Streit um Suchtkranken-Projekt: Grünaer schlagen Alternativen vor

Bürgermeister sichert Prüfung anderer Standorte zu - Verträge mit Eigentümer und Stadt bereits geschlossen

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25Kommentare
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  • 2
    1
    FromtheWastelands
    10.07.2020

    Die Doku die ich meinte ist tatsächlich die schon erwähnte Doku "Trocken oder Tot", mehrfach bei Youtube zu finden, hier mal ein Link dazu, wer sich dafür interressiert:

    https://www.youtube.com/watch?v=RWH-j7n_d0g

    Übrigens hält sich mein Mitleid mit solchen Menschen sehr in Grenzen, letztenendes ist jeder für sein Leben selbst verantwortlich, keiner wird dazu gezwungen sich immer wieder so vollzulöten bis er an der Flasche hängt und ich kenne auch jemanden der 14 Jahre lang Alkoholiker war und jetzt seit fast 10 Jahren trocken ist.
    Aber egal wie man es dreht und wendet, es gibt nunmal solche Menschen und es ist besser sie in solch einer Einrichtung unterzubringen als sie sich selbst zu überlassen bis sie in Elend und Verwahrlosung ihrer Sucht erliegen.

  • 4
    0
    mops0106
    10.07.2020

    Es gibt das alkoholische Korsakowsyndrom. Störungen im Neugedächtnis sind zwar stärker ausgeprägt, aber auch das Altgedächtnis leidet. Ich habe mehrere Alkoholkranke mehr oder weniger gut kennengelernt, ganz intensiv allerdings den im Verwandtenkreis. Und ich kann ihnen sagen, im Endstadium ist oft nichts mehr möglich, was eine Geistesleistung verlangt.
    @harzruessler: "Eine Suchterkrankung ist keine Frage der Intelligenz." Natürlich nicht, aber sie schädigt Körper und Gehirn. Und auch Ärzte etc. können ab einem gewissen Stadium ihren Beruf nicht mehr ausüben, wenn sie es nicht schaffen, trocken zu bleiben.

  • 3
    0
    harzruessler1911
    10.07.2020

    @mops

    Nachtrag:
    zitiere:
    "" Es lässt sich aus der Ferne immer gut von Hilfe sprechen. Da ist "Gutsein" ja so einfach.""

    Stimmt was Du sagst.

    Ich kann Dir aber versichern, dass ich zwar nicht in Grünau (dazu liegt mein Wohnsitz zu weit weg) meinen Hilfsbeitrag leisten kann, aber hier durchaus (u. a. Ehrenamt u. Pflegschaft) Allerdings nicht in solch einer Einrichtung, was auch nicht möglich wäre, da es keine in näherer Umgebung gibt.

    Ich versuche mich in beide Seiten hineinzuversetzen und verdamme damit weder die Grünaer, noch die Erkrankten und deren Helfer, da weder stures degegen sein noch, fehlendeKommunikation bzw. Das Übergehen der Anwohner hilfreich ist, wie wir ja lesen müssten.

  • 2
    1
    harzruessler1911
    10.07.2020

    @mops0106

    Wie bereits früher geschrieben, denke ich dass fast jeder mehr oder weniger in seinem Bekanntenkreis mit solchen Menschen in Berührung gekommen ist.
    Ist auch bei mir nicht anders, im nahen Verwandtenkreis und auch Bekanntenkreis, durch einen vor vielen Jahren ausgeübten Nebenjob in der Gastronomie.

    Ich kann sagen, dass ich sogar 2 Personen kenne, welche Schach spielten und sogar sehr gut, Backgammon,(das kann ich z. B. bis heute noch nicht) , sowie diverse Kartenspiele. Waren auch nur Beispiele, welche ich nennen wollte.
    So oder so finde ich trotz allem, sollte es kein reiner "Trinkplatz" sein.

