Von Sorbet über Stracciatella bis Soft: Der große Chemnitzer Eis-Test

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Die Chemnitzer haben Glück: Im Gegensatz zu vielen anderen Großstädten produzieren fast alle Eiscafés ihre Köstlichkeiten selbst. Der Kunde kann auf Entdeckungsreise gehen und sich in den Stadtteilen durch ganz verschiedene Eisvariationen kosten. "Freie Presse" hat's probiert.


Zeisigwaldschänke: WM-Teilnehmer mit Patent

Die Betreiber der Zeisigwaldschänke, Tilmann Krieger und Ute Giloj, haben das Patent für ein besonderes Fruchteis: Vor der Eisherstellung werden die Früchte in einem rechtlich geschützten Verfahren gegrillt. Dadurch wird Pflaumen, Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Bananen das Wasser entzogen und der Fruchtzucker karamellisiert. Die beiden Eismacher verwenden nur natürliche Zutaten und verzichten auf Geschmacks- und Farbstoffe.

Das vegane Fruchteis schmeckt sehr cremig, obwohl keine Milch enthalten ist. Die Qualität des Eises hat sich offenbar rumgesprochen. So schafften es Tilmann Krieger und seine Frau im Jahr 2014 mit einem Sorbet von gegrillter Ananas bis ins deutsche Finale der Eis-Weltmeisterschaft in Berlin. Dort belegten die beiden Platz 4 von insgesamt 16 Teilnehmern.

In der Eis-Theke der Zeisigwaldschänke gibt es aber nicht nur veganes Fruchteis. Krieger und Giloj kreieren in ihrem Ausflugslokal inmitten des Zeisigwaldes auch überraschende Geschmäcker auf Milcheisbasis, so beispielsweise Cashew-Nuss-Eis, Sonnenblumenkern-Eis und Chai-Latte-Eis sowie Pistazie. Es gibt aber auch traditionelle Sorten wie Yoghurteis und Schokoeis. 

Weg: Zur Zeisigwaldschänke an der Forststraße 100 kommt man mit dem Auto und mit dem Bus der Linie 51 bis Haltestelle Zeisigwaldstraße oder bis Forststraße mit der Linie 69, dann ein Stück spazieren.
Auswahl: Es gibt im Durchschnitt 10 Sorten.
Geschmack: Sehr intensiver, aber dennoch natürlicher Geschmack. Der Eigengeschmack der Früchte ist sehr deutlich. 
Preis: Die Kugel Eis kostet 1,50 Euro
Besondere Leckereien: Schwarze Johannisbeere und Pflaume

Öffnungszeiten

 


Eiscafé Eiszapfen: Erzgebirge trifft auf Moskau

Glück-Auf, Kirschstreusel und Moskauer Sahne - im Eiscafé Eiszapfen türmen sich neben den Klassikern Vanille, Schoko und Erdbeere stets ungewöhnliche Eiskreationen in der Auslage. Über 200 Sorten können selbst hergestellt werden, erklärt das Inhaber-Paar Julia Hrdlika (30) und Mikola Pridun (39). Davon werden jeden Tag 16 Sorten in der Theke angeboten.

In den beiden Filialen auf dem Kaß- und dem Schloßberg kostet die Kugel üblicherweise 1,10 Euro, ausgewählte Premiumsorten - am Testtag Yoghurette - 1,50 Euro. Zu den Stammgästen zählen auch Kinder, die nach der Schule von ihrem Taschengeld Eis kaufen. Streusel kosten 10 Cent, Sauce ebenfalls. Der intensive Geschmack ist das Ergebnis "guter Zutaten", sagt Pridun. So würden für das Mangoeis die reifen Früchte in Indien direkt zu Püree verarbeitet und tiefgefroren. Alle Fruchtsorten sind vegan und lactosefrei.

Besonders beliebt bei den Kunden sei das Moskauer Sahneeis. Mit seiner Vanille-Note erinnert es an das zu DDR-Zeiten bekannte Plombir-Eis. Auf einen Eisbehälter in der Auslage kommt dabei ein Liter Sahne, erklärt Pridun. Das sei zugleich der maximale Fettgehalt, den die Eismaschinen aus Italien verarbeiten könnten.

Silbrig-grau glänzt das Glück-Auf-Eis in der Theke. Die Idee dafür brachten die Inhaber aus dem erzgebirgischen Schneeberg mit, wo sie zuvor eine Eisdiele hatten. Das steingraue Eis schmeckt nach Vanille mit einer Note Kokos und Karamell. Die Farbe stammt von verkohlten Kokosfasern. Gesundheitlich bedenklich ist das natürlich nicht, sagt Hrdlika.

