Stadtgeflüster : Mit dem Schnorchel in den Keller

Die Kabarettisten in Urlaubslaune, ein Stadtrat im historischen Kostüm und ein hungriger Unternehmer in Partystimmung.

Andreas Zweigler, Kabarettist, tauchte in der vorigen Woche in besonderer Aufmachung im Keller unter der Markthalle auf. Mit Shorts, Sandalen und Schnorchel im Mund schritt er an den Tresen. "Einen Cocktail, bitte", gab er bei Wirt Gert "Karo" Schwarz die Bestellung auf. "Ich bin jetzt in Ferienlaune", so Zweigler weiter. Es dauerte keine zehn Minuten, und seine Kollegen hatten ihn umringt - mit Badehandtüchern über der Schulter, Strohhüten auf dem Kopf und Sonnenbrillen im Haar. "Eine Urlaubsrunde bitte", rief Kabarettistin Ellen Schaller in die Runde. Es war das letzte Mal für die nächsten Wochen, dass alle Darsteller des Chemnitzer "Brettls" noch einmal zusammenhockten. Denn nun zerstreuen sie sich in alle Richtungen. Zweigler macht Liebesurlaub mit seiner Frau in Paris, seine Tochter Bettine zeltet mit ihren Kindern im Schrebergarten. Gerd Ulbricht startet zu Wanderferien in Österreich, sein Sohn Paul stapft durch den Bayerischen Wald. Ellen Schaller gräbt auf Hiddensee die Füße in den Sand, und Martin Berke will radeln. Ihre Bühne machen sie deshalb trotzdem nicht dicht. Denn irgendwer ist immer da und spielt fürs Publikum. Vorverkaufsstellenleiterin Kerstin Hensel: "Ab Ende Juli spielen wir jedes Sommerwochenende verschiedene Stücke."

Daniel Förster (Foto), Pfarrer in der Kirchgemeinde Kleinolbersdorf-Altenhain, trägt seit Jahr und Tag einen kurzen Bart um den Mund. Nun hat er ihn mal abgelegt. Nicht, weil er eine Wette verloren hat. Der Kirchenmann ist unter die Schauspieler gegangen. Für die Dokumentation über den Baumeister Christian Friedrich Uhlig, der unter anderem die Spinnmühle "Alte Merkelfabrik" in Kleinolbersdorf errichtete, musste er seine für die Spielzeit viel zu moderne Gesichtsbehaarung abrasieren. "Mach ich glatt", hatte er doppeldeutig gesagt. Und auch ein Chemnitzer Stadtrat wirkte bei den Dreharbeiten mit. CDU-Mann Jürgen Leistner übernahm kurzerhand die Hauptrolle und schlüpfte ins Uhlig-Kostüm - "neue" Ehefrau inklusive. Denn Leistner musste nicht nur stundenlang in die Maske, sondern bekam gleich noch eine Filmgattin dazu. Vorgestellt wird der Streifen von Regisseur Michael Teuchert am 25. August in der Spinnereimühle.

Malte Laub, Immobilienunternehmer, hatte im Mai einen Riesenritt hingelegt. Er ging in Hamburg als Sieger des schwierigsten Amateurderbys der Welt vom Platz. Jetzt fand er Zeit, dies gebührend zu feiern. In sein Haus hatte er am Montag Freunde eingeladen, darunter natürlich jede Menge reitsportbegeisterte Menschen. Ein enger Freund Laubs, der Leisniger Gestüt-Inhaber Michael Kölz, konnte bei der Fete genau nachfühlen, wie es seinem Gastgeber beim Sieg im Sattel damals ging. Denn Kölz hatte erst vor wenigen Wochen einen anderen Reittriumph nach Sachsen holen können: Er hatte bei den Deutschen Meisterschaften im Springreiten die Bronzemedaille erkämpft, seine Frau Ellen wurde am Sonntag sächsische Meisterin in dieser Disziplin. Zu Malte Laubs Party standen aber nicht nur die Reitsportler im Mittelpunkt. Musiker Martin Schmitt, Agenturchef Mario Beyer und Weinhändlerin Karoline Wagner waren unter anderen zu dem privaten Grillfest, welches ursprünglich auch als WM-Party für die später ausgeschiedene deutsche Fußballmannschaft geplant war, gekommen. Und weil Malte Laub mit so vielen Freunden quatschen wollte, kam er selbst nicht zum Essen. Spätabends stellte er sich dann einfach persönlich an den Grill und stibitzte die letzten Fleischstücke vom Rost.

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