Unruhe-Wochenende in der Stadt: Brände, Einbrüche, Schlägerei

Eine Auseinandersetzung in Kappel ist eskaliert, Steine sind geflogen, es gab Verletzte. Kurze Zeit später gingen an anderer Stelle Autos und Mülltonnen in Flammen auf.

Es ist kurz vor Mitternacht gewesen, als am Samstag ein Golf auf der Stollberger Straße angehalten hat. Drin sitzen vier junge Männer, alle 19 Jahre alt. Einem war plötzlich übel geworden, er wollte frische Luft schnappen, schildert die Polizei später. Nachdem er aus dem Auto ausgestiegen war, sei er von zwei Männern angegriffen und geschlagen worden. Als seine Begleiter ihm helfen wollten, wurden sie nach Polizeiangaben von drei weiteren Männern mit Steinen beworfen. Es kam zur handfesten Auseinandersetzung, die Straße war blockiert, so die Polizei. Danach rannten die Angreifer weg, einer lief über einen Honda, der auf der Straße stand und aufgrund der Schlägerei keine freie Fahrt mehr hatte.

Vier der fünf Tatverdächtigen hat die Polizei noch in der Nacht festgenommen. Es handelt sich nach Information der Ermittler um zwei 17-Jährige, einen 18-Jährigen und einen 29-Jährigen aus Tunesien beziehungsweise Marokko. Der Ermittlungsrichter hat Haftbefehl gegen alle vier Tatverdächtigen erlassen. Die Männer befinden sich inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt, wie die Polizei am späten Sonntagabend mitteilte. Der fünfte Tatverdächtige ist noch auf der Flucht, von ihm sei laut Polizei lediglich der Name bekannt.

Bei der Schlägerei sind drei der 19-jährigen Opfer, die aus Deutschland stammen, verletzt, zwei davon im Krankenhaus behandelt worden. Einer sei selbst zum Arzt gegangen. Außerdem wurde einem Opfer das Handy geraubt. Die Auseinandersetzung ereignete sich in Nähe des Wohnhotels Kappel, das als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird.

Vor der Einrichtung versammelten sich gegen 3 Uhr nachts - drei Stunden nach dem Vorfall - etwa 20 Personen zu einer Spontandemonstration. Sie verlief nach Polizeiangaben friedlich und endete 3.30 Uhr. Weil ein Hitlergruß gezeigt wurde, nahmen die Beamten eine Strafanzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen auf.

Zu weiteren Einsätzen größeren Ausmaßes wurden Polizei und Feuerwehr gestern Morgen nach Gablenz und Bernsdorf gerufen. Dort brannten mehrere Autos und Mülltonnen. Zunächst ging an der Geibelstraße/Liselotte-Herrmann-Straße ein Suzuki in Flammen auf, wenige Minuten später drei weitere Autos, die auf der Straße Heimgarten abgestellt waren. Ein Chevrolet brannte komplett aus, ein Hyundai und ein Renault wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Den Gesamtschaden beziffert die Polizei mit 20.000 Euro. Die Flammen seien auch auf einen Baum übergegriffen. Am Tatort wurde ein Mann gesehen, der zügig in Richtung der Straße Sachsenring lief, nachdem er sich offenbar beobachtet fühlte. Ein Zeuge schätzt, dass er etwa 1,80 Meter groß und zwischen 20 und 30 Jahre alt ist. Er hat wahrscheinlich kurze, dunkle Haare und war mit einer dunklen Kapuzenjacke und blauer Jeans bekleidet.

Erneut nur wenige Minuten später brannten an Zschopauer Straße sowie an Augsburger Straße/Marktsteig zwei Mülltonnen völlig aus. Bereits in der Nacht zum Samstag hatten Unbekannte Sperrmüll in einem leerstehenden Mehrfamilienhaus in Schloßchemnitz an der August-Bebel-Straße angezündet. Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. An der Unteren Aktienstraße und am Brühl haben in der gleichen Nacht ebenfalls zwei Mülltonnen sowie ein Bauzaun Feuer gefangen.

Gestern Vormittag schließlich kam es noch zu einer Reihe von Auto-Einbrüchen, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigte. Vier Fälle sind vom Sonnenberg bekannt geworden, ein weiterer aus dem angrenzenden Stadtteil Gablenz. Dort wurde die Scheibe eines Chryslers, der auf der Adelsbergstraße geparkt war, eingeschlagen. Schlüssel, die im Auto lagen, sollen gestohlen worden sein. Bereits in der Nacht zum Freitag wurden in der Innenstadt die Scheiben an drei Autos eingeschlagen. Betroffen waren ein Seat auf dem Brühl, ein Passat auf der Lerchenstraße und ein Audi, der auf der Straße der Nationen abgestellt war. Aus den Autos gestohlen wurden laut Polizei ein Rucksack, Geldbörse, Papiere, Schlüssel.

Hinweise zu den ungeklärten Taten sowie zum beschriebenen Mann, der in Nähe des Brandortes in Gablenz gesehen wurde, nimmt die Polizei entgegen, Ruf: 0371 387495808.

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2Kommentare
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  • 15
    2
    Jägermeisterin
    11.01.2016

    Ich bedanke mich hiermit bei Frau Merkel, die die Sicherheit in diesem Land nicht mehr gewährleisten kann.
    Die Vorfälle zum Jahreswechsel in mehreren Städten sollten endlich dem Letzten die Augen öffnen.
    Udo Ulfkotte hatte dies übrigens schon 2009 vorhergesehen.
    Sehr zu empfehlen das Buch. "Vorsicht Bürgerkrieg!"

  • 8
    2
    aussaugerges
    11.01.2016

    Die Richter und Staatsanwälte haben ja das Geld für Vollkasko!! ! ! ! ! !



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