Verlegung von Haltepunkt abgelehnt

Straßenbahnen sollen ab 2020 von Chemnitz nach Aue rollen. In einer Wohnsiedlung in Bernsdorf gibt es eine Befürchtung.

Reichenhain/Bernsdorf.

Detlef Löbel wohnt an der Lengefelder Straße in der Nähe des Bahnhaltepunktes Reichenhain. Bis vergangenes Jahr hielten dort zweimal stündlich die Züge der Erzgebirgsbahn auf ihrer Fahrt zwischen Chemnitz und Aue. Doch nun wird die Strecke umgebaut für das Chemnitzer Modell. Ab Ende nächsten Jahres sollen alle 30 Minuten Straßenbahnen das Erzgebirge mit der City verbinden. Das bedeutet, dass dann vier Bahnen pro Stunde den Haltepunkt bedienen. Detlef Löbel befürchtet, dass es dann mit der Ruhe im Wohngebiet vorbei ist. "Ich erwarte eine unerträgliche Lärmbelästigung", sagt er.

Auf der Strecke sollen künftig City-Link-Fahrzeuge eingesetzt werden, die sowohl unter dem Draht der Straßenbahn in der Stadt als auch mit Diesel fahren können. Im Erzgebirge, wo die Strecken nicht elektrifiziert sind, kommt dann der Dieselmotor zum Einsatz. Auch in Reichenhain wird das so sein. Detlef Löbel und andere Bewohner der Siedlung hatten deshalb vorgeschlagen, den Haltepunkt aus Lärmschutzgründen um einige hundert Meter in Richtung Erfenschlag zu verlegen. Doch der Einwand, schriftlich während des Planfeststellungsverfahrens für die Bauarbeiten an der Strecke eingereicht, wurde abgelehnt. Eine Verlegung des Haltepunktes in Richtung Erfenschlag sei verworfen worden, weil dort kaum Platz für die Verknüpfung mit dem Nahverkehr sei, erklärt ein Sprecher des Bauherrn, des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS). Damit Reisende und Pendler nach der Fahrt mit der Bahn schnell Anschluss haben, halten am Haltepunkt Reichenhain auch Busse. Zudem wären die Fußwege bei einer Verlegung der Station zu lang geworden und es hätten Bäume gefällt werden müssen, so der Sprecher.


Detlef Löbel kann diese Entscheidung nicht so richtig nachvollziehen. Seiner Meinung nach würde es ausreichend Platz an der Stelle geben, die er für den Haltepunkt vorgeschlagen hatte. Zudem wäre der Zugang zum Gelände der Technischen Universität, das sich in der Nähe an der Erfenschlager Straße befindet, von seinem vorgeschlagenen Standort schneller zu erreichen als vom jetzigen Haltepunkt Reichenhain. "Damit hätte man auch dieses TU-Gebäude an die Bahn anschließen können", meint Löbel.

Da der Planfeststellungsbeschluss für die Bauarbeiten an der Strecke bereits ergangen ist und somit Baurecht besteht, gibt es auch keine Möglichkeit mehr, die Pläne zu ändern, sagt der VMS-Sprecher. Ihm zufolge würden die City-Link-Fahrzeuge vorgegebene Lärm-Grenzwerte nicht überschreiten.

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