Stadtgeflüster : Kubas Diplomat guckt sich Chemnitz an

Ein Empfang mit heißer Diskussion, ein Hoch auf einen bekannten Mathematiker und ein Dankeschön an eine treue Seele.

Ramon Ignacio Ripoll Diaz, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter des Staates Kuba, besuchte mal wieder Chemnitz. Mal wieder? Ja klar, denn er hat in Chemnitz sogar schon getanzt. Vor zwei Jahren, da war er noch designierter Gesandter, weilte er als Ehrengast schon beim Landesindustrieball in der Stadthalle. Diesmal hatten den Diplomaten die Betreiber des Polit-Kulturraumes "Rothaus" eingeladen. Und so konnte der Gast aus Lateinamerika die Stadt noch einmal kennenlernen. Auch die Landtagsabgeordneten Susanne Schaper und Klaus Bartl hießen die Kubaner willkommen. Gemeinsam mit Bürgermeister Miko Runkel diskutierten sie mit Ramon Ignacio Ripoll Diaz und dessen Entourage, dazu gehörten seine Gattin Maria Milagros Franco Sudrez sowie die Botschaftsvertreter Ivet Lopez und Dacheri Lopez, über grenzübergreifende gesellschaftliche Themen. Unter anderem ging es um das heiße Eisen "Ehe für alle". Denn dieses Thema steht auch in Kuba in diesen Tagen immer wieder auf der Agenda. Nach der Diskussion ging es auf Tour. Susanne Schaper: "Ursprünglich wollten Freunde vom Verein Cuba-si mit den Angehörigen der Botschaft einen Ausflug ins Erzgebirge machen. Das haben sie wegen der schwer einschätzbaren Witterungsbedingungen aber gelassen." Also besuchten Ramon Ignacio Ripoll Diaz und seine Delegation das Marx-Monument. Die Büste hatte der Kubaner vorher schon bewundert, in einer Ausstellung, die derzeit das Rothaus schmückt.

Helmut König, einer der anerkanntesten Mathematiker Deutschlands, feierte am Dienstag seinen 90. Geburtstag. Der Chemnitzer gilt als Begründer des 1981 gestarteten Adam-Ries-Wettbewerbs, einem mathematischen Wettstreit für die Klassenstufe Fünf, der heute länderübergreifend mit Teilnehmern aus Bayern, Thüringen, Sachsen und der nordböhmischen Region um Most hohe Popularität erfährt. Seit 1977 bis heute arbeitet er zudem in der zentralen Aufgabenkommission der Mathematik-Olympiade als Gutachter mit. Ein Leben für die Mathematik: König schaut nämlich nicht nur selbst gern auf die Zahlen, er möchte vor allem der Jugend Lust auf die knifflige Wissenschaft machen. Nach der politischen Wende ist er es, der die Gründung des Bezirkskomitees zur Förderung mathematisch-naturwissenschaftlich begabter und interessierter Schüler forciert. Bis 2006 ist er Vorsitzender der Initiative, noch immer wirkt er als aktives Mitglied mit. Er qualifiziert auf diesem Weg Fachlehrerinnen und Fachlehrer in Fortbildungen. Sein Ruf reicht bis in die obersten Etagen des Landes: Dr. Helmut König wurde 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2008 mit der Ehrennadel des Mathematik-Olympiaden-Vereins geehrt. Seinen Geburtstag feierte er im Landesamt für Schule und Bildung. Das Rahmenprogramm gestalteten da jedoch nicht die Mathematiker, aber auch Schüler. Nämlich die von der Musikschule.

Tina Barthel, Mitarbeiterin im Achat-Hotel in Chemnitz, wurde jetzt von ihrer Firmenleitung ausgezeichnet. Genau 20 Jahre ist sie nun im Dienst des Unternehmens. Gleich in der Nachbarschaft zum Druckzentrum, auf der Winklhoferstraße, steht das Hotel, in dem Tina Barthel so fleißig arbeitet. Die heute 40-Jährige begann vor zwei Jahrzehnten von der Pike auf zu lernen, was im Gastgewerbe wichtig ist. "Sie ist sozusagen ein echtes Achat-Eigengewächs", meint ihre Vorgesetzte Susanne Leimbert. In ihrer Laufbahn war die zweifache Mutter Tina Barthel in unterschiedlichen Positionen im Achat-Unternehmen tätig gewesen, ihre Stammregion sei immer ihre Heimat Sachsen geblieben, so die Teamleiterin weiter. Barthel leitete sieben Jahre das Achat-Comfort-Hotel Messe-Chemnitz. Nach einer Babypause kehrte sie im März 2014 zurück und leitete erneut den Standort Chemnitz. Als sogenannte Cluster-Managerin ist sie seit 2017 zudem für das Achat-Premium-Haus in Zwickau verantwortlich.

Marko Wunderlich (Foto), Vorstand des Lebensmittelunternehmens Friweika, sahnte den ersten großen Chemnitzer Wirtschaftspreis des noch jungen Jahres ab. Mario Beier, Agenturinhaber und Präsident des Marketing-Clubs, überreichte den sogenannten Meilenstein an den Chef der Firma, die ihren Fokus auf die Verarbeitung der Kartoffel legt. Wer den Meilenstein, der seit mehr als 20Jahren von den Chemnitzer Marketingexperten vergeben wird, haben möchte, muss einige Kriterien erfüllen. "Dazu gehört eine tragfähige unternehmerische Idee, ein überzeugendes Marketing, eine gute Position am Markt und die Beispielwirkung für die Entwicklung der Region", erklärt Mario Beier. Die Steinmetzarbeit, in die "Chemnitzer Meilenstein" graviert ist, soll die Bekanntheit der Firmen erhöhen, die Unternehmensführung und die Mitarbeiter in ihrer Teamarbeit bestärken und andere Unternehmen, Investoren und Existenzgründer in ihrer unternehmerischen Initiative ermutigen. Etwa 70 Zuschauer verfolgten die Verleihung.

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