Vergessener Papierkorb: Erst nicht geleert - dann abgebaut

Anwohner forderten, dass der überquellende Behälter im Entsorgungsplan berücksichtigt wird. Doch jetzt haben sie ein anderes Problem.

Markersdorf.

Der unansehnliche Anblick hat viele gestört. Am Beginn einer Fußgängerzone neben Parkplätzen an der Alfred-Neubert-Straße stand ein Papierkorb, der anscheinend ständig überquoll. Die meisten Passanten liefen naserümpfend an dem Schandfleck vorbei, Rainer Lorenz wollte etwas an dem Zustand ändern: "Seit Monaten, ja sogar Jahren schämt man sich als Anwohner für den Anblick dieses überfüllten Papierkorbes", schrieb er in einer Anfrage an die "Freie Presse", mit der er die Redaktion bat, herauszufinden, wer für die Leerung des Behälters zuständig ist und warum diese nicht regelmäßig erfolgt.

"Besucher der Anwohner, ob zu Weihnachten, Ostern oder Pfingsten, schütteln beim Anblick dieses Papierkorbes mit dem Kopf", berichtete Lorenz, nach dessen Meinung an der Fußgängerzone sogar noch mehr Papierkörbe und zudem Hundetoiletten aufgestellt werden müssten, um eine Verschmutzung der angrenzenden Wiesen zu verhindern. Der Markersdorfer vermutete, dass der Papierkorb im Tourenplan des Entsorgungsbetriebes oder des Grünflächenamtes vergessen wurde.


Damit hatte er offenbar ins Schwarze getroffen. Auf Anfrage von "Freie Presse" erklärte sich zunächst der städtische Abfallentsorgungsbetrieb ASR für nicht zuständig, da kein Auftrag dazu vorliege. Und der Stadtverwaltung war ein Papierkorb an diesem Standort nach eigenen Angaben gar nicht bekannt. "Das Grün innerhalb des Parkplatzes ist Verkehrsgrün, dort stehen normalerweise keine Papierkörbe", war die erste Auskunft aus dem Rathaus. Die Papierkörbe in der Fußgängerzone, für die die Stadt verantwortlich sei, stünden nicht unmittelbar an einem Parkplatz und würden außerdem seit Jahren regelmäßig geleert. Diese Leerungen würden auch kontrolliert.

Nachdem die Redaktion Fotos des Papierkorbs übermittelt hatte, handelte die Stadtverwaltung prompt: "Der betreffende Papierkorb ist durch das Tiefbauamt inzwischen komplett entfernt worden", teilte das Rathaus nun mit und erklärte, Papierkörbe würden bei entsprechendem Bedarf nach planerischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten beispielsweise an stark genutzten Fußwegen, Aufenthaltsbereichen und Spielplätzen aufgestellt.

"Das kann doch nicht die Lösung sein", reagiert Anwohner Lorenz. Anstatt im Papierkorb lägen jetzt Hinterlassenschaften von Hunden in Plastiktüten auf dem Gehweg. Hundetoiletten würden entsprechend einer Hundewiesenkonzeption aufgestellt, die gerade überarbeitet werde, erklärt das Rathaus dazu.

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