Volle Papiertonnen werden zehn Tage nicht abgeholt

Wegen einer Baustelle konnten Müllfahrzeuge eine Straße nicht anfahren. Dabei hatten die Anwohner die Behälter schon weit rollen müssen.

Glösa.

Nach dem noch nicht verflogenen Ärger darüber, dass die gelben Tonnen mit Leichtverpackungen nur noch alle vier anstatt alle zwei Wochen geleert werden, sind etliche Glösaer erneut unzufrieden mit dem städtischen Abfallentsorgungsbetrieb ASR. Anlass sind diesmal die blauen Altpapiertonnen. Denn diese sind an der Straße Grenzsteig länger als eine Woche über den regulären Abfuhrtermin hinaus voll stehen geblieben.

Planmäßig hätten die Tonnen am 5. Juli geleert werden müssen, berichtet Anwohner Gunter Dickmann. Zuvor hatten seine Nachbarn und er die großen 240-Liter-Behälter, die gefüllt ein erhebliches Gewicht aufweisen, teilweise mehrere hundert Meter weit zum festgelegten Stellplatz rollen müssen. Dazu hat der ASR seine Kunden verpflichtet, weil die Müllfahrzeuge auf dem Grenzsteig nicht wenden und nicht rückwärts fahren könnten.


Dennoch blieben die Papiertonnen übers Wochenende und eine ganze weitere Woche stehen, ohne geleert zu werden. Eine Information dazu hätten die Betroffenen vom Entsorgungsbetrieb nicht erhalten, so Dickmann weiter. Erst auf Nachfrage hätten sie vom Kundenservice des ASR erfahren, der Grenzsteig habe wegen einer Baustelle an der Einmündung des Höhensteigs nicht angefahren werden können. Ihre Papiertonnen blieben nun bis zum nächsten Entsorgungstermin in vier Wochen stehen, habe es geheißen.

Schließlich habe der ASR den Inhalt der Behälter aber doch am 15. Juli abgeholt. "Offensichtlich gab es massive Beschwerden", vermutet Dickmann. Zuvor seien die Anwohner, darunter auch ältere Menschen, vom ASR aufgefordert worden, ihre vollen Tonnen noch ein Stück weiter, bis an die Corinthstraße an der Brücke über die Autobahn 4, zu schieben. "Eine unverschämte Zumutung", sagt Dickmann und hofft, dass es eine Ausnahme bleibt. Ihn und seine Nachbarn wundere nur, dass das ASR-Fahrzeug für die Biomüllentsorgung offensichtlich keine Probleme hatte, an der nur kleinen Baustelle vorbeizukommen.

Eine Sprecherin des ASR bestätigt auf Anfrage den geschilderten zeitlichen Ablauf, erklärt aber, alle betroffenen Kunden seien in der Woche vom 8. bis 12. Juli in persönlichen Anschreiben über die Situation informiert worden. Die Baufirma habe es versäumt, die Abfallentsorgung mit dem ASR abzustimmen und die Behälter notfalls selbst an einen vereinbarten Stellplatz zu bringen. Der Biomüll habe nur abgeholt werden können, weil Bauarbeiter vor Ort waren und die Baustellenabsperrung etwas zur Seite gerückt hätten.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...