    Eine Suchterkrankung ist keine Frage der Intelligenz!!!
    Sonst dürfte es unter Ärzten, Managern usw. ja keine geben.

    Das man als nächster Verwandter, so wie bei Dir irgendwann aufgibt kann ich aber verstehen (siehe auch die Mutter aus dem Film). Soll auch kein Vorwurf sein.
    U.a. aus diesem Grund, sind solche Einrichtungen auch notwendig.

  • 5
    1
    mops0106
    10.07.2020

    Da ich im Verwandtenkreis Erfahrungen mit schlimmstem Alkoholismus habe, kann ich die Sorgen der Anwohner gut verstehen. Es dauerte Jahrzehnte, bis überhaupt Hilfe angenommen wurde. Am Anfang funktioniert der Mensch mit Alkohol, und viele Außenstehende erkennen zumindest bei kurzem Kontakt nicht, dass derjenige unter Stoff steht. Ich habe es jahrelang sofort erkannt, auch am Telefon, da war kein großes Lallen erforderlich. Mit zunehmender Krankheit sind die Folgen körperlich und geistig unumkehrbar. Medikamente helfen, die Gier nach dem Stoff etwas zu unterdrücken und diesen nicht mehr so lecker schmecken zu lassen (Belohnungszentrum im Gehirn), aber die Erfolge sind nicht bei jedem gleich und erfordern Mitmachen von Patientenseite. Und bei mehr oder weniger vom Patienten empfundenen Belastung wird wieder zum Alkohol gegriffen.
    @harzruessler: Glauben Sie mir, egal wie sie den Außenplatz benennen, in diesem Stadium wollen/können die Patienten meist weder spielen (schon gar nicht Schach, weil das Gehirn da schon irreparabel geschädigt ist) noch grillen oder sonstwas, sie wollen einfach nur trinken (mit Einnässen u.a.).
    Wir haben irgendwann den Kontakt auf das Nötigste beschränkt. Ich bin zu 99% ausgestiegen. Die Vorstellung, so eine Einrichtung in unmittelbarer Nähe zu habe, ist die Hölle für mich. Mir reichen schon die Trinker, die sich regelmäßig vor dem Lebensmittelladen in unserer Nähe treffen. Wir schauen im Haus alle, dass der Spielplatz vor unserem Haus nicht dazu genutzt wird.
    Es lässt sich aus der Ferne immer gut von Hilfe sprechen. Da ist "Gutsein" ja so einfach.

  • 1
    1
    harzruessler1911
    10.07.2020

    @Deluxe und @ From...

    Ich habe mir den Film mal angesehen. Leider ist von solche einem Projekt ja nicht viel zu sehen, da der Ralf.C. medizinisch in diesem Beitrag ja ambulant betreut wurde, ansonsten durch seine Lebensgefährtin und Mutter.
    Ist dieser Beitrag von @ From gemeint?

    Habe mir dann aber überlegt, wenn in dem Wohnprojekt Menschen mit genau diesem Stadium( der Alkohol ist bereits überlebenswichtig) , dort untergebracht sind ( ich weiß es aber nicht ) bedürfen diese ja in der Tat einer "Rund um die Uhr Betreuung".
    Meine Meinung ist, dass dann eine ( aber nur weil beruflich) Betreuungsperson max. 2 Personen betreuen könnte, denn wie man sieht hatte die Lebensgefährtin aus dem Film ( Hut ab vor ihr) alle Hände voll zu tun.
    Ist es überhaupt möglich, dass die geforderte "Null Promille Grenze" für Freizeit-, Kultur- Arbeitsangebote ... von Suchterkrankten in diesem Stadium erreicht werden kann? Käme diese Erfordernis, nicht einem kalten Entzug gleich?

    Auch stelle ich mir vor wie die Erkrankten in diesem Zustand, dann draußen auf dem sog. "Trinkplatz" liegen , dazu noch im Winter nässen sich ein usw.

