Vom Spielzeug zum Sammlerstück

Krahmer-Puppen sind derzeit in einer Ausstellung zu sehen. Die, die die Tradition heute fortführen, haben die Schau eröffnet.

Schloßchemnitz.

Erstmals ist in Chemnitz in einer Ausstellung die über 70-jährige Geschichte der Krahmer-Puppe zu sehen. Die Schau mit dem Titel "Kuck in die Welt" kann bis zum 13. Januar im Schloßbergmuseum besucht werden.

"Insgesamt sind 220 Puppen von der Gründung der Firma im Jahr 1947 bis heute zu sehen. Ungefähr 50 davon sind Leihgaben, da leider kein Altbestand mehr vorhanden ist", sagt Peter-Michael Krahmer, der Sohn der inzwischen verstorbenen Puppenentwicklerin Hildegard Krahmer.

Die Philosophin und Germanistin Hildegard Krahmer war eine Kunsthandwerkerin mit viel Liebe zum Detail. Ihre ersten beiden Puppen entwarf sie ursprünglich für ihre Kinder, die damals keine anderen Spielsachen hatten. Doch schon bald entwickelte sie mit dem erzgebirgischen Schnitzer Walter Wächtler eine neue Variante. Die beweglichen Köpfe der 33 bis 35 Zentimeter großen Puppen fertigte die Künstlerin aus Lindenholz an. Der Körper wurde von Hand mit Baumwolle gestopft, sorgsam eingekleidet und mit Lederschuhen ausgestattet, sodass eine besonders robuste Puppe zum Spielen und Schmusen für Kinder entstand. Die Perücken wurden aus Echthaar, Mohair oder Fell angefertigt. In den folgenden Jahren erhielten Krahmers Werke internationale Anerkennung, zum Beispiel durch die Weltausstellung in Brüssel. Auch heute liegt die Krahmer-Puppe wie damals im Trend. "Jede Puppe wird aus Naturmaterialien hergestellt. Individuelle Bekleidung und Bemalung machen jede zu einem Unikat", sagt Marion Krahmer, Geschäftsführerin der heutigen Firma. Inzwischen dient die Krahmer-Puppe nicht mehr nur Kindern als Spielgefährtin. Bei Erwachsenen findet sie als Sammlerstück großen Anklang.

Aktuell verfügt der Betrieb über zwei Mitarbeiter, eine Näherin und einen Schnitzer. Zu Spitzenzeiten Anfang der 1970er-Jahre hatte die Firma rund 20 Angestellte. Um der Enteignung zu entgehen, mussten damals jedoch einige von ihnen entlassen werden, so Marion Krahmer.

Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 14 bis 21 Uhr.

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