Vorschlag: Straßenbahnlinie 5 soll Adelsberg anbinden

Chemnitz diskutiert: In der Debatte wurde der Bau einer zusätzlichen Haltestelle vorgeschlagen. Vor allem der Standort spricht allerdings dagegen.

Adelsberg.

Es ist eine Idee gewesen, die im "Freie Presse"-Gesprächsforum "Chemnitz diskutiert" laut wurde. Einwohner und Verkehrsexperten hatten sich dort über die Mobilität in der Stadt ausgetauscht. Maria Greif aus Gablenz sagte, dass der untere Teil von Adelsberg, der an den Südring grenzt, besonders schlecht an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen sei. Sie schlug vor, auf dem Straßenbahn-Betriebshof des städtischen Nahverkehrsbetriebes CVAG in Adelsberg, der direkt am Südring gelegen ist und wo schon Gleise verlegt sind, eine zusätzliche Tram-Haltestelle einzurichten. So könne man Teile von Adelsberg an die Straßenbahnlinie 5 nach Hutholz anschließen. Sie verkehrt über das Stadtzentrum.

Bei der CVAG stößt der Vorschlag auf geteiltes Echo. Prinzipiell sei dem Unternehmen daran gelegen, den Einwohnern gute Zugangsmöglichkeiten zum Verkehrsnetz zu schaffen. Doch es gelte, drei Punkte abzuwägen, erklärte Sprecher Stefan Tschök. Wichtigster Aspekt sei, festzustellen, ob eine neue Haltestelle dem Bedarf wirklich entspreche und in Anspruch genommen werde. Eine bestimmte Anzahl an Passagieren müsse zwar nicht erreicht werden, aber es gelte zu beachten, ob es für die Einwohner noch andere Möglichkeiten gebe, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Tschök verwies auf die Buslinien 33 und 43, die durch Adelsberg fahren. Ein weiterer Weg zu ermitteln, ob eine neue Haltestelle angenommen werde, sei die Nutzung eines Simulationsprogrammes, das mit verschiedenen Daten gefüttert wird. Dies habe man für eine mögliche Straßenbahnhaltestelle im Betriebshof jedoch nicht genutzt, so Tschök. Zudem sollte bei der Planung einer neuen Haltestelle auf die Kosten und darauf geachtet werden, dass die Station nicht zu nah auf eine bereits bestehende folgt, so der Sprecher. Wie hoch die Kosten für diese mögliche neue Haltestelle ausfallen würden, könne man nicht sagen. Da die Linie im Zehn-Minuten-Takt fährt, könne es jedoch möglich sein, dass ein zusätzliches Fahrzeug angeschafft werden müsste, so Tschök.


Für eine Haltestelle im Betriebshof würden die Aufwendungen allerdings höher ausfallen als für eine neue Station außerhalb, gibt Tschök zu bedenken. "So müsste prinzipiell gewährleistet werden, dass zu- oder aussteigende Fahrgäste keinen Zugang zum Betriebshof hätten." Schon diese Anforderung umzusetzen, sei kaum praktikabel, erklärt er. Hinzu komme die Bushaltestelle, die sich direkt vor dem Betriebshof in Adelsberg befindet, so der Sprecher. Sie wird von den Linien 43, 62 und 89 angefahren. Von dort kann der Südring durch den Fußgänger- und Fahrraddurchgang, der zum westlichen Ende der Zolastraße in Adelsberg führt, unterquert werden.

Außerdem sei zu beachten, dass eine weitere Haltestelle nur dazu führe, dass sich das Fahrgastaufkommen spalte, so Tschök. Zudem stelle der Südring eine Barriere dar. Im Bereich des Betriebshofes sei die Unterquerung an der Zolastraße die einzige Möglichkeit für Fußgänger und Radfahrer, den Südring zu queren. Das habe schon jetzt Auswirkungen auf die Nutzung der Bushaltestelle am Betriebshof, sagt Tschök. Er kommt zu dem Schluss: "Unter Abwägung all dieser Prämissen stellt die Einrichtung einer solchen Haltestelle für uns derzeit keine realistische Option dar."

Eine neue Haltestelle würde sich auch auf die Fahrtkosten auswirken. Jetzt könne man mit dem Kurzstreckenticket von der Endhaltestelle Gablenz zur Haltestelle Nürnberger Straße fahren. Sollte eine weitere Station hinzukommen, könne man von der Endhaltestelle mit einer solchen Fahrkarte nur noch bis Gablenzplatz fahren, erläutert Tschök.

In Adelsberg stößt die Idee einer neuen Haltestelle auf Zustimmung. Jutta Heymann, Vorsitzende des Heimatvereins, erinnert sich, dass man sich schon beim Bau des Betriebshofes gefragt habe, ob man die Straßenbahntrasse nicht weiterführen könne, um den unteren Teil von Adelsberg an das Netz anzuschließen. "Leider wurde der Vorschlag nicht verwirklicht." Über den Rad- und Fußweg an der Zolastraße sei das Areal gut zu erreichen, so Heymann. Sie bedauert, dass der Vorschlag nicht umgesetzt werden soll.

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