    Ich kann dieses Konzept nach wie vor nicht so ganz nachvollziehen. Das man diese Regel - innen / außen nicht zum Spaß macht, davon gehe ich nicht aus. Ich sehe die Regelung aber mit sehr großer Skepsis gegenüber beiden Seiten( Erkrankte und Anwohner) .

    Hätte man den Platz z.B. nicht zum reinen "Trinkplatz" degradiert , sondern z.B. als Picknick und Grillstelle zur Außenbegegnung ( eventuell mit kleinem Minigolfplatz, Freiluftschach, Tischtennisplatte...usw) o.ä. mit Zeiteinschränkung in der Nacht ( Wochentags 22:00 Uhr / Wochenende 24:00), gehe ich davon aus, dass es diesem Fall nicht so extrem negativ bei den Anwohnern angekommen wäre , wie es angekommen ist ( zumindest einem Teil-Dauergegner von allem wird es immer und überall geben).

    Dadurch das am Anfang gar keine Kommunikation stattfand und dann die o.g, hat die Stadt jede Menge Vertrauen in das Projekt verspielt, welches jetzt zurück geholt werden muss. Ich kann nur hoffen, dass man nicht jeden der Vorschläge einfach ablehnt.

    @bici:...
    zitiere:""" Und jetzt eher unsachlich: Es ist wahrscheinlich zu weit entfernt vom nächsten Supermarkt. Das ist sicher nicht zumutbar. Das wird auch auf Einsiedel zutreffen."""

    Ich weiß zwar was Du mit unsachlich meinst. Aber Du hast Recht, so etwas sollte berücksichtigt werden ( man kauft ja auch andere Dinge) , auch dafür könnte man eine Lösung herbei führen.
    z.B. eine Anbindung an den Nahverkehr ( Bus bzw. eine Art Rufbushaltestelle) . Ich bin zwar für 0,0 Promille im Straßenverkehr, springe aber mal über meinen Schatten und denke da an einen kleinen Fahrradpark.
    Ich weiß z.B. aus unserer Gegend, das viele Fahrräder welche man selbst nicht mehr benutzte, an Asylunterkünfte gespendet wurden , warum nicht auch hier. Einzige Voraussetzung- verkehrssicher und fahrtauglich müssen diese sein.

  • 2
    1
    harzruessler1911
    09.07.2020

    @ From....

    Stell den Link mal rein ( hoffe Du findest ihn), da kann man sich eventuell etwas mehr eine Vorstellung von dem Konzept machen.

    Aber sind wir doch mal ganz ehrlich: Wie muss das denn für die Anwohner klingen ""Trinkplatz im Außenbereich", mit der Zahl 30 ?

    Ich gehe mal einfach davon aus , dass sich da auch Kopfkino alà "Bahnhof Zoo" abgespielt hat.

    Hier gab es mal die Situation, dass sich Jugendliche mit ihren aufgemotzten Autos in einem Wohngebiet in der Stadt zu nächtlichen Trinkgeladen getroffen hatten. Nachdem auch Verbotsschilder nichts halfen, griff man auf andere Sperrmaßnahmen zurück.

    Ich denke auch , dass die Grünaer das Gefühl hatten, dass man den Teil, welcher Ärger ( wie z.B. Lärmbelästigung) bringen könnte , einfach auf diese abschiebt, aber man selbst will sich innerhalb des Hauses, zumindest nicht direkt, damit auseinander setzen.

    Die Anfangs fehlende Kommunikation hat seinen Teil dazu beigetragen, dies scheint sich ja jetzt zu ändern. Es ist zu hoffen, dass es dabei bleibt und da hast Du natürlich mit Deinem kühlen Kopf recht.

  • 1
    1
    Deluxe
    09.07.2020

    Sie meinen vermutlich die Dokumentation "Trocken oder tot", die vor längerer Zeit im WDR produziert wurde.

