US-Retter loben Chemnitzer Technik

Erstmals haben sich Feuerwehrleute aus Amerika die Leitstelle der Stadt angeschaut. An einem hiesigen Projekt wollen sie sich ein Beispiel nehmen.

Feuerwehrleute aus den Vereinigten Staaten von Amerika haben ihre Chemnitzer Berufskollegen besucht. Und der Austausch hat bei den US-Rettern einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ihren Dienst erledigen die Amerikaner in Kalifornien. Der US-Bundesstaat steht wegen seiner häufigen und verheerenden Waldbrände regelmäßig in den Schlagzeilen. Und obwohl die Amerikaner deshalb große Rettungseinsätze gewohnt sind, kamen sie bei ihrem Besuch in der Chemnitzer Leitstelle ins Staunen. "Die Technik hier ist außergewöhnlich", sagte Patrick D'arcy, Chief bei der Feuerwehr in San Francisco. Die vierköpfige Delegation bekam unter anderem große Augen, als Bürgermeister Sven Schulze und Chemnitzer Feuerwehrmänner die engmaschig vernetzte Leitstellentechnik erklärten. Unter anderem wurden dazu in der Zentrale an der Schadestraße Klimakarten großformatig auf LED-Wänden dargestellt. "Und hier sehen wir jede einzelne Wache, auch die außerhalb des Stadtgebietes, eingezeichnet", so Schulze weiter. "Alle mit einem symbolischen roten Dach gekennzeichnet." Insgesamt versuche man, so der Bürgermeister weiter, von der Rettungsleitstelle aus das Leben von einer Million Menschen im südwestsächsischen und teilweise auch im tschechischen Einzugsgebiet zu schützen. "Wow!" Das war der Kommentar, der den Amerikanern nach der Präsentation einmütig entfuhr.

Noch mehr staunten sie jedoch über die Nachwuchsarbeit. Denn neben den 400 Berufsfeuerwehrmännern und -frauen sowie 600 freiwilligen Kameraden werden in Chemnitz derzeit auch fast 320 Kinder im Alter ab sechs Jahren auf den Dienst an der Spritze vorbereitet. "So ein zeitiges Heranführen des Nachwuchses an den Löscheinsatz kennen die Amerikaner überhaupt nicht", so Matthias Dünkel, Vorsitzender des Vereins Eurofire. Er organisierte mit der internationalen Interessengemeinschaft von Feuerwehrleuten den Austausch, verbindet so Kameraden in aller Welt. Er zeigte sich sicher: "Daran werden sich die Kollegen aus Amerika ein Beispiel nehmen." Der Verein Eurofire holte bereits 250 amerikanische Feuerwehrleute nach Deutschland, ungefähr 400 Deutsche flogen zum Gegenbesuch. "Diesmal wollten wir den Fokus auf Chemnitz richten", so Dünkel. "Wir hoffen, dass künftig auch Chemnitzer bei Löscheinsätzen in den USA helfen können."

Als im vergangenen Jahr rund um den kalifornischen Nobel-Vorort Malibu die Wälder brannten, unterstützten bereits Chemnitzer Helfer des DRK die US-Rettungskräfte.

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