Stadtgeflüster : Promis lassen sich in Chemnitz bewirten

Vor dem Konzert, nach dem Konzert oder mal zwischendurch: In den letzten Tagen bekamen Gastronomen berühmte Gäste.

Toni Krahl, Frontmann der Rockband City ist als cooler Typ bekannt. Das bewies er jetzt wieder, als er in Chemnitz einkehren wollte. In der vergangenen Woche kam er ins Restaurant Schalom. Inhaber Uwe Dziuballa hatte zwar sofort erkannt, wer da vor ihm stand, aber er musste zunächst trotzdem bedauernd mit den Schultern zucken. "Wir sind ausgebucht", meinte er. "Da wird es auch schwierig, einen Toni Krahl unterzubringen." Der Rockmusiker, der regelmäßig in der Stadt weilt, weil seine Ehefrau Tanja, ebenfalls eine Musikerin, aus Chemnitz stammt, blieb entspannt - und wurde für seine Allürenfreiheit belohnt. Denn zufällig stand gerade eine Gruppe auf der Terrasse auf. Dort konnte Dziuballa den besonderen Gast zum gemütlichen Dinner mit seiner Gattin dann platzieren. Besonders lustig: Eine andere Gesellschaft, die bereits vorher im Lokal Platz genommen hatte, sprach just im Moment, als Toni Krahl das Restaurant betrat, über dessen berühmtesten Song "Am Fenster". "Das war urkomisch", so Dziuballa. "Sie unterhielten sich darüber, den Song letztens erst als besonderen Einspieler bei einem Fest aufgelegt zu haben, und plötzlich stand der Interpret neben ihrem Tisch. Ein irrer Zufall war das." Dziuballa selbst blieb übrigens ebenfalls ganz cool, als der City-Mann plötzlich vor ihm stand. Berühmten Besuch ist er schon gewohnt. Mal abgesehen von prominenten Politikern wie Angela Merkel und Michael Kretschmer haben bei ihm auch schon TV-Moderatoren und Literaten wie Michel Friedmann oder Amos Oz gegessen.

Mark Bauer, Inhaber des City-Pubs, hatte Toni Krahl auch schon zu Gast, weil dessen Ehefrau häufiger mit ihrer Band "Sonic Society" in der Kneipe im Terminal 3 auftritt. "Da hat Toni sogar schon mit auf der Bühne gestanden", sagte Mark Bauer jetzt. Und er erinnerte sich an eine andere Promi-Geschichte. "Ich hatte mal Otto Waalkes an meiner Bar und habe es selbst gar nicht bemerkt, weil ich derweil in der Küche gebrutzelt hatte." Dieser Tage rechnete er wieder mit Promi-Besuch. Da gastierte seine Lieblingssängerin Amy MacDonald auf der Filmnächte-Bühne auf dem Theaterplatz. "Sie geht meistens nach dem Konzert noch in Kneipen feiern", wusste Bauer. Diesmal habe sie aber leider zum nächsten Gig nach Altötting gemusst, bedauerte der Chemnitzer. Verabredet haben sich Mark Bauer und Amy MacDonald nun für ein anderes Mal via Instagram. "See you there", schrieb sie ihm zurück, als er sich per Onlinepost aufs nächste Konzert freute.


Armin Hink, Gastronom und Golfspieler, hat erst vor wenigen Tagen sein neues Lokal "Eisen 1" am Platz am Wasserschloß Klaffenbach eröffnet. Und schon kam der erste Promi reingeschneit: Musiker Gregor Meyle. Hinks angestellter Koch Denny Friedrich, der in dem Restaurant bereits unter dem Vorgängerbetreiber gearbeitet hatte, meinte: "Gregor kam im vergangenen Jahr schon zu uns und hatte sich nun daran erinnert." Spät am Abend servierte Denny Friedrich dem Musiker noch Rosmarinkartoffeln und Hähnchenbrust.

Susanne Schubert, Servicemitarbeiterin im "Miramar", freute sich derweil letztens über Besuch von Schlagersänger Roland Kaiser. Er wird langsam zum Stammgast auf dem "Balkon von Chemnitz", so wird der Biergarten liebevoll genannt. Nun kam er vor seinem Konzert am Hartmannplatz vorbei. "Ich wollte ihm erst einen Platz abseits des Fantrubels anbieten", meinte sie. "Aber er hatte keine Berührungsängste und wollte mittendrin sitzen." Das habe Susanne Schubert, die selbst kein Fan der Schlagermusik ist, imponiert. "Das sympathische Auftreten von Roland Kaiser wird mir in Erinnerung bleiben."

Gernot Roßner, Gastronom aus Chemnitz, ist wahrscheinlich der Restaurantinhaber, der bisher die meisten Prominenten auf Chemnitz-Besuch bewirtet hat. In seinem Lokal "Heck-Art" hängt eine ganze Foto-Galerie mit berühmten Besuchern. "Wir hatten Helmut Kohl da und Günter Grass", sagt er. Außerdem hätten zu Lebzeiten Musiker Udo Jürgens, Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Moderatorenlegende Dieter Thomas Heck im "Heck" gespeist. "Am meisten hatten wir uns jedoch über das Lob von TV-Gourmet Alfred Biolek gefreut", so Roßner. Vor allem wegen seiner Nähe zur Stadthalle würde das Restaurant an der Mühlenstraße regelmäßig von Veranstaltern empfohlen.

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