Straßenausbau weiter ungewiss - Umleitung bleibt trotzdem

Seit mehr als zwei Jahren darf die Walter-Klippel-Straße nicht mehr aus Richtung Eubaer Straße befahren werden. Doch Arbeiten finden dort noch immer nicht statt.

Adelsberg.

Noch im Frühjahr hatten Anwohner und Pendler gehofft, dass die unendliche Geschichte in absehbarer Zeit doch noch ihren Abschluss findet. Denn die Walter-Klippel-Straße nervt seit Jahren alle Betroffenen. Autofahrer kamen nicht voran, weil die Strecke zu schmal war und sie oft anhalten mussten, um Gegenverkehr vorbei zu lassen. Und Anwohner fürchteten angesichts des dichten Verkehrs und fehlender Fußwege um ihre und vor allem die Sicherheit ihrer Kinder, die dort täglich zum Schulbus und zurück laufen müssen.

An der Ursache des Übels - der fehlenden Südring-Verlängerung zwischen Augustusburger und Dresdner Straße - kann die Stadtverwaltung nichts ändern. Denn die Hoheit für Planung und Bau liegt beim Freistaat. Bis zur noch immer nicht absehbaren Fertigstellung bleiben der Weiße Weg und eben die Walter-Klippel-Straße für viele Pendler die kürzeste Alternative. Doch schon seit April 2017 ist diese Route unterbrochen - zumindest in einer Richtung. Um die Anwohner zu entlasten, machte das Tiefbauamt die Walter-Klippel-Straße damals zur Einbahnstraße, indem es die beiden Einfahrten aus Richtung Eubaer Straße sperren ließ. Nur Linienbusse dürfen die Strecke weiter in beiden Richtungen befahren.

Gelten sollte diese Regelung ursprünglich nur bis Mitte 2018. Denn dann sollte die Walter-Klippel-Straße zwischen Eubaer und Augustusburger Straße in beiden Richtungen voll gesperrt werden, um sie grundhaft auszubauen und - zumindest größtenteils - auf zwei Spuren zu verbreitern. Das Geld dafür - mehr als drei Millionen Euro - wurde aber erst im Doppelhaushalt 2019/20 eingeplant. Noch Ende 2018 hieß es aus dem Rathaus, die Bauarbeiten würden voraussichtlich Mitte 2019 beginnen. Als Umleitungsstrecke ließ das Tiefbauamt von März bis Mai dieses Jahres den Kirchweg in Euba für fast 300.000 Euro ausbauen.

Doch in einer Ausschusssitzung im Mai überraschte Amtsleiter Bernd Gregorzyk die Stadträte mit der Information, dass der Ausbau der Walter-Klippel-Straße auf Eis liegt. Die Stadtverwaltung habe das dafür eingeplante Geld gesperrt und die Ausschreibung der Bauleistungen gestoppt. Sobald Fördermittel bewilligt sind, werde aber gebaut, versicherte Baubürgermeister Michael Stötzer. Doch die Arbeiten haben bis heute nicht begonnen.

"Warum wird trotzdem die Umleitung aufrechterhalten?", fragen betroffene Pendler. Zumal das Einfahrverbot von der Eubaer Straße inzwischen häufig von Autofahrern ignoriert werde. "Wenn es einem gelingt, unerkannt die Einfahrverbotsscheibe zu passieren, ist alles wieder rechtens. Schlussfolgerung - nicht erwischen lassen", berichtet ein ortskundiger Beobachter.

Die Stadtverwaltung erklärt dazu auf Anfrage, die Sperrung der Walter-Klippel-Straße aus Richtung Eubaer Straße und die damit verbundene Umleitung über den Kirchweg seien zum Schutz der Fußgänger und insbesondere der Schüler weiterhin erforderlich. Die Polizei soll gebeten werden, die Einhaltung der Sperrung zu kontrollieren. Wann der nach wie vor geplante Ausbau der Straße beginnt, sei noch immer offen. Denn das dafür eingeplante Geld müsse zurückgehalten werden, weil beantragte Fördermittel für andere Bauvorhaben noch nicht bewilligt worden sind. Um welche Projekte es dabei geht, ließ die Stadtverwaltung offen. Zuletzt hatten sich mehrere städtische Bauvorhaben erheblich verteuert.

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