Streit beim Oktoberfest - 48-Jähriger schwer verletzt

Was als geselliger Abend begann, endete für einen Chemnitzer im Krankenhaus. Dabei habe er nur schlichten wollen, sagen Augenzeugen.

Zentrum.

Gegen 22 Uhr war es vorbei mit der Gemütlichkeit. An einem der Tische im Festzelt beim Chemnitzer Oktoberfest, den "Wooosn" auf dem Hartmannplatz, kam es zu einem Streit, der blutig endete.

Warum die Männer aneinandergeraten waren, habe sie nicht mitbekommen, erinnert sich eine 49-Jährige, die am Samstagabend Augenzeugin war. "Auf einmal gab es eine Rangelei, es kam zum Tumult", berichtet sie. Ihr Mann habe dazwischengehen wollen, um die Gemüter zu beruhigen. "Da schlug ihm ein Dunkelhaariger plötzlich einen Maßkrug mit voller Wucht auf den Kopf, so stark, dass das Glas zu Bruch ging", schildert die Frau.

"Es hat furchtbar geblutet", erinnert sie sich, noch immer schockiert von der Brutalität des Täters, der sich sofort aus dem Staub gemacht habe. "Niemand hat ihn festgehalten, trotz meiner Rufe. Dabei standen so viele Männer herum", schüttelt sie im Nachhinein noch immer den Kopf. "Keiner hatte die Courage - das ist einfach nur traurig", so die Frau des Opfers. Der Unbekannte, der zugeschlagen habe, sei ein 30 bis 35 Jahre alter und etwa 1,75 Meter großer Deutscher mit dunklen Haaren gewesen. "Ich glaube, er hatte ein rot-weiß kariertes Hemd und eine Lederhose an, kann mich aber nicht mehr genau an Details erinnern", sagt sie.

Erst die Sicherheitskräfte des Veranstalters hätten schließlich versucht, dem Verletzten zu helfen, und einen Rettungswagen gerufen, erzählt sie weiter. In der Notaufnahme des Klinikums sei ihr Mann, der aus Wunden am Auge und am Ohr geblutet habe, gleich geröntgt worden. Diagnose: Der 48-Jährige habe einen Kieferbruch erlitten. Die beiden äußeren Verletzungen am Kopf hätten genäht werden müssen. Wegen des Kieferbruchs sei der Verletzte am Montagvormittag operiert worden. "Es geht ihm den Umständen entsprechend", berichtete seine Frau am Montagnachmittag nach einem Besuch im Krankenhaus.

Die Polizei bestätigte am Montag auf Anfrage von "Freie Presse" den Vorfall. Ein 48-Jähriger sei von einem Gegenstand am Kopf getroffen und schwer verletzt worden, als er offenbar in eine Rangelei geraten war, die er schlichten wollte. Von der Pressestelle der Polizeidirektion wird der mutmaßliche Täter etwas anders beschrieben als von der Frau des Opfers: Er soll etwa 35 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß sein und außer der bayerischen Tracht einen Dreitagebart getragen haben, an den sich die 49-Jährige nicht erinnern kann. Zur genauen Art der Verletzungen wollte die Polizei keine Angaben machen. Auf die Frage, warum die Öffentlichkeit nicht bereits am Sonntag über die Auseinandersetzung und ihre Folgen informiert wurde, lautete die Antwort: "Die Polizei wurde erst am Sonntagmittag ins Krankenhaus gerufen, um den Sachverhalt aufzunehmen." Die Ermittlungen zu dem Fall dauerten an, hieß es weiter von der Pressestelle der Polizeidirektion.

Gastronom Henrik Bonesky, der Veranstalter der "Wooosn" auf dem Hartmannplatz, erklärte, es gebe Videoaufnahmen von dem Geschehen am Samstagabend im Festzelt. Darauf müsste zu erkennen sein, in welcher Reihenfolge die Beteiligten in den Streit verwickelt wurden, schätzt er. Die Aufnahmen würden jetzt von der Polizei ausgewertet. "In acht Jahren Oktoberfest mit insgesamt 100.000 Besuchern war das der allererste Vorfall dieser Art", betonte Bonesky. Allein bei der diesjährigen "Wooosn", die am 14. September eröffnet wurde und am heutigen Dienstag zu Ende geht, hätten mehr als 12.000 Chemnitzer und Gäste meist ausgelassen gefeiert.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...