Statistik: Mehr Gewaltdelikte, weniger Fahrzeugdiebstähle

Die Polizei hat Daten zur Kriminalität in Limbach-Oberfrohna vorgelegt. In einem Bereich machen Wiederholungstäter den Ermittlern Sorgen.

Straftaten insgesamt: Die Polizei hat im vergangenen Jahr die Bearbeitung von 1127 Straftaten in Limbach-Oberfrohna abgeschlossen. Das sind etwa 100 mehr als im Vorjahr, fast ebenso viele wie 2016 - und etwa 500 weniger als noch 2009. "2018 wurden im Schnitt drei Straftaten pro Tag begangen, vor zehn Jahren waren es noch fünf", stellte Zwickaus Polizeipräsident Conny Stiehl fest. "Manche haben das Gefühl, die Stadt sei unsicherer geworden. Doch das ist nicht so", betonte Oberbürgermeister Jesko Vogel.

Einbrüche und Kfz-Diebstähle: Zu den Straftaten, die laut dem Polizeipräsidenten den Bürgern "besonders wehtun", zählen Wohnungseinbrüche. Wenn Fremde in die Privatsphäre eindringen und Dinge stehlen, haben Geschädigte oft lange mit den Folgen zu kämpfen. "In Limbach-Oberfrohna haben sich die Zahlen für Einbrüche konstant gehalten", so Conny Stiehl. 15 Einbrüche wurden im vergangenen Jahr gezählt, fast genauso viele wie vor zehn Jahren. Bei Diebstählen von Fahrzeugen ist der Trend positiv: Einen so niedrigen Wert wie 2018 (fünf Fälle) gab es in den vergangenen zehn Jahren nur einmal.


Drogendelikte: Ein Gebiet, das in den letzten Jahren ein Auf und Ab in den Zahlen erlebte, ist die Drogenkriminalität. Im Jahr 2009 wurden 52 Straftaten verübt, 2015 waren es elf, im vergangenen Jahr 35. Die Lösung des Problems Rauschgiftkriminalität könne nur gesamtgesellschaftlich erfolgen, sagte der Polizeipräsident. Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es in Limbach auch dank der Vereine viele Freizeitangebote für Jugendliche. So soll verhindert werden, dass sie in die Drogenszene abrutschen. Auch an Schulen werde Präventionsarbeit geleistet. Sozialarbeiter Heiko Schönherr besuche regelmäßig Klassen, um in Vorträgen und Gesprächen über Drogen aufzuklären.

Gewaltstraftaten: Ein Fall von Mord oder Totschlag wurde im vergangenen Jahr in Limbach-Oberfrohna nicht verzeichnet. Trotzdem sollte man laut Conny Stiehl die Gewaltkriminalität, zu der unter anderem auch Raub, Sexualdelikte und Körperverletzung zählen, ernst nehmen. Bundesweit sei ein Anstieg der Zahlen zu erkennen. "Viele Bürger klären Angelegenheiten nicht mehr im Gespräch, sondern wollen wieder das Faustrecht einführen", erläuterte der Polizeipräsident. 2018 schlossen die Ermittler in Limbach-Oberfrohna die Bearbeitung von 38 Gewaltdelikten ab - doppelt so viele wie 2014. Damit ist wieder das Niveau von vor zehn Jahren erreicht.

Kriminalität durch Zuwanderer: Den deutlichsten Anstieg in den vergangenen Jahren gab es bei der Zuwanderer-Kriminalität. Wurden im Jahr 2009 nur drei Delikte gezählt, waren es 2018 schon 50. Hier müsse man allerdings differenzieren, so Stiehl: Im Bereich der Flüchtlingskriminalität gebe es überwiegend Wiederholungstäter, die mehr als einmal aktiv werden. "Einzelne begehen eine hohe Anzahl an Straftaten", sagte Conny Stiehl.

Automatensprengungen: In diesem Jahr wird die Polizei durch eine Serie von Automatensprengungen in Atem gehalten. Achtmal wurden Zigarettenautomaten zum Ziel der Angriffe, einmal traf es einen Geldautomaten. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren, als dieses Delikt zum Teil gar nicht vorkam. Automatensprengungen sind laut Stiehl für eine Kommune, die am Rande einer Großstadt wie Chemnitz liegt, nicht ungewöhnlich. "Solche Delikte werden selten von Tätern aus der Region verübt." Vielmehr seien meist Banden von außerhalb verantwortlich. "Das macht es ermittlungstechnisch schwierig", sagte Stiehl.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...