Straßenmeisterei soll gebaut werden

Der Landkreis will die Einrichtung in Callenberg ansiedeln. Dagegen wehren sich Anwohner. Sie haben nun eine Niederlage hinnehmen müssen.

Callenberg/Werdau.

Die Bürgerinitiative "Grünes Band Callenberg" muss einen ersten Rückschlag einstecken: Sie ist mit der Forderung, zunächst keine Planungsaufträge für den vorgesehenen Neubau einer Straßenmeisterei in Callenberg zu vergeben, gescheitert. Der Wirtschafts-, Bau- und Umweltausschuss des Kreistages hat am Mittwochabend den Auftrag für die Objektplanung an ein Büro aus Lichtenstein vergeben. Die Kosten belaufen sich auf 368.700 Euro. Bei der Abstimmung enthielten sich zwei Linken-Kreisräte. Sechs Unternehmen hatten sich an der europaweiten Ausschreibung beteiligt, davon hatten drei Planungsbüros aber unvollständige Unterlagen abgegeben.

Rund zehn Vertreter der insgesamt 74-köpfigen Bürgerinitiative verfolgten die Beratung, die im Verwaltungszentrum in Werdau stattfand. René Engelhardt, Sprecher der Bürgerinitiative, durfte - mit Zustimmung der Kreisräte - die Bedenken vortragen. Er machte deutlich, dass die Anwohner bei einem Neubau der Straßenmeisterei in "unabsehbarer Art und Weise ihrer Lebensqualität beraubt werden". Engelhardt verwies zudem auf den drohenden Wertverlust der Grundstücke. "Seit Ende des Nickelerzabbaus hat sich dort eine Vielfalt an Fauna und Flora entwickelt", sagte der Sprecher und regte eine Prüfung von Alternativstandorten an. René Engelhardt forderte die Mitglieder des Ausschusses auf: "Setzen Sie das Vergabeverfahren aus - mit Blick auf die Bedenken der Bürger und die anstehenden Gespräche mit der Gemeinde Callenberg. Andernfalls würde eine Welle der Entrüstung durch den Landkreis ziehen."

Trotz der genannten Bedenken lösten die Mitglieder des Kreistagsausschusses die Planung des Objektes aus. "Wir brauchen die Planung, um die vorgetragenen Dinge abwägen zu können", sagte die Beigeordnete Angelika Hölzel. Sobald die ersten Pläne vorliegen, versicherte die Beigeordnete, sollen sie der Bürgerinitiative vorgestellt werden. Zudem müsse ein Bebauungsplan erstellt werden. Hölzel machte deutlich, dass die Pläne selbst bei einem von der Bürgerinitiative geforderten Umzug an einen anderen Standort nicht im Papierkorb landen würden: "Es handelt sich um einen Zweckbau, den wir auch an einer anderen Stelle errichten könnten." Neben der Objektplanung beauftragt der Landkreis auch Tragwerksplanung, Freianlagenplanung und Elektroplanung. Für den Bau der neuen Straßenmeisterei zahlt der Freistaat einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Das neue Domizil ist als Ersatz für die bisherigen Standorte in Hermsdorf und in Reinholdshain gedacht. Eine weitere neue Meisterei entsteht im Gewerbegebiet des Werdauer Ortsteils Langenhessen.

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