Seit Frühjahr 2020 gibt es eine zweite Eiszapfen-Filiale auf dem Schloßberg. Die erste wurde am 17. März 2018 auf dem Kaßberg eröffnet und versüßt seitdem vielen Stammkunden den Sommer. (sane)

  • Anfahrt: Die Filialen befinden sich auf dem Kaßberg an der Uhlichstraße 18 und auf dem Schloßberg an der Arthur-Bretschneider-Straße 13.
  • Geschmack: sehr intensiv, fruchtig, cremig.
  • Preis: Eine Kugel kostet 1,10 Euro bis 1,50 Euro, Softeis (Schoko-Vanillle): 1,10 bis 2,20 Euro.
  • Besondere Leckereien: Glück-Auf-Eis, Moskauer Sahneeis, Basilikum-Zitrone, Yoghurette, Kirsch-Streusel ...

Öffnungszeiten

 


Winters Eisgarten: Eisgeschmack wie zu DDR-Zeiten

Eis an der Auffahrt zum Stadtteil Kaßberg gibt es in Chemnitz schon seit 72 Jahren. Früher firmierte das Lokal unter dem Namen "Winters Eisgarten" und war bei Jung und Alt beliebt für sein sahniges Softeis. Seit 15 Jahren betreiben Hannelore und Peter Müller und ihr Sohn René den "Eisgarten an der Kaßbergauffahrt" - mit den DDR-Originalrezepten aus Winters Zeiten. Das bedeutet: Der Eismix wird vorher in großen Kesseln pasteurisiert, es kommen keine Zusatzstoffe wie künstliche Aromen dazu. Das genaue Rezept will Hannelore Müller aber nicht verraten. "Der Geschmack kommt vor allem durch die Früchte und den hochwertigen Kakao", betont sie. 

An Sorten gibt es nur Erdbeer-Vanille und Schoko-Vanille - und das seit Jahren. "Diese beiden Sorten schätzen die Leute, im Sommer wollen sie mehr Erdbeere und wenn es kühler ist mehr Schoko", sagt Hannelore Müller, die genau wie ihr Mann und ihr Sohn zu DDR-Zeiten einen Eismacher-Schein bei der IHK in Chemnitz gemacht hat. Das Eis gibt es in der Waffel zum Mitnehmen, im Eisbecher oder in einer neuartigen Bubble-Waffel, die wegen des Ansturms am Wochenende aber nur von Montag bis Freitag angeboten wird.

  • Anfahrt: Das Eiscafé ist am besten zu Fuß von der Innenstadt oder mit den Bußlinien 52 oder 72 zu erreichen (Haltestelle Kaßbergauffahrt).
  • Geschmack: Sehr sahnig und cremig, das Vanille-Eis schmeckt natürlich und die Spuren der Vanilleschote sind erkennbar.
  • Preis: Das kleine Softeis kostet 1,40 Euro, das große 2,80 Euro.
  • Besondere Leckereien: Saisonale Eisbecher mit frischen Früchten. Im Moment gibt es unter anderem frische Heidelbeeren und Bananen.

Öffnungszeiten: Bei gutem Wetter im Frühling, Sommer und Herbst täglich ab 11.30 Uhr bis abends.

 


Eiscafé Glösa: Eis für Menschen - und für Hunde 

Für Menschen ist es etwas gewöhnungsbedürftig, für Vierbeiner offenbar eine Leckerei: Peter Kölb vom Eiscafé Glösa produziert Eis für Hunde aus Kalbsleberwurst, Eiern und Honig. "Alles vom Tierarzt abgesegnet", sagt der fast 80-jährige Chemnitzer Eismacher. Aber natürlich gibt es auch Eis für Menschen, und das seit 1978. Damals starteten Peter Kölb und seine Frau Gabi mit dem Eismachen in Glösa und setzen diese Tradition bis heute weit über das Erreichen ihres Rentenalters fort.

Heute gibt es in dem kultigen Café am Stadtrand von Chemnitz selbstgemachte Torten, veganes Softeis, Softeis nach DDR-Rezept und 12 bis 14 verschiedene Kugeleis-Sorten - von Erdbeere über Kiwi bis zu Holunder. "Mit vielen frischen Früchten, oft pflücken wir die selbst", sagt Ehefrau Gabi Kölb. Jede Woche wird mindestens eine Sorte gewechselt, auch Kundenwünsche werden aufgenommen, wodurch es einmal sogar Sesam-Eis in die Auslage geschafft hat.

