Start für Omikron-Impfstoffe in Sachsen: Unter 70-Jährige sollen abwarten

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Das Rote Kreuz will ab nächste Woche neue Vakzine gegen die BA.1-Variante des Coronavirus einsetzen. Termine gibt es ausschließlich online. Die Impfkommission sieht allerdings nur einen eingeschränkten Nutzerkreis.

Chemnitz/Dresden.

In Sachsen sollen in wenigen Tagen die ersten Corona-Impfungen mit an die Omikron-Variante BA.1 angepassten Impfstoffen erfolgen. Das Deutsche Rote Kreuz, das die 13 staatlichen Impfstellen im Auftrag des Sozialministeriums betreibt, rechnet mit einer Anlieferung der neuen Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna im Laufe der nächsten Woche. "Wir gehen davon aus, dass ab Ende der kommenden Woche in allen Impfstellen der angepasste Impfstoff zur Verfügung stehen wird", sagte Sachsens DRK-Sprecher Kai Kranich am Donnerstag.

Das Rote Kreuz hat nach eigenen Angaben zunächst 4000 Dosen der neuen Omikron-Impfstoffe bestellt. Vorgesehen seien diese ausschließlich für Auffrischungsimpfungen, erläuterte Kranich. Bei Erst- und Zweitimpfungen würden weiterhin die alten Impfstoffe eingesetzt. Die konkrete Verfügbarkeit in den einzelnen Impfstellen sei abhängig von der Belieferung durch die verschiedenen Apotheken, hieß es.

Das DRK hat inzwischen keine zentrale Logistik für den Einkauf der Impfstoffe mehr und muss über elf verschiedene Apotheken ordern. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt betreibt das DRK aktuell eine Impfstelle. In Südwestsachsen befinden sich diese in Chemnitz und Zwickau sowie in Aue (Erzgebirgskreis), Eich (Vogtlandkreis) und Frankenberg (Mittelsachsen).

Impfungen beim DRK, auch Erst- und Zweitimpfungen, sind ab kommender Woche nur noch nach Terminvereinbarung über das Onlineportal sachsen.impfterminvergabe. de möglich. Nach Recherchen der "Freien Presse" waren dort zunächst noch keine Termine für die neuen Impfstoffe verfügbar. "Ich empfehle, erst nächste Woche nachzuschauen", sagte DRK-Sprecher Kranich.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von einem ergänzenden Angebot des DRK. Dort würden die Kapazitäten derzeit Stück für Stück hochgefahren. Geplant seien pro Impfstelle zwei Impfstrecken. "Hauptakteur beim Impfen bleiben unsere leistungsstarken Arztpraxen, Betriebsärzte und Krankenhäuser", betonte Köpping. Pflegeeinrichtungen seien gesondert über Impfmöglichkeiten informiert worden. Wie der Stand der Vorbereitungen bei den Hausärzten aktuell ist, teilte der Sächsische Hausärzteverband am Donnerstag auf Anfrage nicht mit. Vergangene Woche hatte der Verbandsvorsitzende Torben Ostendorf erklärt, fast 400 Arztpraxen im Freistaat würden Mitte September damit beginnen, die angepassten Impfstoffe einzusetzen.

Die Sächsische Impfkommission (Siko) verweist indes darauf, dass in Deutschland aktuell nicht mehr der Omikron-Subtyp BA.1, sondern die BA. 4/5-Variante das Infektionsgeschehen dominiert. Daher empfiehlt die Siko beim Herbst-Booster gesunden Menschen unter 70, für ihre vierte Impfung auf die Impfstoffe zu warten, die auf die Omikron-Subtypen BA.4/5 angepasst sind. "Diese erwarten wir Mitte Oktober", sagte der Siko-Vorsitzende Dr. Thomas Grünewald.

Alle Menschen über 70 sowie Patienten mit Übergewicht, Diabetes, schlechten Nierenfunktionen, schweren chronischen Erkrankungen der Atemwege, Immunschwächen oder Krebserkrankungen sollten sich hingegen zeitnah mit dem an den Subtyp BA.1 angepassten Impfstoff impfen lassen.

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