Stadtgeflüster: So reifen die Pläne für den Opernball

In knapp 14 Tagen verwandelt sich das Theater wieder in einen Tanzsaal. Schon jetzt wirft die Party ihre Schatten voraus.

Sophia Hirschberg, Schülerin am Pufendorf-Gymnasium in Flöha, ist schon aufgeregt. Als Debütantin wird sie den diesjährigen Opernball am 8. Februar mit eröffnen. Sie ist eine von 48 Jugendlichen, die zur Pärchen-Choreografie aufs Parkett schreiten werden. "Das sind so viele Tänzer wie noch nie", freut sich Tilo Kühl-Schimmel. Gab es zunächst zu wenige Bewerber, die am Eröffnungstanz teilnehmen wollten, meldeten sich nach einem Aufruf der "Freien Presse" letztendlich so viele Debütwillige, dass das Starterfeld von 21 auf 24 aufgestockt werden konnte. Nun hofft Kühl-Schimmel, dass zum Ball das Publikum die Nachwuchstänzer auch gebührend behandelt. "Der Einmarsch der Debütanten ist ein Höhepunkt. Allerdings sind begehrte Zuschauerplätze dort richtig umkämpft." Manche Gäste würden, um einen guten Aussichtspunkt zu haben, ihre Ballstühle direkt aufs Parkett stellen - dorthin, wo die Tänzer auflaufen sollen. "Am besten sieht man die Choreografie aber von den Theatersitzen aus", so Kühl-Schimmel.

Mario Köppe, Organisator des Opernballs, kann mehrere Neuigkeiten für die diesjährige Tanzgala verkünden. So wird das einleitende Ballprogramm auf der Bühne diesmal ein Mann moderieren. "Lars Redlich, Musiker und Comedian, wird das übernehmen", so Köppe. "Komikerin Katrin Weber hatte mich selbst darum gebeten, in diesem Jahr einen Nachfolger zu suchen, um die Einführung des Balls abwechslungsreich zu gestalten", so der Organisationschef. Eine Premiere wird auch sein, dass es einen Liveauftritt in der Orpheus-Bar gibt. Dort serviert Barkeeper Nico Kunz Cocktails. Die Disco-Diva Pamela O' Neil wird vom Rangfoyer in die Kellerbar kommen, um auch dort ihre 1970er-Jahre-Songs zu schmettern.

Karl-Heinz Schilling, Chemnitz' prominentester Herrenausstatter, muss seinen eigenen Ballfrack anpassen lassen. "Ich habe ein bisschen abgenommen", sagte er jetzt. Die Änderungen lässt er von Schneider Thomas Knott einarbeiten. Wenn sich einer in Sachen Herrenmode auskennt, dann ist das Schilling. "Zum Opernball geht der modebewusste Mann mit Stil ausschließlich im Smoking mit schwarzer Fliege oder im Frack mit weißer Fliege", sagt er. "Bunte Krawatten oder Fliegen sind Schnickschnack." Er empfiehlt auch, die Fliege selbst zu binden. "Beim Ball schaue ich nicht mehr wie andere das machen, da will ich mich mit meiner Frau und Freunden amüsieren", so Schilling. "Eine an Häkchen eingehängte Fliege würde ich aber sofort erkennen."

Hella Erler, wiederum die bekannteste Modemacherin und -händlerin der Stadt, hat jetzt in ihrem Geschäft an der Hartmannstraße Konjunktur. Täglich kommen Damen herein, die noch ein passendes Kleid für den Abend suchen. In dieser Woche probierte Katja Kroll zwei Roben an - eine rauschende silberne, eine körperumfließende goldene. "Ich habe in Leipzig nach Modellen gesucht, eine ganze Lieferung an Kleidern aus dem Internet wieder zur Post gebracht - nun bin ich doch wieder bei Hella Erler im Geschäft gelandet", sagte sie. "Jetzt entscheide ich mit Freundinnen und meinem Mann, welches der beiden Kleider es wird." Händlerin Hella Erler weiß, wie frau gut gekleidet auf dem Parkett erscheint: "Im bodenlangen Kleid natürlich", sagt sie. Ob es dann eine bunte oder glänzende Robe wird, mit Pelzjäckchen, Tüllschal oder Spitzenbesatz, komme ganz auf den Geschmack der jeweiligen Trägerin an, so die Modeexpertin.

Susan Hutter, Ballgastronomin, dürfte einige der wenigen Frauen sein, die in flachen Schuhen den Ball besucht. Kein Wunder: "Vor einigen Jahren hatte ich mal anhand eines Schrittzählers gemessen, dass ich bei so einem Ball 48 Kilometer gelaufen bin", sagte sie nun. Etwa 110 Mitarbeiter werden den Service des Balls absichern. Gestellt wird das Personal unter anderem vom Team Brenner. Ulrike Drischmann, Büroleiterin vom Standort Chemnitz: "Viele Servicekräfte möchten explizit beim Chemnitzer Opernball arbeiten, weil die Stimmung gut ist und das Trinkgeld stimmt."

Anna-Katharina Götz, Inhaberin des Salons Götz an der Bergstraße, hat jahrelang Ballgäste frisiert - nicht nur in Chemnitz, sondern auch in Wien, Leipzig und Dresden. "Ich erinnere mich gern daran", so die Chemnitzerin mit oberpfälzischen Wurzeln. Ihre Empfehlung für die perfekte Ballfrisur? "Persönlichkeit ist das A und O. Niemand muss eine strenge Hochsteckfrisur tragen. Trendy sind auch sanfte Locken oder ganz glatte, offene Haare."


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