Tödlicher Unfall: Geldstrafe für Angeklagten

Motorradfahrer stirbt nach Zusammenprall mit Radfahrer

Ein tödlicher Unfall, der mehr als zwei Jahre zurückliegt, ist am Donnerstag erneut juristisch aufgearbeitet worden. Ein heute 73-Jähriger, der im Mai 2017 vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, hatte Berufung eingelegt, die am Landgericht verhandelt wurde.

Im Juni 2016 hatte der Mann mit seinem Fahrrad die Frankenberger Straße nahe der Rudolf-Liebold-Straße überquert, ohne auf den Verkehr zu achten. Ein Motorradfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und kollidierte mit dem Senior. Der Motorradfahrer wurde von seinem Fahrzeug geschleudert. Er erlitt dabei schwere Verletzungen und verstarb wenige Tage danach an den Unfallfolgen. Der heute 73-Jährige hatte seine Schuld schon in der ersten Verhandlung gestanden.

Der Verteidiger des Mannes begründete die Berufung mit dem Ziel, dass das Urteil auf eine fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge reduziert wird. Begründung: Der Verunglückte trug zum Unfallzeitpunkt einen alten, zu DDR-Zeiten gefertigten Helm, der dem Aufprall nicht standhielt. Hätte der Mann einen modernen Helm getragen, wäre er noch am Leben, so die Argumentation des Anwaltes. Der Richter stellte dazu fest, dass in der Straßenverkehrsordnung lediglich festgeschrieben ist, dass Motorradfahrer einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen. Dass es ein moderner, amtlich geprüfter Helm sein müsse, sei hingegen nicht vorgeschrieben.

Der Richter appellierte an den Verteidiger, die Berufung zurückzuziehen. Schließlich sei das Urteil des Amtsgerichtes - eine Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro - vergleichsweise moderat ausgefallen. Der Anwalt der Familie des Verstorbenen, die komplett im Gerichtssaal erschienen war, brachte zudem einen emotionalen Aspekt ins Spiel: Bei den Angehörigen gebe es nach wie vor Trauer und Wut. Mit Vorwürfen gegen ihren Sohn könnten sie nur schwer leben. Nach einer Beratung mit seinem Anwalt zog der Angeklagte die Berufung zurück und entschuldigte sich im Anschluss bei der Familie.

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