Umbau des Naturkundemuseums beginnt später als angekündigt

Die Dauerausstellung der Einrichtung soll rundum erneuert werden. 2019 sollte es losgehen. Doch das Vorhaben verschiebt sich nun. Der Direktor ist darüber nicht unglücklich.

Die aktuelle Sonderausstellung des Naturkundemuseums "Brillant - violet - wandelbar - Amethyst aus dem Herzen des Erzgebirges" sollte eigentlich nur bis zum 25. November zu sehen sein. Bei der Eröffnung im Februar sagte Museumsdirektor Ronny Rößler, die Ausstellung werde die letzte vor dem großen Umbau sein. Dieser werde ab 2019 beginnen.

Doch es kommt anders. Die Amethyst-Ausstellung wurde verlängert und ist bis zum 10. März zu sehen. Kisten werden im Naturkundemuseum noch längst nicht gepackt. Das Projekt, die Ausstellung zu erneuern, muss noch warten. Grund dafür sei, dass es noch keine Vorlage aus der Verwaltung zum Umbau gibt, über die der Stadtrat entscheiden könnte, erklärt Rößler. Da es über einen längeren Zeitraum keinen Bürgermeister für Kultur in der Stadt gab, sei diese Aufgabe liegen geblieben. Seit November bekleidet Ralph Burghart dieses Amt. "Die Vorlage soll 2019 erarbeitet werden", so Rößler. Er rechne damit, dass ein Abbau der bestehenden Ausstellung dann ab 2020 möglich sei. Zu den Kosten könne man noch nichts sagen. Die Dauerausstellung ist 18 Jahre alt. "Seit drei Jahren arbeiten wir an den Inhalten einer neuen Ausstellung", so Rößler. Bisher gebe es aber nur ein Ideenkonzept. Genaueres könne er erst sagen, wenn Gestalter vertraglich gebunden sind. Das geht aber erst, wenn es einen Stadtratsbeschluss über das Vorhaben gibt. "Ich gehe davon aus, dass das Museum dann zwei bis drei Jahre lang geschlossen bleibt", so Rößler.

Die Stadtverwaltung ist mit der Nennung von Details noch zurückhaltend. Eine Sprecherin teilte auf Nachfrage von "Freie Presse" mit, dass die erste Planungsphase, zu der auch die Finanzplanung gehöre, bis Ende 2019 andauere. "Planungen für Neugestaltungen von Dauerausstellungen in dieser Größenordnung bedürfen in aller Regel mindestens fünf Jahre", heißt es weiter. Details zu Beginn und Kosten des Umbaus könne man noch nicht nennen.

Darüber, dass es noch nicht losgeht, ist Rößler so traurig nicht, obwohl er die in die Jahre gekommene Dauerausstellung lieber so schnell wie möglich erneuert hätte. Aber 2019 besteht das hauseigene Insektarium 40 Jahre. Es wurde am 7. Oktober 1979 als erstes in Ostdeutschland eröffnet. Dieses Jubiläum soll 2019 gebührend gefeiert werden. Und es gibt einen weiteren Grund für Rößlers Zurückhaltung: In der neuen Ausstellung sollen natürlich Fundstücke aus dem Grabungsfeld an der Glockenstraße gezeigt werden. Diese müssen dafür aber noch präpariert werden. Und auch das dauert. So sei ihm die Verschiebung "nicht ganz unrecht", denn zu einem späteren Zeitpunkt sei einfach mehr fertig.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...