Turnhallenbau in Pleißa dauert ein halbes Jahr länger

Am Gebäude ist Richtfest gefeiert worden. Sportler und Schüler freuen sich auf bessere Bedingungen. Sie brauchen aber noch Geduld, weil die Planung überarbeitet werden musste.

Pleißa.

Wartezeit vor dem Duschen? Das kann die gute Laune, die sich nach einer schweißtreibenden Sporteinheit meist einstellt, schnell vermiesen. Doch genau diese Wartezeit gehörte für die Volleyballer des TuS Pleißa bislang zum Alltag. "Es gab in der alten Halle nur eine Dusche", sagt Vereinsmitglied Rolf Bretschneider. Entsprechend dauerte es, bis sich alle Volleyballer gewaschen hatten. Auch sonst blieben in der alten Turnhalle am Festplatz in Pleißa Wünsche der Sportler offen. "Sie war eigentlich nicht lang genug für uns", sagt Bretschneider.

Die Halle ist seit einem Jahr eine Baustelle. Seit derselben Zeit wächst gleich nebenan eine neue Sporthalle empor. Inzwischen steht der Rohbau, die Dachkonstruktion ist geschlossen. Nachdem Oberbürgermeister Jesko Vogel den symbolischen Nagel eingeschlagen hatte, verlas Zimmerer Matthias Strobel den Richtspruch. Weil die neue Halle ein Flachdach aufweist, wurde der Richtkranz nicht aufgesetzt. Er schwebte am Haken eines Krans über den Gästen des Richtfestes.


An der Südwestseite der neuen Turnhalle sind größere Fenster vorgesehen als auf der Nordostseite. Auf diese Weise soll nach Angaben von Michael Claus, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung im Rathaus, die Sonnenenergie optimal genutzt werden. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach wird künftig Strom erzeugt. Das Spielfeld der neuen Einfeldhalle wird 27 Meter lang und 15Meter breit sein. Daneben werden ein Geräte- und ein Technikraum sowie Toiletten untergebracht.

Umkleiden sind hingegen im Neubau nicht vorgesehen - die finden in der alten Halle Platz, genauso wie ein Vereinsraum. Das historische Gebäude wurde komplett entkernt. Laut Claus wollte man die alte Halle mit der ansehnlichen Klinkerfassade und dem sogenannten Tonnengewölbe in Form eines Rundbogens erhalten. Beide Gebäude werden mit einem Durchgang verbunden, der teilweise verglast ist. An jener Stelle wird sich auch die Eingangstür befinden.

Neben den Sportlern des TuS Pleißa freuen sich auch die Lehrer und Schüler der Grundschule, die während der Bauarbeiten zum Sport per Bus in die Turnhalle nach Kändler fahren, auf die besseren Bedingungen. "Wir können den Schülern dann Sportarten bieten, die wir bislang nicht ausüben konnten", erklärt Schulleiterin Heike Wolfram. Zum Beispiel sei es in der alten Halle aus Platzgründen nicht möglich gewesen, vernünftig Handball zu unterrichten. Auch die Teilnehmer einer Leichtathletik-AG hätten dann viel mehr Möglichkeiten. Von dem geräumigeren Abstellraum erhofft sich Wolfram, dass die Sportgeräte zügiger rangiert werden können.

Bis der Neubau für den Schulsport zur Verfügung steht, ist jedoch noch Geduld nötig. Eigentlich sollte das Projekt in diesem Sommer abgeschlossen werden. Doch wegen Auflagen der zuständigen Wasserbehörde musste die Planung überarbeitet werden. "Regenwasser darf nur gedrosselt in den Pleißenbach abfließen", erläutert Fachbereichsleiter Claus. Deshalb mussten unterirdische Rückhaltebehälter installiert werden. Hintergrund ist die Hochwassergefahr. Die zusätzlichen Arbeiten sowie Lieferschwierigkeiten bei Baumaterialien führten zu einer Verzögerung. Claus geht davon aus, dass die neue Halle Ende des Jahres in Betrieb genommen werden kann. Die Auflagen der Wasserbehörde treiben auch den Preis in die Höhe: Statt 2,7 Millionen soll das Projekt nun 3,4 Millionen Euro kosten.

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