  • Anfahrt: Das Eiscafé Glösa befindet sich an der Slevogtstraße und ist mit dem Auto oder der Buslinie 63 zu erreichen.
  • Geschmack: Die Fruchteissorten schmecken frisch und fruchtig, das Vanille-Eis sahnig.
  • Preis: Eine Kugel kostet 50 Cent. "Und das bleibt auch so", sagt Peter Kölb. 
  • Besondere Leckereien: Fruchteis und frische Fruchttorten und für Vierbeiner Hunde-Eis. Für Kinder gibt es im Eiscafé Lehrgänge im Eismachen. 
  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag ab 11 Uhr bis abends

 


Kohlebunker: Eisgenuss im Hipster-Schick

Den "Kohlebunker" zu finden, ist gar nicht so leicht. Er liegt an der Ulmenstraße 1, hinter dem großen Harley-Davidson-Geschäft, direkt am Kappelbach, zwischen Wohnhäusern im Fabrik-Look und derzeit auch mitten im Baugebiet. Auch das Eiscafé selbst wartet mit einem modern-industriellen Stil auf. Ein Neubau mit großer Glasfassade, Europaletten dienen als Rampe, Treppe und Dekoelement. Seit 2016 gibt es das Café im Hipster-Schick in Chemnitz. Serviert werden neben Kuchen auch zahlreiche Eisspezialitäten. 

28 Sorten gibt es laut Geschäftsführer Kai Busacker, alle aus eigener Herstellung. "Wir setzen ganz auf natürliche Inhaltsstoffe", betont er. Die genaue Zusammensetzung und Machart? "Betriebsgeheimnis", so Busacker lachend. Bei den Kunden besonders beliebt sei das Fruchteis, meint auch Verkäuferin Lea Mauersberger. Johannisbeereis werde am häufigsten verkauft. "Beim Fruchteis handelt es sich um Sorbet und alle Fruchteissorten sind vegan", erklärt sie. Viele Kunden wagen sich auch an das hauseigene Süßkartoffeleis. Die tief violette Farbe stamme vom Extrakt der Heidelbeere, so Mauersberger. Das Eis werde zusätzlich gefärbt, "aber immer nur mit natürlichen Mitteln. Eben durch Heidelbeeren oder Karotten." 

  • Weg: Das Eiscafé "Kohelbunker" liegt an der Ulmenstraße 1, etwas versteckt hinter dem Harley Davidson Chemnitz. Mit dem Auto oder zu Fuß lässt es sich problemlos erreichen. 
  • Auswahl: Das Sortiment umfasst insgesamt 28 Geschmacksrichtungen. 
  • Geschmack: Das Vanilleeis ist nur schwach gelb, tendiert farblich eher zu weiß - schwarze Punkte sind kaum zu sehen. Es ist sahnig-cremig und hat einen süßen, wenn auch nicht zu süßen und deutlich vanilligen Geschmack. Das Erdbeersorbet ist wässrig bis saftig, hat einen intensiven und klaren Erdbeergeschmack. Es ist nicht übermäßig süß, eher fruchtig. Große Erdbeerstücke gibt es nicht, die Frucht ist fein püriert. Ab und zu merkt man einen kleinen Kern auf der Zunge oder zwischen den Zähnen. 
  • Preis: Eine Kugel Eis kostet 1,30 Euro. 
  • Besondere Leckereien: Das lilafarbene Süßkartoffeleis. In seiner Konsistenz dem Vanilleeis recht ähnlich, sahnig und cremig zugleich. Geschmacklich sehr schwer einzuordnen, im ersten Moment einfach süß - später kommt eine leichte Kartoffel- oder Süßkartoffelnote dazu. Kartoffeln scheinen auch wirklich enthalten zu sein, man spürt sie auf der Zunge. Es hat etwas von eiskaltem Kartoffelpüree mit Extra-Kick.  

Öffnungszeiten

 


Gelato Valentino: Italiener mit veganen Köstlichkeiten

Vor fünf Jahren eröffnete Jana Valentini das Eiscafé Gelato Valentino am Chemnitzer Markt. Von Anfang an gibt es dort veganes Eis in verschiedenen Sorten, darunter viel Fruchteis. Dabei wird auf Milch, Gelatine und Gluten verzichtet. Auch vegane Waffeln sind im Angebot. Für die Zubereitung steht ein italienischer Eismacher in der Küche. "Viele unserer Zutaten beziehen wir direkt aus Italien", sagt Chefin Jana Valentina.

