Strumpfwerke-Ruine wechselt Besitzer

Eines der markantesten Oberlungwitzer Industriegebäude ist verkauft worden. Um seine Zukunft machen alle Beteiligten ein Geheimnis.

Oberlungwitz.

Eines der markantesten Gebäude in der Stadt Oberlungwitz ist verkauft worden. Der historische Klinkerbau der Rogo Strumpfwerke an der Hofer Straße wechselt den Besitzer. Das hat jetzt Peter Herold, Geschäftsführer der Rogo Strumpfwerke und Verkäufer der 1927/28 gebauten Immobilie, bestätigt.

Um die Zukunft des historischen Industriebaus machen alle Beteiligten allerdings noch ein großes Geheimnis. "Es ist viel zu früh, um über Pläne zu sprechen. Bis Klarheit herrscht, habe ich mit den Käufern Stillschweigen vereinbart. Erst mal müssen die Architekten dort rein und schauen, was machbar ist", sagte gestern ein Sprecher der Chemnitzer Immobilienfirma, die den Kauf abgewickelt hat und als Projektsteuerer in Erscheinung tritt.

Lange Zeit war der Rogo-Bau als Ort für die vierte Sächsische Landesausstellung zur Industriekultur 2018 im Gespräch. Dort wurde das 14.500 Quadratmeter große Gelände als Favorit für die Hauptausstellung gehandelt. Die Stadt Oberlungwitz machte damals noch unter Bürgermeister Steffen Schubert den Kauf perfekt, wollte jedoch für diese Prestige-Ausstellung nicht andere wichtige Vorhaben aufs Spiel setzen. Trotzdem kaufte die Stadt für 50.000Euro quasi die Katze im Sack - keiner wusste, ob sie die Landesausstellung tatsächlich bekommt. Für den Fall, dass die Wahl an Oberlungwitz vorbeigeht, gab es eine Rücktrittsklausel.

Im Stadtrat wurden auch Bedenken laut. Immerhin wurde geschätzt, dass 7,5 bis 8 Millionen Euro in das Gebäude und das Ausstellungsgelände investiert werden müssen. Außerdem wollte die Stadt Zusagen für die Nachnutzung. Die kamen von der sächsischen Landesregierung nur halbherzig. Abgesehen davon, dass die Zeit für die Vorbereitungen bis 2018 äußerst knapp war, vergab der Freistaat die Ausstellung nach Zwickau und verschob den Termin auf 2020 - genug Zeit, um die dortigen ehemaligen Horch-Werke für die Schau vorzubereiten.

Schubert-Nachfolger Thomas Hetzel konnte den Deal zum Rogo-Gebäude Ende 2015 rückabwickeln. Nun gibt es eine neue Chance für das Haus.

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