    Unter dem Titel findet man den Film im Netz.

  • 3
    2
    FromtheWastelands
    09.07.2020

    @Vonvorn, das mag jeder sehen wie er oder sie will, trotzdem braucht es in solchen Situationen einen kühlen Kopf und gesunden Menschenverstand und keine Klischees.

    @harzrüssler Warum nur draußen und nicht drinnen weiß ich auch nicht, aber zum Spaß wird es die Regel wohl nicht geben.

    Vor einer ganzen Weile hab ich bei YouTube eine Doku gesehen die einen solchen Extremsäufer eine Zeitlang begleitet, seine Familie und seine Lebensumstände darstellt. Dabei kommt auch der Vertreter einer Hilfsorganisation zu Wort die solche Menschen unterstützt. Er erläuterte, daß es sich bei seiner Arbeit im Grunde um eine Art Sterbebegleitung handelt, und so in etwa wird auch in der geplanten Einrichtung gearbeitet werden, denke ich. Einrichtungen wie diese sind nunmal der Preis den die Gesellschaft für den Alkoholgenuss zahlen muss.

    Falls ich die Doku wiederfinde setz ich mal den Link rein.

  • 4
    3
    vonVorn
    08.07.2020

    @fromthe..., manchmal gibt es auch ein zuviel...

  • 12
    9
    FromtheWastelands
    08.07.2020

    @Vonvorn Nein, weil ich mit derartigen Menschen schon zu tun hatte, logisch denken kann, Vorurteile ablehne und, im Gegensatz zu Anderen, nicht wegen jedem Mist gleich hysterisch gegen den Untergang meines kleingeistigen, spießbürgerlichen Gartenzwergabendlandes anschreien muss.
    Ich wohne in Ebersdorf, etwa 15min Fußweg von der Erstaufnahme entfernt, und kann schon nicht mehr zählen wie oft ich den letzten Jahren gefragt wurde ob ich mich noch aus dem Haus traue wegen der vielen Asylbewerber, man höre ja soviel und es würde ja ganz schlimm zugehen und die Leute würden sich nicht mehr auf die Straße trauen, blahblahblah. Und dann wird man blöd angeglotzt wenn man sagt das alles OK ist, es keine nennenswerten Probleme gäbe und man keineswegs gezwungen sei sich den Weg zum Edeka mit einem Leopard 2 durch marodierende Flüchtlingshorden freizuschießen, die einen wegen Schweinefleischverzehr köpfen wollen.
    Es ging lediglich darum aufzuzeigen was für Menschen dort wahrscheinlich untergebracht werden und das Klischees in dem Fall nicht der beste Ratgeber sind.

  • 11
    13
    vonVorn
    08.07.2020

    @FromtheWastlands, halten Sie die Sorgen der Anwohner für überzogen weil es nicht bei Ihnen ist?

  • 10
    6
    harzruessler1911
    08.07.2020

    @From....

    Auf Deine Einlassung: """ untherapierbare Alkoholabhängige eben nicht diejenigen die sich vollsaufen, sturzbesoffen rumgrölen und andere belästigen, sondern Menschen die konsumieren müssen um überhaupt zu funktionieren. """

    stellt sich dann doch aber noch mehr die Frage nach dem Konzept: Warum Alkohol draußen, aber nicht drinnen?

    Ich hoffe, auch dass hier eine Lösung gefunden wird, aber grundsätzlich die Grünaer verdammen, solang diese sachliche argumentieren ( nicht wie dieser FDP`ler) und auch nach Lösungen suchen möchte ich persönlich nicht, (damit meine ich jetzt aber nicht Dich).

