Unruhe bei Continental: Droht ein Stellenabbau?

Unternehmen setzt künftig verstärkt auf E-Mobilität - Gespräche zu Jobs laufen

Limbach-Oberfrohna.

Wird es bei Continental in Limbach-Oberfrohna zu einem Stellenabbau kommen? Das vermutet die "Leipziger Volkszeitung" und verweist auf den Sparkurs, den der Automobilzulieferer in dieser Woche angekündigt hat. Die Einschnitte sollen demnach vor allem die Antriebssparte treffen, zu der das Werk am Ostring gehört. Continental ist mit 1200 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt.

Auf Anfrage der "Freien Presse" bestätigt eine Konzernsprecherin nicht, dass am Standort Jobs gestrichen werden - sie dementiert aber auch nicht. "Die Gespräche hierzu laufen aktuell. Somit gibt es auch noch keine finalen Aussagen zu Stellenabbau an konkreten Standorten", teilte die Sprecherin mit. Selbst falls Arbeitsplätze gestrichen werden sollten, bedeute das nicht, dass es zwangsläufig Entlassungen gebe. "Unser Ziel ist, hier individuelle Lösungen zu finden", erklärt die Sprecherin. So sei es beispielsweise denkbar, Mitarbeiter durch Schulungen für andere Aufgaben zu qualifizieren.


Hintergrund der Umstrukturierungen ist der Trend zur Elektromobilität. "Die Zukunft ist zweifellos elektrisch", sagt Andreas Wolf, Chef der Antriebssparte. Verbrennungsmotoren würden zwar noch einige Jahre gebraucht. Die Investitionen in Injektoren und Pumpen für Benzin- und Dieselmotoren wolle der Konzern aber zurückfahren. Das dürfte den Standort in Limbach-Oberfrohna zweifellos treffen - etwa 1200 Mitarbeiter stellen dort Einspritzdüsen für Dieselmotoren her. Zudem wird im Werk entsprechende Forschung betrieben.

Noch vor gut einem Jahr hatte Werksleiter Carsten Czenkusch prophezeit, dass die Nachfrage nach dem Verbrennungsmotor bis 2025 steigen wird. Das Werk sei deshalb auf absehbare Zeit gut ausgelastet, hieß es damals. Zudem kündigte Czenkusch für 2019 die Herstellung eines neuen Produktes unabhängig vom Dieselmotor an. Auf Nachfrage der "Freien Presse" teilte der Konzern jetzt mit, zu dem Thema gebe es keine neuen Informationen. Laut Wolf nimmt das Unternehmen aber Abstand von früheren Überlegungen, in die Fertigung von Batteriezellen einzusteigen.

Unter den Mitarbeitern hat die Pressemeldung Unruhe ausgelöst. Auf Facebook bringen Beschäftigte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass sie nicht von einem eventuellen Stellenabbau betroffen sein werden. Andere Kollegen sprechen von Panikmache, da eine offizielle Bestätigung fehle. Zudem mangele es derzeit nicht an Arbeit. Vertreter von Betriebsrat und Gewerkschaft waren am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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2Kommentare
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  • 18
    4
    Julk1988
    10.08.2019

    @ArndtBremen auch wenn ich nicht jeden ihrer Kommentare teile, aber hier haben sie vollkommen recht. Insbesondere die Abhängigkeit als verlängerte Werkbank war und ist immer noch gewollt. Es kann ja nicht sein das es ernst zu nehmende Konkurrenz aus dem Osten gibt und wenn doch dann wird sie gekauft und paar Jahre später platt gemacht. Union lässt grüßen.

  • 19
    11
    ArndtBremen
    10.08.2019

    Wer 1989 nach der freien Marktwirtschaft gebrüllt hat, muss jetzt mit deren Auswirkungen, egal in welche Richtung eben auch leben. Mein Job bei fischer Hydroforming Chemnitz ist auch weg. Schade, aber ich hab mittlerweile einen neuen Arbeitgeber. Unternehmen, die die Zukunft verschlafen, reiten auf einer Rasierklinge.
    Auch das der Osten die ewige verlängerte Werkbank des Westens ist und bleibt dürfte doch nun jedem "Wirtschaftsexperten" klar sein. Insolvenzverwalter und Transfergesellschaften wollen auch leben.



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