Vermieter übernimmt Park, Barfußweg und Taurasteinturm

Die Pflege im Wettinhain ist aufwändig. Weil Ehrenamtler und Bauhof dies nicht mehr leisten können, geht Burgstädt neue Wege.

Burgstädt.

Die Kommunale Wohnungsverwaltung Burgstädt (KWV) als 100-prozentige Tochterfirma der Stadt Burgstädt übernimmt ab 1. Juli die Verwaltung und die Bewirtschaftung der Parkanlage Wettinhain mit der Freilichtbühne, Minigolfanlage und dem Taurasteinturm. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Dafür sollen dieses Jahr 58.000 Euro investiert werden. Bürgermeister Lars Naumann begründet diesen Schritt damit, dass ehrenamtliche Mitarbeiter nicht mehr zur Verfügung stehen und die Bauhof-Mitarbeiter, die diese Aufgaben übernommen hatten, das nicht mehr stemmem können. Mit den Verwalterverträgen soll die Stadtverwaltung entlastet werden. Der Bauhof hat laut Naumann elf Mitarbeiter. Die KWV beschäftigt laut Internetportal DTAD zwischen 6 und 20 Mitarbeiter und verzeichnet einen jährlichen Umsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro. Die KWV verwaltet rund 1400 Wohnungen und übernimmt als Dienstleister Hausmeister- und Reinigungsdienste in kommunalen Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Turnhallen und dem Sportzentrum. Die Frage, ob die KWV zusätzliche Arbeitskräfte einstellen muss, beantwortete das Unternehmen nicht. "Freie Presse" gibt einen Überblick darüber, was die KWV mit den Anlagen vorhat:

Wettinhain mit Barfußweg: Der Hain mit seinen Parkanlagen ist etwa in den 1880er- und 90er-Jahren entstanden. Anlässlich des 800-jährigen Bestehens des sächsischen Herrscherhauses Wettin kam die Idee, einen Bürgerpark mit dem Namen "Wettinhain" zu errichten. Am 17. Juni 1889 wurde der Park mit einer Fläche von 3,5 Hektar eingeweiht. Heute umfasst der Wettinhain zwölf Hektar. Es wurden Barfußweg und Baumlehrpfad angelegt. In einer Frühjahrsputzaktion wurde dieses Jahr ein neuer Barfußweg errichtet und der Park verschönert. Laut Verwaltervertrag übernimmt die KWV die Pflege und Instandhaltung von Wettinhain, Barfußweg und Baumlehrpfad. Dazu gehört beispielsweise eine Rasenmahd sechs- bis siebenmal im vorderen Teil und drei- bis viermal auf dem Rest. Beete werden im Frühjahr und im Sommer bepflanzt. Das Grün soll dreimal pro Woche und bei Bedarf gewässert werden. In der Leistungsübersicht steht auch, dass täglich der Barfußweg kontrolliert und der Müll beräumt wird sowie Papierkörbe und Hundetoiletten zu leeren sind. Ebenfalls jeden Tag soll im Herbst das Laub entfernt werden. Für diese Leistungen erhält die KWV 41.000 Euro von der Stadt.

Freilichtbühne mit Minigolfanlage: Ab Oktober 1945 trug der Park den Namen "Karl-Liebknecht-Hain". 1974 begann der Bau einer Freilichtbühne, die nach zwei Jahren eröffnet wurde. Ferner wurden Festwiese, Tanzdiele und Strandcafé errichtet. 1995 bekam die Stadtverwaltung von einer Firma eine Minigolfanlage zu Werbezwecken kostenlos überlassen. Der Bauhof baute die Anlage auf.

Die KWV soll jetzt die Minigolfanlage täglich kontrollieren und nötige Reparaturen ausführen. Öffnungszeiten sollen bei Bedarf täglich garantiert werden. Bepflanzung, Wässerung, Rasenmahd und Laubberäumung werden gewährleistet, ähnlich wie im gesamten Park. Der Vertrag sieht weiter vor, dass einmal pro Woche Teich und Wege gereinigt werden. Gullys, Querrinnen und Überläufe werden einmal pro Monat gesäubert. Vom 1. März bis 31. Oktober wird die Freilichtbühne samt Bistro bewirtschaftet - je nach Wettersituation. Die KWV erhält insgesamt 9500 Euro.

Taurasteinturm: Mit dem hölzernen Vorgänger des Taurasteinturms, der 1889 mit einer Höhe von 32 Metern als Aussichtsturm errichtet wurde und von welchem man eine gute Fernsicht auf das südliche Erzgebirge hatte, begann die Geschichte des Taurasteinturms. Der baufällige Turm wurde 1912 abgerissen und neu aufgebaut. Als 39 Meter hoher Wasser- und Aussichtsturm wurde er am 1. Oktober eingeweiht. Bis 1996 diente das Wahrzeichen Wasserversorgern als Hochbehälter. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde er stillgelegt und 1999 der Öffentlichkeit zur Besichtigung und für Veranstaltungen freigegeben.

Laut Vertrag soll der Hauptweg von der KWV einmal pro Woche gereinigt werden. Auch Papierkörbe werden in diesem Rhythmus geleert und Müll entfernt. Das geschieht auch vor und nach Veranstaltungen. Die Toilette wird täglich gereinigt - entsprechend auch bei Veranstaltungen und Öffnungszeiten der Minigolfanlage. Während der Betriebszeiten finden täglich Kontrollen statt. Bei Bedarf werden Kleinreparaturen ausgeführt. Die KWV sichert Öffnungszeiten ab, auch bei Veranstaltungen. Bei Bedarf wird Unkraut auf der gepflasterten Fläche gejätet. Außerdem werden jahreszeitlich bedingt Pflegearbeiten durchgeführt. Die KWV bekommt laut Vertrag dafür insgesamt 7500 Euro.

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