Thailand, Niederlande, Kenia - kulinarisch einmal um die Welt

Auf dem Neumarkt findet ein Festival der Straßenküchen - Neudeutsch: Street Food - statt. Neben den obligatorischen Burgern gibt es auch Exotisches. Einige Verkäufer haben eine kurze Nacht hinter sich.

Den Betreibern der Garküchen und Foodtrucks gefällt es offenbar in Chemnitz. Zum dritten Mal ist die Walhalla-Events-Gesellschaft von Bobby Gebhardt aus der Oberpfalz mit dem Street-Food-Festival, also dem Straßenküchen-Festival, in der Stadt zu Gast. Der diesjährige Besuch begann gleich mit einer Überraschung. Denn am Donnerstag wurden die Garküchen und Foodtrucks bereits aufgebaut. "Danach wollten wir wieder nach Hause fahren", sagt Birgit Croos, deren Chef drei Stände für Pommes, Bowle und gebratene Insekten hat. Doch als sie 18 Uhr fertig mit Aufbauen waren, erlebten sie den Neumarkt rappelvoll mit Kosmos-Besuchern und entschieden sich zu öffnen. Veranstalter Gebhardt hatte sich erkundigt, dass es dafür das Okay der Behörden gibt. "Wir hatten gar kein Personal dabei", so Croos. Also öffneten sie nur die Pommes-Bude. "2 Uhr nachts war ich im Bett, 5 Uhr bin ich wieder aufgestanden", sagt sie. Am Freitagmorgen mussten sie dann erst einmal in einem Chemnitzer Großmarkt einkaufen, um den dezimierten Vorrat aufzufüllen. Auch weitere Stände öffneten spontan am Donnerstag. Hungrige Kosmos-Besucher hatten sich einfach angestellt.Poffertjes sind das Steckenpferd von Kia Ezadian. Der Mann aus Hamburg verkauft diese Mini-Eierkuchen seit 2017 mit insgesamt drei Ständen auf Märkten in Deutschland. Poffertjey sind eine Gebäckspezialität aus den Niederlanden. Üblicherweise werden die münzgroßen Eierkuchen mit Puderzucker und Butter, manchmal auch mit Likör serviert. Er kenne das von Weihnachtsmärkten und sei natürlich auch in den Niederlanden gewesen, wo er die runden süßen Kleinigkeiten kostete. Er habe sich jetzt eine sommerliche Variante überlegt. Darum können sich seine Kunden verschiedene Obstsorten und Saucen wie Apfelmus oder Nutella aussuchen, mit denen die Poffertjes garniert werden. Gebratene Würmer, Heuschrecken und Grillen, wie man sie zum Beispiel in Thailand isst, verkauft Birgit Croos. Das Interesse daran werde immer größer, weil sich mehr Menschen mit dem Thema Insektenessen auseinandersetzten und begreifen würden, dass das die Zukunft sei. Eine Heuschrecke brauche einen Liter Wasser bis "zur Ernte", sagt Croos. "Eine Kuh braucht dagegen 16.000 Liter", erklärt sie. Ihre Insekten beziehe sie von einem Züchter aus Bonn. Die Auflagen der Lebensmittelkontrolle an den Verkauf von gezüchteten Insekten seien hoch, erklärt sie. Es gehe darum sicherzustellen, dass man nicht etwa Insekten, die als Tierfutter gedacht sind, verkauft. Die seien ungenießbar, wisse sie aus eigener Erfahrung. Kartoffel à la Afrika verkauft Yvonne Akinyi. Sie stammt aus Kenia, wie auch die Speisen am Stand von "Hakuna Matata". Dieser gehört Maureen Opolo Schubert, die ebenfalls aus Kenia kommt, aber in Dresden lebt. Die Kartoffeln werden wahlweise mit Tamarind-Sauce oder Sour-Cream serviert. Tamarinde sei scharf, so liebe man das in Afrika, sagt die Chemnitzerin Simone Vach, die ebenfalls am Stand arbeitet. Weitere Angebote sind Spinat in Kokosmilch und mit Erdnussstücken an Couscous, Hühner-Curry und ein Gulasch à la Afrika in Erdnussauce mit Reis. Der Stand-Name heißt übersetzt übrigens "Kein Problem" - Fans des Disney-Zeichentrickklassikers "Der König der Löwen" wissen es.

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