Update: Laut LKA und Staatsanwaltschaft doch keine Durchsuchung beim CFC

Verdacht auf Insolvenzverschleppung

Update 15.56 Uhr: Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Bauch zeigte sich am Donnerstagnachmittag überrascht über "die Aussagen, die heute von Siemon getroffen wurden, und über die Ereignisse". Inhaltlich wollte er sich nicht äußern. Bauch: "Ich vertraue unserem Rechtsstaat. Wir werden sehen, was nach den Ermittlungen übrig bleibt."

Update 15.34 Uhr: Das Landeskriminalamt Sachsen und die Staatsanwaltschaft Chemnitz zeigen sich am Nachmittag überrascht von der Darstellung des Insolvenzverwalters Klaus Siemon. Laut LKA-Sprecher Tom Bernhardt wurden die CFC-Geschäftsräume nicht durchsucht, vielmehr habe es sich "um ein Treffen der Beamten mit dem Insolvenzverwalter" gehandelt. Dieser habe den Ermittlern die Akten übergeben. Das bestätigt Ingrid Burghart. Nach Angaben der Sprecherin der Staatsanwaltschaft habe das LKA die Akten sogar auf Bitten von Siemon mitgenommen. Das LKA ermittle gegen Aufsichtsratschef Uwe Bauch wegen des Vorwurfs der Untreue. In den Ermittlungen spiele auch der Verdacht der Insolvenzverschleppung hinein. Sie gehen auf eine anonyme Anzeige zurück, die bereits im Mai eingegangen sei, so Burghart. Siemon versicherte auf Anfrage, dass er nicht der Anzeigensteller sei. Die Anzeige richte sich gegen Bauch in seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender des Fußballclubs.

Meldung von 12.49 Uhr: Laut der Darstellung von Klaus Siemon hatten LKA-Beamte am Donnerstagvormittag Geschäftsräume des Chemnitzer Fußballclubs durchsucht. Es sei Anzeige wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung erstattet worden, sagte ein Sprecher des Kriminalamtes in einer ersten Stellungnahme. Nach Angaben von CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon werde das Ermittlungsverfahren gegen Aufsichtsratsvorsitzenden Uwe Bauch geführt.

Siemon hatte sowohl für Bauch als auch für Vorstandsvorsitzenden Andreas Georgi im Juli ein Hausverbot für Teile des Stadions, unter anderem für die Geschäftsstelle, erteilt. Der Geschäfts- und Spielbetrieb sei von den Ermittlungen des LKA in keiner Weise betroffen, versichert Siemon in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung. In dieser heißt es auch, dass die Mitarbeiter der CFC-Geschäftsstelle durch die jüngsten Entwicklungen geschockt seien. Sportchef Thomas Sobotzik fordert "in Anbetracht der schwierigen Situation" von Stadt und Oberbürgermeisterin, die finanzielle Unterstützung "deutlich zu verbessern", ohne genauer darauf einzugehen. (mit dpa)

Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 8 Bewertungen
3Kommentare
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  • 3
    1
    acals
    24.08.2018

    Ja, es ist tatsächlich eine mögliche Lesart, dass dem Insolvenzverwalter das Wasser bis zum Hals steht und er alle etwaigen Strohhalme greift. Er weiss sicherlich ganz genau das die Mehrheit der Gläubiger einen anderen Insolvenzverwalter einsetzen kann - da wäre er dann raus, und die schönen anwaltlichen Gebührenrechnungslegungsgrundlagen futschikowski.
    In jedem Fall torpediert er aber eine sachliche Aufarbeitung - wer hatte ihn doch gleich eingesetzt? In welchem zuvorigen Verhältnis stand er zu handelnden Personen? Diese Fragen drängen in den Vordergrund und werden eben leider wichtiger als seriöse Abwicklung des CFC's.

    Dass aber bereits jetzt schon wieder nach der Stadt als finanzieller Unterstützer gerufen wird ist nicht nur ein Armutszeugnis, es ist auch ein Offenbarungseid. Offenbar treten Gläubiger nicht von ihren Forderungen zurück.
    Denn Ruf von Herrn Sobotzik nach kommunalen Geld etc kennen wir auch schon von früher; es ist mehr als fair den ChemnitzerInnen gegenüber auf dem CFC Trikot einzusticken "Mit freundlicher Unterstützung der Kommune Chemnitz" - das, und nur das wäre dann der Konkurrenz in der 4. Liga gegenüber fair; denn von solchen Verfahrensweisen würden auch andere Clubs gerne profitieren.

  • 5
    1
    guenni07545
    23.08.2018

    Man fragt sich ernsthaft, was spiel der IV Siemon hier für ein Spiel? Eine Abholung von bereitgestellten Akten als Durchsuchung der Geschäftsstelle zu bezeichnen ist eine fiese LÜGE!

  • 7
    0
    994374
    23.08.2018

    Bei den Kollegen von Radio Chemnitz heißt es: "Das LKA widersprach dieser Darstellung. Es habe keine Durchsuchung und keine polizeiliche Maßnahme beim CFC gegeben. Vielmehr seien bei einem mit Siemon abgesprochenen Termin Unterlagen übergeben worden."



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