Stadtgeflüster : Türchen auf: die Hausnummer mit Musik

Ein Adventskalender erwacht zum Leben, eine Agentin trifft ihre Lieblingssängerin und ein Schlagerstar beweist Näschen.

Grit Linke, Chemnitzer Stadtführerin, organisiert eine Veranstaltung, über die sie selbst bescheiden sagt: "Ich stehe doch da gar nicht im Mittelpunkt. Es ist die ganze Hausgemeinschaft, die sich hier ins Zeug legt." Das ist die Geschichte dahinter: Die Mozartgesellschaft rief vor sechs Jahren den "Lebendigen Adventskalender" ins Leben. Täglich zwischen 1. und 24. Dezember öffnen sich seitdem die Pforten Chemnitzer Privathäuser und Einrichtungen, um im Hauseingang kleine kulturelle Häppchen zu servieren. Am 8. Dezember trifft sich zuverlässig alle Jahre wieder der halbe Kaßberg vor der Hausnummer 8 der Lessingstraße. Dort wohnt nicht nur Grit Linke, sondern auch 14 andere Mietparteien, und die stellen für die Adventsaktion ein besonders pralles Programm zusammen. Der Posaunenchor der Trinitatiskirche, Pädagogen der Musikschule, eine junge Violinistin, eine Fagottino-Spielerin, das Fagott-Ensemble der Musikschule und ein Akkordeonspieler werden reihum musizieren. Dazu gibt's Glühwein, Punsch und Speckbemmen. Der Erlös vom vergangenen Jahr ging an eine bedürftige Chemnitzer Familie. In diesem Jahr sollen die Einnahmen an den Elternverein krebskranker Kinder gespendet werden.

Inge Oehme (Foto), Vorstandsvorsitzende des Elternvereins krebskranker Kinder, nahm erst in der vergangenen Woche einen dicken Scheck entgegen. Nach einem Teilnehmerrekord bei der Sportveranstaltung "Laufend gegen den Krebs" konnten die Organisatoren, nämlich die Sächsische Krebsgesellschaft mit Unterstützung der TU Chemnitz und des Stadtsportbundes, insgesamt mehr als 22.000 Euro Reinerlös einnehmen. Ein Teil davon, 7700 Euro, wanderte jetzt aufs Konto des Elternvereins.

Christian Westerhausen (Foto), Rechtsanwalt und amtierender Präsident des Lions-Clubs Schmidt-Rottluff, öffnete symbolisch ebenfalls die Brieftasche. Er hatte 16.000 Euro zu vergeben. Die Penunzen waren im Oktober bei der Tombola zum Herbstball im Chemnitzer Hof zusammengekommen. Genau dort trafen sich einige Klubmitglieder, um die Verantwortlichen mehrerer Kinder- und Jugendeinrichtungen finanziell zu beglücken. Unter anderem profitieren nun der Trägerverein Perspektiven für Familien, das Haus Kinderland, der Verein Lucas Stern und der Jugendtreff Domizil von dem Geld.

Waltraud Raubold, Künstleragentin aus Auerswalde, trifft regelmäßig Stars und Sternchen, weil sie prominente Handabdrücke für den sogenannten "Fernwehpark" im oberfränkischen Oberkotzau koordiniert. Im Rahmen dieser Aufgabe traf sie nun eine Musikerin, die ihr besonders ans Herz gewachsen ist: Rockröhre Suzi Quatro. "Schon seit den 1970er-Jahren bin ich ein glühender Fan von ihr", so Waltraud Raubold. Zwischen Soundcheck und Konzert plauderten die Damen nun in der Stadthalle.

Ella Endlich, Musikerin, hatte am Dienstag einen Kurzauftritt im Neefepark. Nachdem sie ihre neuesten Lieder präsentiert hatte, kam ihr eine spontane Idee: "Lasst uns die Fotoanfragen und Autogrammwünsche doch in der Parfümerie erfüllen!" Das Center ist derzeit nämlich eine Baustelle und in der Dufthandlung gab es nicht nur den größeren Glamour-Faktor, sondern auch den feineren Hauch fürs Näschen. "Unsere Kollegen haben sich jedenfalls riesig über Ella Endlichs Idee gefreut", sagte Parfümerie-Chefin Elisa Burger jetzt. Sie war von dem Besuch nämlich überrascht worden.

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