Viele Paten - Blühwiese wächst an einem anderen Standort

Fast drei Hektar groß wird das Feld, das Nahrung für Bienen und andere Insekten liefern soll. Eine Fortsetzung 2020 ist möglich.

Siegmar.

Einen Hektar, also 10.000 Quadratmeter, groß sollte sie werden, die Blühwiese des Agrarbetriebes "Unteres Erzgebirge" auf einem Feld in Stelzendorf. Dafür suchte das Unternehmen 100 Spender, die für einen Obolus von 30 Euro eine Patenschaft von je 100 Quadratmetern übernehmen sollten. Doch schon wenige Tage nach dem Aufruf waren so viele Paten zusammengekommen, dass der Betrieb sich nach einer größeren Fläche umsehen musste. In Siegmar an der Tuchschererstraße wurde man fündig, sagt Geschäftsführer Rainer Stauch.

Dort sei die Blühmischung auf einer Fläche von 27.500 Quadratmetern am ersten Aprilsamstag ausgebracht worden, berichtet er. Ursprünglich sollte das Mitte des Monats erfolgen, aber die Witterung sei für die Aussaat gut gewesen, deshalb habe man sie vorgezogen, so der Experte. Kommt keine weitere Frostperiode, rechnet Stauch mit einer Blüte ab Anfang Mai.


Der Ansturm der Paten habe ihn nicht überrascht, "aber angenehm berührt", erklärte der Geschäftsführer. Man wisse, dass viele Leute dem Anlegen einer Blühwiese positiv gegenüberstehen. Das sieht auch Peter Köhler, Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes Westsachsen, so. "Für die Insekten ist es eine schöne Sache, dass sich so viele Menschen für eine Blühwiese interessieren", sagt er. Für ihn bedeute der Andrang viel Arbeit. "Anrufe von Interessierten entgegennehmen, Einträge auf der Facebook-Seite schreiben, Zertifikate für die Paten ausstellen", beschreibt Köhler sein derzeitiges Tagwerk. Mittlerweile seien so viele Chemnitzer Blühpaten zusammengekommen, dass auch die neue Fläche ausgebucht sei. Insgesamt gebe es rund 250 Spender, einige von ihnen, darunter Firmen, hätten für mehrere Flächen gespendet.

Köhler und Stauch können sich vorstellen, die Blühwiese über mehrere Jahre anzulegen. "Wenn die Nachfrage da ist, wird das so werden", sagt Köhler. Er verweist auf die Kosten, die das Land dem Agrar-Betrieb auch als Blühwiese verursacht. So müssen beispielsweise Pacht und Grundsteuer bezahlt werden, so Köhler. Hinzu komme der Einkommensausfall, denn eine Blühwiese bringe im Gegensatz zum Getreidefeld kein Geld für die Firma. Jedoch gibt es Fördergeld von der EU. Pro Hektar wird eine Betriebsprämie von rund 170 Euro gezahlt, sagt Stauch. Das Geld wolle er einem guten Zweck zur Verfügung stellen, etwa das Frühstück für Schulklassen finanzieren, die sich die Blühwiese im Rahmen des Unterrichts anschauen.

Infos zur Blühfläche sind auf der Internetseite des Bauernverbandes erhältlich, erreichbar über: www.freiepresse.de/bienenwiese

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    3
    Interessierte
    17.04.2019

    So einfach geht das plätzlich ...

  • 3
    2
    cn3boj00
    16.04.2019

    Ich hab mir auch "mein Stück" gekauft. Trotzdem habe ich so einige Fragen. Wenn man teilweise so die Einöd-Felder sieht, wo Ackerkräuter Fehlanzeige sind, wäre es viel besser, statt einer 3-Hektar-Blühwiese an vielen Stellen Ackerrandstreifen oder kleine Wiesen von 300m² anzulegen. Auch verstehe ich nicht, wieso die Wiese jede Saison neu angelegt werden muss. Man könnte stattdessen eine dauerhafte Magerrasenwiese anlegen, wie sie z.B. in den Alpen normal sind. Nach ein paar jahren hätte man eine gesunde Wiesenlandschaft, die noch dazu nützlich wäre, nicht nur für die Insekten. Zweimal im Jahr gemäht und leckeres Wiesenblumenheu geerntet, was ein vorzügliches Futter abgibt - das wäre der richtige Weg.Oder werden da die EU-Subventionen wieder mal falsch angewendet?



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