Streit um Stadionpacht: Rathaus geht auf Verein zu

Stadtverwaltung macht CFC-Insolvenzverwalter neues Angebot

In der verbalen Auseinandersetzung zwischen Verein und Kommune um die Kosten für die künftige Stadionnutzung hat die Stadtverwaltung einen Kompromissvorschlag angekündigt. Nach "Freie Presse"-Informationen soll der Chemnitzer FC in der nächsten Saison das Stadion an der Gellertstraße auch in der Dritten Liga zu ähnlichen finanziellen Bedingungen nutzen können wie in der Vierten Liga. Das würde bedeuten, dass der CFC bzw. dessen neugegründete Kapitalgesellschaft auch weiterhin um die 200.000 Euro pro Jahr überweisen müsste.

Bislang hatte es von Seiten der Kommune geheißen, im Fall eines Aufstieges des CFC in die Dritte Liga müssten die Überweisungen des Vereins an die Stadt für Pacht und Betriebskosten deutlich steigen - auf annähernd 800.000 Euro pro Jahr. Begründet wurde die Erhöhung mit dem europäischen Beihilferecht, das für Wirtschaftsunternehmen, aber eben auch für Fußballvereine im Profigeschäft gleiche Wettbewerbsbedingungen garantieren soll. Oberbürgermeisterin Ludwig sagte am Dienstag, sie habe den Eindruck, die EU-Kommission kümmere sich derzeit nicht mehr so stark um die Dritte Liga. Daher könne man dem CFC ein Angebot machen, das es dem Verein ermögliche, konkurrenzfähig zu bleiben.

Die ursprünglich geforderte Erhöhung hatte CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon im Dezember strikt abgelehnt und der Stadt ein Ultimatum gesetzt: Sollte bis Anfang Januar kein neues Angebot vorliegen, wolle er vor Gericht ziehen. Zugleich drohte er an, mögliche Drittliga-Spiele ab Sommer in einer anderen Stadt auszutragen; ein erstes Gespräch mit dem Stadionbetreiber in Zwickau hatte bereits stattgefunden.

Für das neue Angebot benötigt der CFC eine Entscheidung bis Ende Februar, da der Verein spätestens am 1. März beim Deutschen Fußball-Bund die Lizenzierungsunterlagen für die nächste Saison einreichen muss. Allerdings muss dem neuen Vorschlag zunächst noch der Stadtrat zustimmen. Die nächste mögliche Sitzung des Gremiums, bei der das Thema behandelt werden kann, findet jedoch erst am 6. März statt.

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1Kommentare
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  • 3
    1
    cn3boj00
    23.01.2019

    Von 800000 auf 200000? Macht man schon wieder Geschenke? Übernimmt die Stadt damit die gesamten Betriebskosten? Warum trifft man sich nicht in der Mitte, so dass man vielleicht bei 400000 landet wie andere Vereine? Das ist alles sehr dubios.



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