    Zu Deinem Beispiel muss ich Dir recht geben , auch ich kenne solche Menschen. Auf einer Schulung zu diesem Thema sagte der Seminarleiter : " Bei manchem Chirurgen , sollte man froh sein, wenn dieser seinen Pegel hat....." (Kurzform)

  • 15
    10
    FromtheWastelands
    08.07.2020

    Meines Wissens nach bezeichnet man als untherapierbare Alkoholabhängige eben nicht diejenigen die sich vollsaufen, sturzbesoffen rumgrölen und andere belästigen, sondern Menschen die konsumieren müssen um überhaupt zu funktionieren. Dasselbe gilt auch für Langzeitdrogensüchtige, die seit 20/30 Jahren an der Nadel hängen. Die spritzen sich ihren Stoff nicht um high zu werden, sondern um funktionsfähig zu sein.
    Einem Schweralkoholsüchtigen muß man seine Sucht nicht unbedingt ansehen, ich hatte einen Arbeitskollegen der sturzbetrunken auf Arbeit kam und dem man seinen Pegel nicht angesehen hat, nur durch die Fahne hat man es gemerkt, beim Test wären es dann fast 3 Promille.
    Natürlich bewirkt langjährige Alkoholsucht schwere körperliche und geistige Schäden. Die Einrichtung wird am Ende wohl sowas Ähnliches wie ein betreutes Wohnen für geistig Behinderte oder Pflegebedürftige werden.
    Die Sorgen der Anwohner halte ich für völlig überzogen.

  • 8
    3
    harzruessler1911
    08.07.2020

    @Deluxe

    Auch wenn ich keinen der roten Daumen abgegeben habe,egal an wen, würde ich Dir gern antworten.
    Nicht auf alles, da man niemals für die Zukunft jeden einzelnen Menschen mit diesem Problem beurteilen kann.

    Ich musste letztens, in Regensburg zum Bahnhof durch einen kleinen davor liegenden Park gehen, erinnerte mich sofort an den Park in Berlin am Bahnhof Zoo , nur im kleineren Ausmaß.
    Drogen und Alkohol abhängige, welche bereits morgens 9:00 Uhr sich dort aufhielten und konsumieren. Denke dass auch einige dort nächtigen.
    Vorab:
    Zu diesem Zeitpunkt hat sich aber nicht einer von Ihnen irgendeiner anderweitig daneben benommen, weder verbal noch durch körperliche Angriffeszenarien.

    Trotz allem, würde ich dort aber genau wie in Berlin, nach Einbruch der Dunkelheit nicht durchgehen.

    In diesem Zusammenhang sah ich heute in meinem Kopf, 30 Personen auf diesem Aussenplatz sitzen (soviel waren es in dem kleinen Park nicht bin an 3 kleinen Gruppen, von 3 - 6 Personen), die Vorstellung dass sich zum Abend hin, die Stimmung sicher wandeln wird, da der Alkoholpegel gestiegen, nat. je nach Grundcharakter der Personen...lies Kopfkino abspielen.

    Auch wenn die Blaukreuze nicht vergleichbar sind, fände ich genau wie @fnor eine deutlich geringere Belegung angebrachter.

    Wie die Vorstellung des letzten Konzeptes ist, steht ja im vorherigen Artikel, mit Tages Sozialpädagogen, Nachtdienst und Security für das Gelände.

    Ich denke Ihre Sorge bezieht sich auch weniger darauf, wie es in dem Haus abläuft, sondern eben draußen wenn die Bewohner von den Aktivitäten z. B. ausgeschlossen wurden. Man wird diese dann ja nicht in einer Art abgeschlossenen "Stubenarrest" verbringen. Ob diese dann ihren Frust erst am Trinkplatz auslassen und eventuell auch im Ort. Oder liege ich mit meiner Vermutung falsch?

    Man sollte auch darüber sprechen, ob dann in dieser Gegend zumindest mal für 1-2 Jahre mehr Polizeistreife präsent sein wird, da der Security ja nur für das eigene Gelände zuständig sein wird, wenn ich das richtig im Kopf habe.

  • 7
    8
    872889
    08.07.2020

    Ich habe nichts gegen... ABER: .. Tja, so sind die Menschen halt.

