Stadtgeflüster : Warum ein Chemnitzer Stöcke schwingt

Aufsehen um eine seltene Sportart, Geld sammeln mit Kraft und Ausdauer, Skifahren mit den berühmten Sportlern.

Torsten Fischer, Inhaber der Kampfsportakademie Chemnitz, hat einen Film produzieren lassen, der im Internet schon tausende Male aufgerufen wurde. Darin sieht man ihn mit Stöcken kämpfen. Was martialisch aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Fischer schwingt die Stöcke nicht, um andere Menschen damit verletzten zu wollen. Die Technik ist Basis einer selten angewendeten Kampfkunsttechnik. "Der Stockkampf wird schon seit Jahrhunderten in vielen Ländern und Kulturen betrieben", erklärte der Chemnitzer. "Deshalb werden noch heute in ausgewählten Studios verschiedene Stile, mal mit einem Einzel-, mal mit einem Doppelstock gelehrt." Der Stock kann dabei einhändig oder beidhändig geführt werden, trainiert wird zudem in unterschiedlichen Distanzen. Je länger der Stock - teilweise sind die Kampfkunstgeräte bis 1,80 Meter lang - umso mehr könne man Koordination, Geschicklichkeit, Genauigkeit, Beweglichkeit und Ausgeglichenheit des Körpers fördern, so der Experte. Erlernt hat Fischer seine Kunst in einem Selbstverteidigungs- und Martial-Art-Studio in Wien, direkt beim Gründer des Kampfsportstils.Dorthin fährt der Chemnitzer nun regelmäßig, um die sportlichen Feinheiten weiter zu verbessern. "Ich bin momentan der Einzige in Deutschland, der die gefragten Instruktorkurse anbieten darf", erklärte er jetzt.

Dominique Görlitz (Foto), Experimentalarchäologe und Buchautor, hatte das Modell seines neuesten Schilfbootes in der vergangenen Woche dort aufgebaut, wo es sonst die neuesten Autos gibt. Der Chemnitzer, der mit seinen prähistorischen Expeditionen nachweisen will, dass bereits interkontinentaler Handel auf dem Seeweg betrieben wurde, bevor beispielsweise Kolumbus sein Schiff bestieg, stellte im Autohaus Schloz und Wöllenstein gemeinsam mit seinen Unterstützern vom Logistikunternehmen Getränke-Pfeifer sein aktuelles Projekt vor. Anhand seines derzeit im Bau befindlichen Schilf- bootes erklärte Görlitz, wie er nun antike Überlieferungen belegen will, die die uralten Handelsfahrten der Ägypter zwischen dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer beschreiben. Dass prähistorische Themen durchaus auch zur Technik der neuesten Automobilentwicklung passen, stellte Autohaus-Inhaber Andreas Wöllenstein klar: "Der Antrieb der Menschen, neue Wege zu erkunden, macht sie doch erst offen für die Zukunft. Das war vor tausenden Jahren so und ist heute nicht anders."


Achim Symanek, Inhaber des Fitnessstudios "Face and Body", hat seine Kunden auf der Vibrationen erzeugenden Power-Plate auf Ausdauer und Kraft getestet und dabei Gutes getan. Er zettelte in seinem Studio einen Wettbewerb an. Für 5 Euro konnten seine Sportler sich untereinander messen. Den Erlös übergab er jetzt an den Verein "Human Aid Collective", eine Initiative, die Nothilfe für Flüchtlinge leistet. Achim Symanek: "Viele Fitnessstudios liefern sich Rabattschlachten, daran wollte ich nicht teilnehmen." Vielmehr habe er entschieden: Wenn wir schon über Geld reden, dann im Zusammenhang mit einem guten Zweck. Insgesamt 500 Euro kamen bei dem studiointernen Wettkampf zusammen.

Uta Ulbricht (Foto), Mitarbeiterin der Agentur Exclusiv-Events, konnte jetzt mal ganz privat ein sportliches Ausnahmeerlebnis genießen. Normalerweise organisiert sie mit ihren Kollegen Großveranstaltungen wie die Modenächte in der Innenstadt, die Chemmy-Sportpreisverleihung oder die Anfang März anstehende Fahrradmesse in der Messe Chemnitz mit. Nun aber hat sie selbst an einem Promi-Biathlonspaß teilgenommen. Einem Kumpel schenkte sie gemeinsam mit Freunden eine Runde Skifahren mit Volltreffer-Effekt. Für den Wintersportspaß buchten sie Biathlon-Europameister Gunar Bretschneider und den deutschen Vize-Meister Sven Kretzschmar. Uta Ulbricht: "Dabei konnte ich wenige Wochen vorher nicht einmal Skifahren. Die Langlauftechnik hatte ich mir geschwind vorher in einem Kurs auf der Kammloipe angeeignet." Uta Ulbricht und ihre Freunde erlebten bei der Biathlon-Fete im sächsischen Altenberg einen besonderen Moment. Denn während sie auf die Wettkampfscheiben zielten, kam ein Mann vorbei und begann die Liegematten abzukehren. "Als ich genau hinschaute, erkannte ich Biathlon-Olympiasieger Michael Rösch, der erst eine Woche zuvor seine aktive Karriere beendet hatte", erzählte Ulbricht gestern. "Er war zum privaten Training auf die Anlage gekommen." Unkompliziert und in Plauderlaune: So erlebte die Chemnitzerin den langjährigen Weltklasse-Athleten.

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