Streetfoodfestival in Chemnitz: Von Momos und Mini-Burgern

Das Streetfoodfestival lockt nicht nur mit Fisch und Chips, Insekten und Tacos zur kulinarischen Weltreise. Nicht alle Portionen sind groß, es geht auch eine Nummer kleiner.

Neuer Veranstaltungsort, neue Organisatoren, Musik, mehr Platz - beim Streetfoodfestival auf dem Hartmannplatz erwarten Besucher an diesem Wochenende einige Änderungen im Vergleich zum Vorjahr. Noch 2017 hatte ein anderer Veranstalter ein Streetfoodfestival auf dem Neumarkt organisiert. Das diesjährige Festival ist um einiges größer und benötigt deshalb mehr Platz. So gibt es über 60 Trucks und Stände, Musik und viele Sitzmöglichkeiten für die Gäste, sagt der Veranstalter. "Dazu brauchen wir ausreichend Fläche und einen funktionierenden Stromanschluss", erklärt Daniel Heuer von der veranstaltenden Agentur Street Art Event aus Magdeburg, weshalb man den Hartmannplatz außerhalb des Stadtzentrums als Standort für das Festival der kulinarischen Genüsse gewählt habe.

Neu ist auch, dass Gäste ab einem Alter von 14 Jahren Eintritt in Höhe von 3 Euro zahlen müssen. Daniel Heuer verteidigt den Eintrittspreis. "Wir reden hier von nur 3 Euro Tageseintritt, unter 14 Jahren ist er kostenfrei", sagt er. Für das Geld werde den Besuchern auch einiges geboten. "Es gibt Livemusik, viele außergewöhnliche Speisen aus ganz Europa, Sitzmöglichkeiten, Reinigungspersonal, Sicherheitsdienst und mehr als 60 Stände", erläutert Heuer. Besucher sahen das gestern Abend kritisch. "Wenn wir gewusst hätten, dass wir Eintritt zahlen müssen, wären wir vielleicht gar nicht hergekommen. Ich finde das nicht gut", sagte ein Chemnitzer. Schließlich koste auch das Essen Geld, teilweise auch viel, sagte der Mann. Doch das sei in Ordnung. "Die Händler sollen ja davon leben." Mit Frau und Kind stand er vor dem Mini-Burger-Stand. "Die sind neu für uns, deshalb werden wir sie probieren", sagte er. Dabei komme ihm die Größe entgegen. Vertilge man einen normalen Burger, sei man hinterher satt. "Doch hier kann ich mehrere probieren."

Die Minis am Rock-and-Roll-Stand sind zumeist deftig gefüllt. Die Burger sind etwa acht Zentimeter hoch und fünf Zentimeter breit, unter anderem belegt mit besoffenem Huhn - Hühnerfleisch in Rotwein gekocht -, mit Kängurufleisch oder mit Schweinebraten. "Viele Besucher sind begeistert, weil sie wegen der geringen Größe mehrere Burger ausprobieren können", sagt Händlerin Britta Dietrich.

Veranstalter Heuer wirbt mit der Bezeichnung Europas größtes Streetfoodfestival für seine Veranstaltung, die in ganz Deutschland auf Tour ist. Zum ersten Mal mache man in Chemnitz Station, so Heuer. Zweimal innerhalb weniger Zeit ist dagegen Diekey Dechen mit ihrem Stand für tibetisches Essen in Chemnitz zu Gast. Sie war auch schon beim Hutfestival dabei. Das habe ihr sehr gut gefallen. "Die Chemnitzer sind sehr nett", sagt sie. An ihrem Stand bietet sie Momos an - gefüllte Teigtaschen. Das tibetische Nationalgericht werde besonders bei Familienfesten gereicht und sei auch bei Kindern sehr beliebt. Dazu gibt es eine Soße. "Die Tibeter essen zehnmal so scharf wie die Deutschen. Aber die Soße ist nur 0,5 mal so scharf", sagt sie lächelnd. Gerade fünf Momos gekauft hat Familie Schubert aus Zschopau. "Dieses Essen haben wir noch nicht gehabt. Es klingt nach Fernweh", sagt Vater Uwe Schubert. Dass man Eintritt zahlen müsse, habe sie überrascht. "Das wird die Besucherzahlen bestimmt dezimieren. Das Essen kostet ja auch Geld", sagte er.

Streetfoodfestival heute von 11 bis 22 Uhr und morgen von 11 bis 20 Uhr; Eintritt 3 Euro, unter 14 Jahre kostenfrei.

www.streetfood2018.de

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