  • 10
    15
    Deluxe
    08.07.2020

    An die bisher 15 roten Daumen:

    Bitte beantworten Sie mir doch die Frage, wie die Abläufe in diesem Hause sein werden. Was glauben Sie, wie die Bewohner sich verhalten?

    Wie wird das werden mit dem Alkoholkonsum und dem, was ich bereits beschrieben habe, wo wir über eine Wohneinrichtung für NICHT therapierbare Alkoholkranke sprechen, die aufgrund der nicht gegebenen Therapierbarkeit logischerweise nicht aufhören werden/können zu trinken?

    Was meinen Sie, wie so ein Tag in dieser Einrichtung ablaufen wird?

  • 10
    2
    harzruessler1911
    08.07.2020

    Na zumindest spricht man jetzt miteinander und bringt auch Vorschläge ein, wobei natürlich Außenstehende nicht wissen, wie es um die Gebäude (Bausubstanz) bestellt ist.

    Genau wie @fnor war mein Gedankengang nach dem letzten Artikel, aufgrund des mir nicht ganz nachvollziehbaren Konzeptes, ob man nicht mit kleinerer Belegung arbeiten sollte. Deswegen kann ich mich dem Vorschlag Lastenverteilung nur anschließen.

    Wie man bereits einen Mietvertrag, ohne Rücksicherung abschließen kann, zumal noch nicht einmal die Baugenehmigung erteilt wurde... Kommt mir vor wie eine Szene aus der Serie "Bulle von Tölz" , als der Bauguru Rambold zu solch einem Thema äußerte,, Erst wird gebaut, und dann ist es eh schon zu spät. ""

    Spaß beiseite, ist kein lustiges Thema und wie bin ich auch dafür, dass auch diesem Menschen geholfen wird.
    Ganz Unrecht hat da auch Deluxe nicht, mit der Frage, ob sich mit der nach außenverlagerung das Problem nicht verschlimmere

  • 14
    11
    bicicleta
    08.07.2020

    Mal ganz sachlich: Das Haus am Grünaer Bahnhof wird nicht groß genug sein, um 30 Bewohner plus Personal vernünftig unterzubringen.

    Und jetzt eher unsachlich: Es ist wahrscheinlich zu weit entfernt vom nächsten Supermarkt. Das ist sicher nicht zumutbar. Das wird auch auf Einsiedel zutreffen.

    Und jetzt können sich alle wieder aufspielen und über die schlechten Grünaer herziehen. Ist auch billig, wenn es einen nicht selbst betrifft. Aber vielleicht ist unter den Kritikern hier einer, der dieses Projekt in seiner unmittelbaren Umgebung gut finden würde.

  • 14
    24
    Deluxe
    08.07.2020

    Der Vergleich mit einer Blaukreuz-Wohnstätte hinkt.
    Blaukreuzler sind in der Regel trocken und wollen das auch bleiben. Die Wohnstätten beherbergen meist in WG-Form Gruppen, die sich der Abstinenz verschrieben haben und sich gegenseitig dabei unterstützen und obendrein auch noch von Fachpersonal betreut werden. Medizinisch, psychisch usw.

    Hier geht es aber um NICHT therapierbare Alkoholkranke, die aller Voraussicht nach exzessiv weitertrinken werden und für die sogar extra eine Trinkmöglichkeit im Außenbereich des Hauses geschaffen werden soll, weil sie eben nicht mehr therapierbar sind. Ob da nun innerhalb des Hauses Alkoholverbot besteht oder nicht, ist nach meiner Auffassung zweitrangig.