Zur Auswahl stehen täglich mehr als 20 Eissorten, die größtenteils täglich wechseln und jeden Tag frisch zubereitet werden. Oft kommt Eis aus regionalen Obstsorten passend zur Saison ins Sortiment. Jana Valentini lässt sich dafür bei ihren Rundgängen über den Chemnitzer Markt inspirieren. Dazu gibt es im Eiscafé Valentino typisch italienische Kuchenspezialitäten wie Tiramisu und Kaffeesorten von Espresso bis Café Latte. 

  • Anfahrt: Das Eiscafé Valentino befindet sich im Chemnitzer Zentrum am Markt 1 und ist zu Fuß zu erreichen. 
  • Geschmack: Sehr sahniges Eis mit natürlichem Geschmack nach Vanille, das zartbitter Schokoladen-Eis schmeckt sehr cremig und schokoladig. Dazu gibt es viele erfrischende Fruchteissorten. 
  • Preis: Eine Kugel kostet 1,50 Cent
  • Besondere Leckereien: Schoko-Zartbitter, Zitrone Basilikum und Gurkeneis sowie in der kühleren Jahreszeit Zimt und Pistazie. 
  • Öffnungszeiten: 10 bis 19 Uhr
     


Marschner's Eiscafé: Der Mann mit dem Chemnitz-Eis

... heißt Andreas Marschner und ist Geschäftsführer des gleichnamigen "Marschner's Eiscafé". Sein Chemnitz-Eis, das er für eine Eis-Weltmeisterschaft 2016 kreiert hat, ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Im Sortiment führt er es allerdings nicht mehr. Dafür mehr als 120 andere Sorten, von denen er pro Tag etwa 40 anbietet. In den beiden Eistheken, aus denen die Becher und Waffeln gefüllt werden, stehen Klassiker wie Schoko oder Vanille direkt neben ausgefallenen Geschmacksrichtungen wie Joghuretta, Pino Pinguino oder Butterkeks. 

Ein echter Hingucker ist das grün schimmernde und mit echten Gurken gespickte Joghurt-Gurke-Eis. Eine ungewöhnliche Kombination, die laut Marschner aber bei den Kunden ankommt: "Das Eis verkauft sich eigentlich ganz gut. Es ist eben sehr erfrischend und passt damit zum Sommer." Das gesamte Speiseeis stammt dem Gastronom zufolge aus eigener Herstellung. Sein Eiscafé wirbt mit "Handwerklicher Speiseeisherstellung in Familientradition seit 1972". Seit fast 50 Jahren vertreibt die Familie Marschner damit in Chemnitz Eis. Das Café eröffnet und damit den Grundstein für das weitere Geschäft gelegt haben Marianne und Heinz Marschner.

Weg: "Marschner's Eiscafé" befindet sich auf der Zwickauer Straße 424 und damit direkt an einer der großen Chemnitzer Hauptverkehrsadern. Es lässt sich problemlos zu Fuß, aber auch mit dem Auto oder dem Bus erreichen. 
Auswahl: 120 Sorten fasst Marschners Sortiment, etwa 40 davon werden pro Tag angeboten. 
Geschmack: Das Vanilleeis ist recht süß und hat einen intensiven Vanillegeschmack. Bei genauerem Hinsehen lassen sich kleine, schwarze Punkte entdecken. Es hat eine milchig-cremige, nicht direkt sahnige Konsistenz. Das Erdbeereis ist rot bis rosafarben, milchig-cremig, aber auch leicht wässrig bis saftig. Es schmeckt recht süß, intensiv und fruchtig. Die Kugeln stecken voller kleiner Erdbeerstücke. Beide Sorten haben einen recht hohen Schmelz und sollten deshalb schnell gegessen werden. 
Preis: Die Kugel Eis kostet zwischen 1,20 Euro und 1,80 Euro. 
Besondere Leckereien: An dem Tag der Verkostung wurden unter anderem Joghurt-Gurke, Knusper-Sahne und Überraschungs-Ei verkauft. In einer online veröffentlichten Sorten-Liste tauchen aber auch Geschmacksrichtungen wie "Ivan der Köstliche", "Oma Marschners" oder "Orient Express" auf. 

