Stromtrasse: Kritik wegen langer Zeit für Prüfung

Mehrheit der Betroffenen fordert Erdverkabelung - Mitnetz legt sich nicht fest

Für Sie berichtet: Uwe Lemke

Noch sind viele Hürden zu nehmen, bis der Stromnetzbetreiber Mitnetz seine ersten Kabel für die geplante 110-Kilovolt-Starkstromtrasse von Limbach-Oberfrohna nach Oberelsdorf bei Lunzenau verlegen kann. Zurzeit plant die Landesdirektion weitere Verfahrensschritte. Die Bürgerinitiative "Erdverkabelung Tauscha" (BI) begleitet das Verfahren kritisch.

"Die Landesdirektion spielt auf Zeit und beachtet wesentliche Fakten nicht", sagt BI-Mitglied Helmar Biering, der gegen eine Freileitungsvariante und für eine Erdverkabelung kämpft - sofern ein Trassenbau generell überhaupt notwendig sei.

Konkret nennt er die gesetzliche Vorschrift, dass eine Erörterung innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Einwendungsfrist stattfinden müsse. Bis spätestens 11. August hätte die Behörde mit Betroffenen sprechen müssen. Doch dazu sei es bislang nicht gekommen, so Biering.

"Es hat noch kein Erörterungstermin stattgefunden, da die Auswertung der eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen andauert", entgegnet ein Sprecher der Landesdirektion auf Anfrage. Bislang sind laut Behörde etwa 50 Stellungnahmen eingegangen. Wann die Bauarbeiten beginnen, "dazu können zurzeit keine seriösen Angaben gemacht werden", so ein Sprecher der Behörde weiter. Ihr obliegt die Entscheidung, ob Baurecht erteilt wird oder nicht.

Unterdessen gibt es weitere Kritik am beabsichtigten Bau der Stromtrasse. Viele Betroffene sprechen sich für eine Erdverkabelung und gegen eine Freileitungstrasse aus. Im April hatte der Peniger Stadtrat beschlossen, eine Erdverkabelung zu bevorzugen und die Trasse mindestens beim Ortsteil Tauscha unterirdisch zu verlegen. Auch die Gemeinderäte von Mühlau und Hartmannsdorf sprachen sich auf ihrem Territorium für eine Erdverkabelung und die Beachtung des Naturschutzes aus. Das fordern auch Naturschutzverbände. Dadurch fühlen sich Biering und die BI in ihrer Auffassung bestärkt, dass eine Freileitung die Landschaft verschandeln, Naturschutzgebiete beeinträchtigen und zusätzlich zur Autobahn Belastungen für die Anwohner bringen würde.

Laut Mitnetz ist ergebnisoffen eine komplette Freileitungs- und eine komplette Erdverkabelungsvariante von Limbach-Oberfrohna nach Oberelsdorf vorgelegt worden. Darüber hinaus sei man auf eine Teilverkabelung vorbereitet. (mit bj)

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