    Das Alkoholverbot im Haus kann die Probleme sogar noch verstärken:
    Getrunken wird definitiv, und zwar draußen. Wir sprechen immer noch von NICHT therapierbaren Alkoholkranken, also Leuten die nicht aufhören können zu trinken. Was ist, wenn der Patient dann alkoholisiert ins Haus will um z.B. die Nachtruhe anzutreten? Man läßt ihn womöglich nicht ein, weil ja innerhalb des Gebäudes Alkoholverbot herrscht.
    Was wird passieren? Richtig - es wird vielleicht draußen übernachtet, vielleicht weitergetrunken, womöglich kommt es zu Streit und Aggressionen wenn Angetrunkene Bewohner nicht ins Haus gelassen werden. Die Notdurft muß auch irgendwo verrichtet werden.
    Oder darf man im Haus nur nicht trinken, aber trotzdem betrunken hineingehen?
    Alles in allem wirkt das nicht durchdacht.

    Es wird sehr wahrscheinlich zu extremen Erscheinungen durch Trunkenheit bis zum regelmäßigen Vollrausch einiger Bewohner kommen, da der Alkoholkonsum bei dieser Erkrankung irgendwann nicht mehr steuerbar ist.

    Da gibt es nichts schönzureden und genau deshalb haben die Grünaer Angst davor. Die Narsdorfer hätten davor übrigens auch Angst, @Mike1969. So wie alle anderen auch.

  • 27
    17
    Lexisdark
    08.07.2020

    Diese Reaktionen vom Stadtrand bleiben in Erinnerung, wenn in Grüna mal etwas finanziert oder realisiert werden soll. Den Stempel "Abgelehnt" würde ich dann schon mal bereit legen. Einfach nur eine unglaublich beschämend egoistisch.

  • 38
    9
    BlackToddy
    08.07.2020

    Wer beliefert das Haus mit Nahrung? Der örtliche Bäcker und Fleischer?
    Wer kocht da, Menschen aus dem Ort? Wer sind die Hausmeister? Ich finde, das viele Einwohner da Arbeit finden könnten. Suchtkranke sind nicht da, weil sie dem Bürger die Wohnung ausräumen wollen. Das machen die, die nicht die Hilfe eines solchen Hauses annehmen. Schade, dass die Menschen gern für Obdachlose spenden, aber direkte Hilfe ablehnen.

  • 47
    23
    FP1
    08.07.2020

    Alles nur Vorwände, um Leute die nicht ins Bild passen, wegzudrängen. Ob es nun Flüchtlinge oder Kranke sind, ist völlig egal. Sie passen nicht ins „ehrenwerte Dorf“.

  • 25
    9
    fnor
    08.07.2020

    Mann sollte die positive Wirkung von Chemnitz nicht überschätzen. Nicht jeder geht täglich in Chemnitzer Kinos, Theater und Gaststätten. Neukirchen hat z.B. sein eigenes Freibad. Allerdings kann ich auch sehr positiv von einer Blaukreuz-Wohnstätte berichten. Diese ist bei uns keine 500m von einer Grundschule entfernt. Es gibt keine Probleme. Der Unterschied ist jedoch, dass es sich bei uns nicht um ein großes Hotel, sondern ein 6-8 Parteien-Haus handelt. Ggf. sollte die Stadt Chemnitz die Last auf mehrere Schultern verteilen und nicht einen Ortsteil überlasten.

  • 49
    29
    Mike1969
    08.07.2020

    Zum Nachdenken und Schmunzeln:
    Ich wäre dafür die Grünaer aus Chemnitz rauszuschmeißen. Am Ortseingang von Chemnitz muss jeder Grünaer dann 10 Euro Eintritt bezahlen. Und jeder Grünaer muss für jeden Besuch von Kino, Theater, Gaststätten etc, das doppelte bezahlen.

    Will sagen. Den Genuß der Großstadt kostenlos genießen und dann aber sein Ding alleine machen wollen. So ist es auch mit Neukirchen. Wenn die Orte dort liegen würden, wo Narsdorf liegt, dann hätten sie ganz andere Probleme und wären Froh, wenn Chemnitz der Nachbarort ist.

    ;-)