Start für neue City-Bahn-Strecke verzögert sich um einige Jahre

Mit der Bahn direkt von Chemnitz bis Oelsnitz - der Verkehrsverbund Mittelsachsen hat die Hoffnungen auf eine schnelle Umsetzung des Vorhabens gedämpft.

Oelsnitz/Stollberg.

Ende 2016 war der Plan noch dieser: Die Arbeiten an der durchgehenden Citybahnlinie von Chemnitz über Stollberg ins erzgebirgische Oelsnitz - ohne Umsteigen - werden im Jahr 2018 beginnen, für Ende 2019 sei die Inbetriebnahme anvisiert. So sagte es damals Mathias Korda, Chef des Geschäftsbereichs Verkehr/Infrastruktur im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Im September 2017 gab es die erste Korrektur: geplante Fertigstellung sei nun 2021.

Nun klingt der Zeitplan so: "Eine Inbetriebnahme der neuen Strecke ist nicht vor dem Jahr 2022 zu erwarten", sagt VMS-Sprecher Jens Müller. Zu den Gründen der Verzögerung sagt er: "Derzeit werden die Entwurfs- und die Genehmigungsplanung erarbeitet. Dabei fließen auch zahlreiche Abstimmungen mit Anliegern und Trägern öffentlicher Belange in die Planung ein." Auf dieser Grundlage soll das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, nach dessen Abschluss sind zwei Jahre zur baulichen Umsetzung erforderlich." Zudem stehe die Strecke von Chemnitz nach Aue innerhalb der fünf Ausbaustufen des Chemnitzer Modells auf der Prioritätenliste weiter oben.

Das Vorhaben Stollberg/Oelsnitz benötigt 3,5 Kilometer neue Gleise. Zudem müssen die neue sowie ein Teil der Bestandsstrecke elektrifiziert werden. Auf dem Neubauabschnitt entstehen vier Haltepunkte, zusätzlich noch einer in Mitteloelsnitz. Die Taktfolge der Züge soll auf 30 Minuten verdichtet werden. Müller sagt, dass sich an den geplanten Kosten in Höhe von 43 Millionen Euro aus heutiger Sicht nichts geändert hat. Zumindest ist eine Förderung des Vorhabens weiter möglich - das war vor wenigen Jahren noch unklar. Müller: "Mittlerweile hat der Bund beschlossen, das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz fortzuführen." So werde das entsprechende Bundesprogramm bis zum Jahr 2021 auf jährlich eine Milliarde Euro erhöht - und danach dynamisiert. "Somit ist eine Finanzierung des Gesamtprojektes Chemnitzer Modell im Rahmen der Bundesförderung auch über das Jahr 2019 hinaus gesichert", so Müller.

Erst 2019, dann 2021 - nun nicht vor 2022: In den Rathäusern von Oelsnitz und Stollberg ist das Citybahn-Projekt ein wichtiges Thema. Jens Barnickel, Beigeordneter in Oelsnitz: "Eine Fertigstellung im Jahr 2019 war seit längerer Zeit als nicht realistisch anzusehen." Ein Thema sei die Unterquerung der Autobahn - der erneute neue Termin sei daher kaum überraschend. "Die mit Fertigstellung für Fahrgäste nach bzw. in Richtung Chemnitz und zurück entfallende Umsteigenotwendigkeit in Stollberg verbessert die Streckenattraktivität wesentlich. Zumal uns eine engere Taktung der Züge in Aussicht gestellt wurde." Ebenso freue er sich auf die Etablierung eines zusätzlichen Haltepunktes im Bereich zwischen der Inneren Neuwieser Straße und der Albert-Funk-Schacht-Straße, da so die Innenstadt mittels City-Bahn wesentlich besser erreicht wird.

Stollbergs Oberbürgermeister Marcel Schmidt sagt, dass die zeitliche Dimension des Plans von Anfang an sehr eng gewesen war. "Sie beruhte auf der Befristung der Fördermittel." Da sich diese Befristung erledigte habe, könne auch der Druck entfallen, so Schmidt. Stollberg hatte sich vor Jahren an den Planungskosten mit etwa 180.000 Euro beteiligt - um die Realisierung voranzutreiben. Wenn die Strecke gebaut wird, erstattet der VMS der Stadt die Summe später, so der Plan.

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