Unter fremdem Namen

Mehrfache Mutter wegen Betrugs vor Gericht - Für sie war es nicht das erste Mal

Wegen Diebstahls und Computerbetruges in 16 Fällen ist eine Frau vom Amtsgericht Chemnitz verurteilt worden. Die mehrfache Mutter sagte zu ihrer Verteidigung, sie sei in finanziellen Nöten und mit ihrer Lage überfordert gewesen.

Laut Staatsanwaltschaft soll sie wiederholt Waren bei Onlineversandhäusern bestellt, diese aber nicht bezahlt haben. Um dabei nicht aufzufallen, hat sie immer andere Namen genutzt. Insgesamt habe sie sich Dinge im Wert von mehr als 2500 Euro liefern lassen. Später soll sie die Kreditkarte eines Bekannten gestohlen und mit dieser ebenfalls eingekauft haben. Dem Kartenbesitzer sei so ein Schaden von mehr als 110 Euro entstanden, heißt es.

Den Vorwürfen gegen sie stimmte die Angeklagte kommentarlos zu. Auf die Frage des Richters, warum sie diese Taten begangen habe, berief sie sich auf schwierige Lebensumstände. Lange Zeit habe sie keinen festen Wohnsitz gehabt. Nach dem Tod ihres ältesten Kindes sei sie in eine schwere Depression gefallen. Drei andere Kinder seien ihr weggenommen worden. Ihre Mutter sei berufstätig und habe sie nicht zu sich nehmen können, zum Vater bestehe kein Kontakt.

Als sie mit ihrem vierten Kind schwanger wurde, sei sie zum Kindsvater gezogen. Aber inzwischen habe sie einen neuen Partner und mit diesem auch eine eigene Wohnung. Ihr jüngstes Kind habe sie bei einer Kita angemeldet. Sie wolle nach der Elternzeit auch wieder arbeiten gehen. Eine abgeschlossene Ausbildung habe sie nicht.

Der Amtsrichter folgte dem Antrag der Staatswaltschaft und verhängte eine 15-monatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Bewährungszeitraum beträgt drei Jahre. In dieser Zeit darf die Frau nicht mehr straffällig werden. Ansonsten müsse sie, auch mit Kleinkind, in Haft, so der Richter. Zusätzlich wurden der Angeklagten noch 100 Sozialstunden auferlegt.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich nur 40 Sozialstunden gefordert. Mit ihrem Geständnis habe die Angeklagte das Verfahren verkürzt. Das Urteil berücksichtigte allerdings auch, dass die Frau schon mehrfach straffällig geworden war, unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Zum ersten Mal hatte sie bereits vor acht Jahren vor Gericht gestanden. (soma)

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