereins der Kita "Krabbelkäfer", freute sich riesig. Für die Einrichtung gab es jetzt eine dicke Finanzspritze von der Town&Country-Stiftung. Eigentlich unterstützt diese in Not geratene Bauherren. Nachdem aber im Dezember 2018 das Gartenhaus der Kita in Brand geraten war und damals allerlei Spielgeräte in Flammen aufgingen, engagierte sich die Stiftung nun hier und überwies 1000 Euro für die Behebung der Schäden.


Juliane Uhde und Jens Kreißl, Sachbearbeiterin bei der Stadt und Vertriebler in einem Softwareunternehmen, haben die Bürostühle gegen die Fahrsitze eines 34 Jahre alten Mercedes-Oldtimers eingetauscht. Und mit dem Fahrzeug wagen sie in den kommenden 14 Tagen ein echtes Abenteuer. Sie beteiligen sich an der Baltic-Sea-Rallye, der nördlichsten Rallye der Welt. Über eine Strecke von etwa 7500 Kilometern wollen sie die Ostsee umrunden und dabei zehn Länder passieren. Am Samstag fiel in Hamburg der Startschuss. Vor der beeindruckenden Kulisse der Elbphilharmonie stiegen die Chemnitzer in ihren Benz und fuhren Richtung Lübeck. "Du bist zu spät abgebogen", rief Jens Kreißl seiner Beifahrerin kurz nach der Abfahrt zu. "Wir müssen nicht in die Stadt rein, sondern auf die nächste Insel." So läuft das, wenn man auf große Tour geht, moderne Navigationssysteme aber verboten sind. "Navigiert wird mit Landkarte", so Jens Kreißl. Falls sich die beiden unterwegs in die Wolle kriegen, können sie ja Freunde anrufen. Die unterstützen das Paar nämlich mit aller Kraft. Das Autohaus an der Blankenburg hatte ihnen den Mercedes für die Tour geliehen. Die Vertriebler vom Marx-Bier sponserten die Tour, ebenso wie die Spirituosenmacher der Chemnitzer Marke Eierlikörz. Sie alle sorgen auch dafür, dass Juliane und Jens eine Menge Geld mit ihrer Tour sammeln können. Der Erlös ihrer Rallye geht später an den Chemnitzer Verein Unikero, der sich für sportliche Kinderprojekte einsetzt.

Christa Winkler (Foto), gute Seele des Kreativraums "DenkArt" auf dem Sonnenberg, hatte sich seit Monaten auf die Veranstaltung "Hang zur Kultur" gefreut. Und dann das! Kurz vorher verletzte sie sich bei der Gartenarbeit und brach sich das Fersenbein. Nun musste sie beim großen Fest auf dem Sonnenberg im Rollstuhl Platz nehmen. Das hielt sie aber nicht davon ab, ihr Herzensprojekt auch mit Gipsbein zu unterstützen. Die Markuskirche, die Galerie FerdinArt, eben der Kreativraum "DenkArt", das Naturkundemuseum mit der Grabungsstelle an der Glockenstraße, das Bürgerzentrum: Diese und noch viel mehr Einrichtungen des südlichen Sonnenberges hatten am Samstag von nachmittags bis in die Abendstunden ihre Türen geöffnet. Die Betreiber zeigten Kunst, Stadtgeschichte und kulinarisches Können.

Thomas Stoyke, Manager des Chemnitz-Centers, stellte seine Ladenstraße am Samstag fast 40 Kinder-Kickern zur Verfügung. Er hatte den Bereich unterm schützenden Sonnendach im Zentrum der Mall in einen richtigen Fußballplatz umgestaltet. Und dort trugen neun Mannschaften mit jeweils vier Spielern ein Mini-Turnier der G-Jugend-Fußballmannschaften aus. Vereine aus dem ganzen Stadtgebiet hatten sich beteiligt, als es um den Kuddel-Cup, benannt nach dem Center-Spielplatz Kuddeldaddeldu, ging. Einigen Erwachsenen juckte es da auch in den Füßen: Sie zeigten ihre Spielstärke dann an einer daneben aufgestellten Torwand.

Und kickten so einfach mit.

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