Tänzer treten für Chemnitzer Hospiz auf

Für eine Ballett-Benefizgala im Opernhaus reisen rund 50 Tänzer aus ganz Deutschland an. Das Publikum erwartet auch eine Uraufführung.

Wenn Anja Merkel am Samstag ins Opernhaus geht, dann wird das kein Besuch wie sonst bei ihr üblich. Sie kommt nicht, um die neueste Inszenierung anzusehen, sondern um der Ballett-Benefizgala beizuwohnen. Die Leiterin des Hospiz- und Palliativdienstes Chemnitz wird selbst auf die Bühne gehen und dem Publikum ihre Arbeit vorstellen. Denn die über zehn Ballettkompanien aus verschiedenen deutschen Städten sowie aus Prag, die am Samstag zu Gast sind, treten in diesem Jahr - es ist bereits die sechste Ballett-Benefizgala in Chemnitz - zugunsten des Hospizes auf.

Ausgewählt wurde das Hospiz von Ballettdirektorin Sabrina Saddowska. Warum? "Weil man den Menschen im Hospiz gar nicht genug danken kann für ihre Arbeit", sagt sie. Aufgabe des Hospizes ist es, schwerst kranken Menschen einen letzten Gang in Würde und Geborgenheit zu ermöglichen. Anja Merkel erklärt, dass im stationären Bereich des Hospizes in Altendorf 16 Betten vorhanden sind. In diesem Jahr habe es bisher 80 Bewohner gegeben, wovon 61 verstorben seien. "Fünf Bewohner konnten aber auch wieder ausziehen", sagt sie. Im Jahr 2018 hatte das Hospiz 192 Bewohner. Neben dem stationären gibt es auch noch einen ambulanten Teil. Einen konkreten Zweck, für den der Erlös aus der Gala eingesetzt wird, gibt es nicht. Die Arbeit im Hospiz werde durch Fördermittel finanziert, für die der Verein jedoch Eigenmittel beisteuern muss, erklärt Merkel, und für die sei man immer auf Spenden angewiesen. Gar keine Fördermittel erhält der Verein jedoch für seine Angebote zur Trauerarbeit, wie für Eltern von Kindern, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind, für Kinder, die wichtige Bezugspersonen verloren haben oder für Erwachsene.


Für die Gala am Samstag haben sich unter anderen das Ballett der Semperoper, das Ballett Augsburg, Tänzer der Staatlichen Ballettschule Berlin, das Tanztheater Braunschweig, die Tanzcompagnie Gießen und Tänzer der Theater Koblenz und Trier angekündigt. Das Ballett Chemnitz wird eine Uraufführung zeigen: Der Choreograf Eno Peci, der gemeinsam mit Sadowska den "Schwanensee" choreografierte, hat für die Chemnitzer Tänzer Molly Gardiner und Yester Mulens Garcia ein Stück entwickelt.

Neben dem Hospiz gibt es einen weiteren guten Zweck, für den am Samstag getanzt wird. Es ist die Stiftung "Tanz - Transition Zentrum Deutschland", die Tänzer bei einer beruflichen Neuorientierung begleitet. Die professionelle Tänzer-Laufbahn ist meist dann zu Ende, wenn in anderen Berufen erst richtig durchgestartet wird.

Die Ballett-Benefizgala findet am Samstag ab 19 Uhr im Opernhaus statt. Karten kosten zwischen 18 und 38 Euro.

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