Öffnungszeiten

 


Dolce Vita: Italiener mit großer Auswahl

Ohne Gianni Granzotto gebe es in Chemnitz weit weniger italienisches Eis. Seit dem Jahr 2000 verwöhnt er gemeinsam mit seinem Bruder Marco die Sachsen mit den Köstlichkeiten seines Heimatlandes - unter anderem im Eiscafé "Dolce Vita" im Roten Turm, im Eiscafé "Venezia" im Neefepark und im "Rialto" Chemnitz Center sowie mit zwei weiteren Eiscafés in Dresden. Angefangen hat der ausgebildete Eismacher ganz klein in einem Ferienjob in Karlsruhe. Nach Chemnitz kam er vor 21 Jahren, weil hier ein Leiter für ein italienisches Eiscafé gesucht wurde. 

Mittlerweile stellt Granzotto in seiner Eisfabrik im Neefepark jeden Tag mehr als 30 Sorten her. Für seine Zutaten pflegt er noch Kontakte in seine alte Heimat. "Zum Beispiel die Pistazien und die Haselnüsse kommen direkt aus Italien", sagt er. Die Milch und die Sahne werden frisch aus Annaberg und viele Früchte von regionalen Anbietern geliefert - bis auf Südfrüchte wie Orangen und Zitronen, die aus Sizilien kommen. Und was ist nun das Geheimnis des italienischen Eises? "Es ist die Frische, jeden Tag machen wir das Eis frisch. Dafür braucht es nicht viele Zutaten, aber die Qualität muss stimmen. So wird das Eis cremig", sagt der Italiener, dessen Eltern in der Prosecco-Region leben. Farbstoffe oder andere Zusatzstoffe verwendet Gianni Granzotto und seine beiden Eismacher - alles waschechte Italiener - bei allen Haupteissorten keine. Nur bei wenigen Trendsorten wie Kaugummi-Eis wird etwas bei der Farbe nachgeholfen.

  • Weg: Zum Eiscafé Venezia im Neefepark gelangt man mit dem Bus der Linie 23 oder mit dem Auto. Das Dolce Vita ist direkt im Zentrum im Einkaufszentrum Roter Turm. Und zum Rialto im Chemnitz Center fährt unter anderem der Bus 21. 
  • Auswahl: Es gibt täglich mindestens 28 Sorten italienisches Kugeleis
  • Geschmack: Das Vanilleeis ist weiß, leicht gelblich. Schwarze Punkte zeigen, dass echte Vanille verwendet wurde. Das Stracciatella-Eis schmeckt frisch und cremig.  
  • Preis: Eine Kugel Eis kostet 1,30 Euro im Chemnitz-Center, im Neefe-Park und im Dolce Vita im Roten Turm 1,50 Euro. 
  • Besondere Leckereien: Stracciatella, Pistazie und Yogurette. Zur Erfrischung im Sommer gibt es Quark-Mango und Pampelmuse-Himbeer sowie Zitronen-Eis mit Basilikum.

Öffnungszeiten

 


Looice - Traditional Ice Cream: Hundert Jahre Eistradition

Vielen Chemnitzern dürfte die Eisdiele an der Zschopauer Straße noch als "Temmlers Eisdiele" bekannt sein. Wo 1923 eine der bekanntesten Eisdielen der Stadt eröffnet wurde, wird die Tradition seit vergangenem Jahr fortgeführt - unter neuem Namen und neuer Technik. Matthias Elbe betreibt nun den Nachfolger "Looice - Traditional Ice Cream" und hat mit seinem Eismeister Knut Emmerich auch originale Rezepturen aus Temmlers Zeiten übernommen.

Im Tresen eingelassene Eismaschinen halten das selbst zubereitete Eis nicht nur kühl. Durch das ständige Rühren der Eismasse bekommt das Eis eine cremige Konsistenz und ist locker-luftig. Die Kühltechnik stammt aus Italien und ist in Deutschland selten zu sehen. Ein weiteres Highlight: Ein eingelassenes Fenster erlaubt Besuchern das Zusehen bei der Herstellung der süßen Kreationen.

Insgesamt 60 Eissorten sind laut Geschäftsführer Matthias Elbe im Sortiment. Täglich gibt es zehn Sorten. Klassiker wie Vanille, Schokolade oder Erdbeere sind immer vertreten. 

"Looice" überzeugt mit seinem neuen Konzept: schickes Design, vielfältiges Angebot und originale Rezepturen. Wer gern mal mehr als eine Kugel Eis hätte, kann hier auch auf Herzhaftes zurückgreifen. 

