Stadtgeflüster: Safran, Schweine und ein Schwips

Im Wasserschloß wurde genossen, im Chemnitz-Fluss gebadet und im Einkaufscenter mit dem Rad gesprungen.

Boris Kunert, Marmeladenproduzent und Safranzüchter aus dem ostsächsischen Stolpen, verblüffte am Wochenende die Besucher der Klaffenbacher Genusstage. Bei der Spezialschau im Wasserschloß erklärte er ihnen, warum Safran so wertvoll ist und wie er auf die Idee kam, das Gewürz überhaupt in der Region anzubauen. "Das ist eine überlieferte Tradition", erzählte er. "Bis 1570 wurde Safran hier in Sachsen angepflanzt." Das Nobelgewürz gilt als eines der teuersten der Welt. Sein Preis ist vergleichbar mit dem für Gold. Warum das so ist? "Weil es so um die 300 Blüten des Safran-Krokusses braucht, um ein Gramm Gewürzpulver daraus zu erhalten", so Boris Kunert weiter. Die im Oktober und November blühenden Knollenpflanzen seien zudem durstig. Es brauche jede Menge Wasser, um die Safranblüten aus diesen Knollen zu bilden. Im vergangenen Dürre-Jahr mussten Kunerts Mitarbeiter wegen der Trockenheit junge, kräftige Pflanzen nachsetzen. Das edle Gewürz ließ er in Marmelade und Honig verarbeiten. "Viele Menschen können mit Safran, ohne konkrete Rezeptideen im Kopf zu haben, wenig anfangen." In Honig und Marmelade könnten sie die leichte Mandelnote dagegen sofort schmecken.

Melanie Nagy, Mitarbeiterin der gleichnamigen Fleischerei, verwöhnte die Gäste der Genussmesse im Wasserschloss derweil mit deftigen Schmankerln. Die Spezialität der Fleischerei, die sich auf ungarische und erzgebirgische Traditionen beruft: Die Mitarbeiter verarbeiten das Fleisch vom Mangalitza, dem Wollschwein. Die Rasse war fast ausgestorben, wird heute fast nur noch in Ungarn gezüchtet. Das marmorierte Fleisch soll besonders zart, mineralhaltig und vor allem cholesterinarm sein. Die Klaffenbacher Genusstage führte Wasserschloß-Mitarbeiterin Annekathrin Lehmann unter ihrer Regie. Sie organisierte die Naschmesse gemeinsam mit dem Neukirchner Unternehmer Hans-Dieter Zwahr und dessen Ehefrau. Am Freitag freuten sich die Macher auch über hohen Besuch. Nils Sebastian Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen besuchte den Stand seiner Schnapsbrennerei. Der Blaublüter sorgte dafür, dass die Besucher einen kleinen Schwips mit nach Hause nahmen.


Thomas Beneking, Rechtsanwalt und Mitglied im Lions-Club Chemnitz, hatte vor Jahren die Idee, knallgelbe Entchen zum guten Zweck in der Chemnitz schwimmen zu lassen. Jedes Jahr zum Stadtfest werden die Gummitiere seitdem von der Bierbrücke aus ins Wasser gelassen, treiben dann entlang der Markthalle bis zur Hartmannstraße. Alle Jahre wieder gibt es ein paar Monate nach dem Stadtfest die große Erlösübergabe. Diesmal schütteten die Lions-Mitglieder 17.430 Euro aus, die an Vereine in der Stadt gehen, die sich der Jugendarbeit widmen. Die Helfer einer Einrichtung freuten sich besonders über ihren Anteil: die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Glösa. Sie kümmern sich nicht nur rührend um die Ausbildung ihres Nachwuchses. Sie geben den gelben Entchen übers Jahr auch ein Dach über dem Kopf. Derzeit lagern die 5000 Gummitierchen nämlich im Gerätehaus der Glösaer. "Wir sind es auch, die das Entenrennen absichern", sagte Wehrleiter Oliver Jungnickel. Mit 30 aufgeblasenen Löschschläuchen umranden sie etwa das Flussbett, damit keines der Entchen im Ufergestrüpp strandet. "Irgendein Kollege muss jedes Mal in Wathosen ins Wasser, um helfend einzugreifen", so Jungnickel. "Und wirklich jedes Mal ist einer von uns dabei komplett ins Wasser gefallen." Vom Gesamterlös bekommen die Glösaer Feuerwehrleute nun mehr als 1000 Euro. Das Geld stecken sie in rucksackartige Übungspressluftapparate, die extra für Kinder angefertigt wurden und entsprechend leicht sind.

Marco Hösel, sechsfacher Weltmeister im Trial, einer speziellen Radsportdisziplin, wechselte sich mit seinem Kollegen Hannes Herrmann ab. Auch der sechsfache deutsche Meister gehört zur Weltelite in dieser Sportart. Gemeinsam begeisterten sie an den vergangenen drei Wochenenden die Besucher im Chemnitz-Center. Dort führten sie waghalsige Stunts vor, ganz Mutige durften sogar zu Boden gehen. Wer Mumm hatte, legte sich nämlich einfach flach auf die Erde und ließ die Trial-Fahrer mit ihren Rädern über sie hinweg hopsen. Was zum Hände-vor-den-Mund-halten aussah, machten die Sportler mit lässiger Routine. Hannes Herrmann etwa hatte seine Stunts erst letztens in der Reihe "Das Supertalent" auf dem TV-Jurypult vor Musiker Dieter Bohlen gezeigt.

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