Studie: Landkreis ist in Sachsen Vorletzter

Bei einem bundesweiten Vergleich zur Lebensqualität schneidet die Zwickauer Region nur mäßig ab. Wie ist das zu erklären?

Zwickau.

Wo lebt es sich in Deutschland am besten? Dazu hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag des Fernsehsenders ZDF Daten zu den Bereichen Arbeit und Wohnen, Gesundheit und Sicherheit sowie Freizeit und Natur analysiert - für alle Landkreise und kreisfreien Städte der Republik. Insgesamt flossen 53 Kriterien in die Studie ein, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Platz eins im Bundesranking erreicht München vor Heidelberg und Starnberg im Münchener Speckgürtel. Die drei hintersten Plätze belegen mit Duisburg, Herne sowie Schusslicht Gelsenkirchen allesamt Städte aus Nordrhein-Westfalen.

Der Landkreis Zwickau landete von 401 Kreisen und Städten auf Gesamtrang 215. Im Sachsenvergleich nimmt Zwickau als Vorletzter Platz 12 von 13 ein. Nur Nordsachsen schneidet schlechter ab. Die Rangliste ergibt sich aus der Gesamtzahl der Punkte, die für die einzelnen Bereiche vergeben wurden. Die Aussagekraft der Gesamtplatzierung ist jedoch begrenzt. Viele Kreise und Städte liegen eng beieinander. Die Stadt Leipzig hat zehn Zähler mehr als Zwickau und liegt im Sachsenvergleich sieben Plätze weiter vorn. Nordsachsen mit dem gleichen Punkteabstand nach unten steht aber nur einen Rang hinter Zwickau. Große Unterschiede gibt es bei den Details.

Laut Torsten Spranger, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Zwickau, will sich die Zwickau AG mit der Studie befassen. "Interessant ist, dass Regionen gut abschneiden, die mit Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben, und teilweise Städte mit Bevölkerungswachstum weiter hinten landeten", so Spranger. "Tatsächliche Entwicklung und Wahrnehmung scheinen sich nicht immer zu decken." Leider habe das Image des Landkreises durch die Studie nicht gewonnen.

Die "Freie Presse" fasst die Ergebnisse der Studie für den Landkreis Zwickau zusammen.

Arbeit und Wohnen: Der Landkreis liegt hier bundesweit auf Platz 266 und schneidet bei einigen Kriterien verhältnismäßig schlecht ab, so bei der Bevölkerungsentwicklung (Platz 373), der Quote der Schulabbrecher (363), der Kaufkraft (337) und den Arbeitsstunden pro Erwerbstätigem (348). Positiv: die hohe Frauen-Beschäftigung (19) und die Schülerzahl pro Lehrkraft (53).

Gesundheit und Sicherheit: In diesem Bereich schneidet der Landkreis Zwickau am besten ab und steht bundesweit auf Rang 139. Bei den Abfallaufkommen in Haushalten schaffte es der Landkreis sogar auf Rang 10. Auch beim Indikator Altersarmut, der die Grundsicherungsquote bei Einwohnern ab 65Jahre misst, steht Zwickau mit Platz 13 im Bundesvergleich sehr gut da. Negativ: ein hoher Anteil von Übergewichtigen (343) und Pflegebedürftigen (314) sowie die Feinstaubwerte (334).

Freizeit und Natur: In dieser Kategorie punktet der Landkreis vor allem mit der Ganztagsbetreuungsquote im Kindergartenalter (36) und bei Kleinkindern (52). Aufholbedarf herrscht besonders bei Übernachtungen im Fremdenverkehr (359), der Bar- und Restaurantdichte (356) Auch Kriterien wie die Sonnenstunden pro Jahr, Kulturveranstaltungen, Nutzung von Bibliotheken Vereinsdichte, der Anteil von Erholungsflächen sowie die Beteiligung bei den jüngsten Wahlen wurden mit berücksichtigt.

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