  • Weg: Das Eiscafé Looice liegt an der Zschopauer Straße 178. Wer mit dem Bus anreisen möchte, nimmt am besten die Linie 62/72 bis zur Bushaltestelle "Zschopauer Straße", dann sind es noch fünf bis zehn Minuten zu Fuß.
  • Auswahl: Von insgesamt 60 Sorten stehen hier täglich zehn zur Auswahl.
  • Konsistenz: Sehr cremig und luftig dank der rotierenden Eismaschinen.
  • Preis: Eine Kugel Eis kostet 1,60 Euro.
  • Besondere Leckereien: Pistazie und Maulbeere.

 


Emmas Onkel: Eis-Passion im Kiez-Flair

Direkt an der Weststraße auf dem Kaßberg liegt "Emmas Onkel". Was dort mit einer italienischen Ape - einem dreirädrigen Kleintransporter - begann, wurde später zum Café mit festem Standort. Seit der Neueröffnung 2018 sogar mit separater Eistheke für den Straßenverkauf. 

Experimentierfreude und Mut zu außergewöhnlichen Kreationen sowie sorgfältig ausgewählte Zutaten machen die Eisdiele zum Geheimtipp. So war zuletzt eine Menge erntereifer Gurken aus dem Garten von Inhaber Mathias Weiß Teil einer neuen Sorte: Stracciatella-Garten-Gurke. Aber auch die bei den Café-Besuchern beliebte Weiße-Schokolade-Himbeer-Tarte konnte zu einer neuen Eissorte verarbeitet werden. In der Eisdiele von Emmas Onkel werden vor allem regionale Zutaten in Bioqualität verarbeitet. Die Mehrheit der Eissorten ist vegan. Seit neuestem kommt man auch bei der hauseigenen Herstellung der Schlagsahne ohne tierische Zutaten aus.

Auch für tierische Gäste bietet Emmas Onkel eine Erfrischung an - für Hunde gibt es zum Beispiel Leberwurst-Eis am Stiel.

  • Weg: Bei einem Spaziergang auf dem Kaßberg entlang der Weststraße lässt sich das gut besuchte Café kaum verfehlen. Wer mit der Buslinie 62/72 an der Haltestelle Ulmenstraße aussteigt, ist quasi schon da.
  • Auswahl: täglich elf variierende Sorten
  • Geschmack: intensiv und natürlich 
  • Preis: Eine Kugel Eis kostet 1,20 Euro. Die Sahne gibt's für 0,50 Euro mehr oben drauf.
  • Besondere Leckereien: Stracciatella-Gurke und salzige Erdnuss

Öffnungszeiten

 


Eis aus zwei Zutaten ohne Eismaschine selber machen

Das Experiment ist geglückt: "Das schmeckt ja lecker!", "Woran erinnert mich der Geschmack nur…?" und "Wann gibt es wieder Eis?" - die Reaktionen auf die Verkostung der selbstgemachten Eiscreme in der Redaktion waren durchweg positiv. Und das Beste: Dieses Eis lässt sich ganz einfach selber herstellen. Was man dazu braucht? Zwei Zutaten. Maximal zehn Minuten Zeit. Und ein Gefrierfach. So richtig wollte ich es noch nicht glauben, als ich das Rezept im Internet fand. Aber es funktioniert wirklich. Man nehme:

  • 500 g frische Schlagsahne
  • 400 g gezuckerte Kondensmilch

Die Zutaten sollten gut durchgekühlt sein. Als erstes wird die Sahne mit einem Mixer geschlagen, bis sie fast steif ist. Dann die Kondensmilch hinzufügen und vorsichtig weiterschlagen. Wenn alles gut vermischt ist, kommt die Masse in die Gefriertruhe. Laut Rezept für mindestens fünf Stunden. Im Test hat das nicht ganz gereicht, idealerweise über Nacht frosten. Am nächsten Morgen ist die Konsistenz trotzdem ganz cremig.

Die Eiscreme an sich bringt schon einen sehr angenehmen Grundgeschmack mit. Nach einigem Rätseln kamen die Kollegen auch drauf, woran er sie erinnerte: An die gesüßte Kondensmilch, die es früher (und heute wieder) in der Tube oder der Dose gab.

Die Grundcreme kann mit verschiedenen Toppings verfeinert werden. Dazu passen zum Beispiel:

  • Kakao und Schokostreusel
  • Beeren
  • Oreo-Kekse
  • Vanille etc.

Fragt sich jemand, wie viele Kalorien so eine Kugel hat?! Die zählen bei selbstgemachter Eiscreme ja nun wirklich nicht ;-)! (sane)

 


 
Das könnte Sie auch interessieren
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.